Die Arche ist einer der vielen Gegenstände der Schrift, mit der sich jung und alt immer wieder beschäftigen. Unser Herr hat sie als eins der gewaltigsten Zeichen der Zeit gebraucht. Gleich wie es in den Tagen Noahs war, so wird es in den Tagen der Endzeit sein. Noah baute die Arche im Glauben; er wußte, daß das, was Gott gesagt hatte, eintrifft. Ein weiser Mann handelt nach Gottes Gedanken, und damit ist er sich und den andern ein Segen.
Gleich von Anfang an waren zwei Klassen von Menschen in der Welt, die des Kain und die des Abel. Karos Nachkommen sind mächtig, aber verwerflich vor Gott im ersten großen Gericht der Flut. Die Linie Abels ist klein, bescheiden gleich der Familie Noahs, aber sie kennt das Wichtigste: die Gnade Gottes. Noah fand Gnade in Gottes Augen. Die einzige Hoffnung für jeden Menschen ist, daß er wie Noah Gnade in den Augen Gottes findet. Was sagt uns die Arche? Was bedeutet sie uns?
Die einzige Zuflucht. Oft bedürfen wir im Leben einer Zufluchtstätte, wie vor einem gewaltigen Sturm, im Kriege vor Luftangriffen, bei Überschwemmungen usw. Die wichtigste Zuflucht aber ist die aus dem Rachen der Hölle: das Paradies. Das ist für uns das Kreuz. Eine andere Zuflucht kenne ich keine.
Die Arche war ein Ort der Sicherheit. Das Wort Sicherheit lesen wir oft in den Zeitungen. Es beweist die Unsicherheit der Menschen. Oft bricht eine Zuflucht nach der andern zusammen. Die einzige Sicherheit ist das Blut Jesu. „Wenn ich das Blut an euren Häusern sehe, so werde ich vorübergehen“ (2. M. 12, 13). Durch dieses Blut dürfen wir mit Freimütigkeit wahre Sicherheit genießen. In Hebräer 10,19-22 ist uns volle Gewißheit verheißen.
Der Ort der Scheidung. Davon redet die Schrift öfters, z. B. von zwei Wegen, zwei Pforten, zweierlei Jungfrauen vom Reich Gottes und von der' Finsternis. Der Mensch muß sich entscheiden. Das mußten auch Noah und seine Familie, sie mußten sich trennen von Freunden und Angehörigen. Entweder konnten sie in die Arche eingehen und am Leben bleiben, oder wie zahlreiche andere draußen bleiben und umkommen. Schon der Psalmist sagt: „Erkennet, daß der Herr den Frommen für sich absondert“ (Ps 4,3). Gottes Volk ist völlig von der Welt geschieden; es ist wohl in der Welt, aber nicht von ihr (Joh 17,14-16; 2Kor 6,14-18).
Der Ort der Versorgung. Gott hatte im voraus für alles gesorgt, nicht nur für Noah und seine Familie, sondern auch für die Tiere. Der Herr hat sogar den Seinen verboten, sich zu sorgen. Er selbst war arm, aber die Seinen litten keine Not. Das bestätigt Petrus und auch Paulus in Philipper 4,6; 1. Petrus 5,7. Gott war stets ein reicher Versorger Seines Volkes. Das bestätigen die 40 Jahre der Wüstenwanderung Israels, da Er ununterbrochen Sein Volk mit dem Manna, dem Brot vom Himmel, versorgte. Seine Gegenwart, die durch die Wolkensäule sichtbar war, genügte allen. David bezeugte im 23. Psalm: „Der Herr ist mein Hirte.“ Und weil Er mein Hirte ist, wird mir nichts mangeln. Mit dem Herrn ist nicht nur dieses „Hier ist gut sein“ auf dem Berge der Verklärung (Mt 17), sondern auch im Feuerofen weilt Er bei den Seinen. Luther hat gesagt: Es ist besser, mit dem Herrn in der Hölle zu sein, als ohne Ihn im Himmel.
Die göttliche Einladung: „Gehe in die Arche du und dein ganzes Haus“ (Kap. 7, 1). Gott selbst ist hier der Einladende. Oft hören wir die Rufe durch die Propheten (Jes 1,55). Er ruft die Abgewichenen zurück und will, daß alle eingehen. Unablässig tut es unser Herr noch heute.
Noah erließ den Gnadenruf 120 Jahre. Mußte nicht auch er klagen: „Wer glaubt unserer Predigt“ (Jes 53)? Viele sahen die Arche, kamen von weit her und bewunderten sie. Andere spotteten. Was nützt das Hören und Sehen, wenn das Eingehen fehlt? Heute würde die Arche von vielen photographiert, um sie als Wunderwerk zu zeigen: Manche nahmen sich vor, in elfter Stunde einzugehen, so wie der Schächer. Aber die Flut kam plötzlich, und wie der Herr sagt; raffte sie alle hinweg. Alle auf Golgatha sahen Jesus am Kreuz. Viele spotteten, einige aber schlugen an ihre Brust und glaubten an Ihn (Lk 23,47-49).
Die Annahme der Einladung. Noah machte den Anfang. Einer mußte ihn machen. Er machte ihn, weil er dem Wort glaubte: „Ich will eine Flut über die Erde bringen“ (Röm 13,11-14). Sein Weib folgte ihm, auch die Söhne und die Schwiegertöchter (Apg 16,31). Das Herz ist voll Dank, wenn alle eingegangen sind und auf der neuen Erde landen dürfen. Da singt man mit Spitta: O selig Haus, wo man Dich aufgenommen. Zu spät. Zu dieser Erkenntnis kamen viele und noch heute mancher Sterbende (Lk 13,26.27). Gott hatte die Tür verschlossen und Noah konnte sie nicht öffnen. Jede andere Zuflucht schlug fehl, denn die Wasser überstiegen die höchsten Berge (7, 15). Jede Zuflucht außer zu Jesus ist ein Trug (Joh 10,9). Da das Verschmähen solch ernste Folgen hatte, wie wollen wir entfliehen (Heb 2,2.3). Darum gehe ein in die Arche Jesus.