Alle vier Evangelisten berichten mit größter Sorgfalt alle Einzelheiten über den Opfertod des Herrn. Nichts ist vergessen. In Seinem Grabe werden Grabtücher und Schweißtuch getrennt erwähnt. Johannes weist auf dreierlei hin:
Auf den Ort der Kreuzigung, Golgatha.
Auf die furchtbare Art der Hinrichtung.
Auf die erstaunlichen Wunder, die auf Golgatha geschehen.
1. Der Ort des Todes Christi. Auf Golgatha Schädelstätte. Offenbar lagen Schädel und andere Teile menschlicher Skelette umher, die in Vorübergehenden Grauen erregen mußten. Sie stammten von solchen, die dort in unmenschlicher Weise gemartert und hingerichtet wurden. Golgatha zeigt uns:
Die Welt in die Jesus kam, ist ein Schauplatz des Todes. Hier liegen die Trophäen des Todes umher, ein Totenfeld, ähnlich dem des Hesekiel (lies. 37). Sie waren Beweise menschlicher Verkommenheit und Hilflosigkeit. Das ist der Zustand der Welt, in die der Seligmacher kam (Lk 19,10). Er hat durch Seinen Tod dem Tode die Macht genommen und uns damit Sein Leben geschenkt. Ja, Er kam in eine Welt des Todes in ein großes Golgatha, versunken in Verderbtheit und ewiger Gefahr, aus der sich niemand selbst retten konnte. Hier sehen wir ferner:
Menschliche Bosheit und Unglauben. Wir staunen, wie die Sünde zum Nutzen und zum Heil der Welt führte (Kp. 11, 50; Apg 2 23; Joh, 1, 29). Jesus kam in Sein Eigentum ‑ zu Israel, aber die Seinen nahmen Ihn nicht auf (1, 11). Sie haßten Ihn, stießen Ihn zur Stadt hinaus und kreuzigten Ihn. Er starb nicht auf einem israelitischen Altar, sondern außerhalb des Lagers. Nicht etwa nur, um Sein Leben für Sein Volk Israel zu geben, sondern auf dem gefürchteten Golgatha, wo man die Verbrecher aller Nationen richtete. Alle haben gesündigt und für alle starb Jesus. Das Lamm trug aller Sünde (1. 29). Beachte ferner:
Die Wirkung des Todes Christi. Er kam nicht für Gerechte, sondern um Sünder zur Buße zu rufen (Mt 9 13; 1Pet 3,18). Jesu Kreuzestod bringt allen Glaubenden Hoffnung. Zöllner und Sünder, Religiöse wie Nikodemus und Gottlose wie die Samariterin alle werden durch den Glauben an Ihn gerecht (1Kor 6,10.11; Röm 5,1). Einige wurden schon gerettet, während Jesus am Kreuz starb; der Schächer, der Hauptmann und andere (Lk 23,43.47, 48). Besonders aber an Pfingsten erfuhren viele den Genuß des Todes Jesu.
2. Die Art des Todes Christi. Kreuzigung war eine
römische Todesstrafe. Sie wurde nur an den schwersten Verbrechern geübt.
Diesen schmachvollen Tod erduldete Jesus freiwillig (Mt 20,19). Hier
wurde Er eins gemacht mit den verkommensten Sündern, mit solchen, die
selbst zugaben, diesen Tod verdient zu haben (Lk 23,41). Mit Mördern
wie Barabbas, Schlemmern wie Lot (1. Mose 19,30-38), mit Götzendienern
wie Ahab (1Kön 16,33), mit Dieben wie Achan (Josua 7). Welch eine
Liebe und ein Hinabsteigen (Joh 10,18), um alle zu retten (
3. Die erstaunlichen Wunder bei Jesu Tode. Nennen wir einige: Die dreistündige Finsternis. Die Sonne vermochte diesen Anblick nicht zu ertragen, sondern verbarg ihren Schein. Dabei erschraken gewiß alle und werden das schrecklichste Gericht befürchtet haben. Die Frommen werden gedacht haben, Gott greife selbst ein, um die Übeltäter zu strafen. Hier trat in jeder Weise die Macht der Finsternis zutage und war zugleich ein Fingerzeig, der auf das Ende des Sünders hinwies, auf die äußerste Finsternis (Mt 8,12). Aber Jesus starb, um uns aus der Finsternis in Sein Licht zu bringen. Selbst im Herrn war dicke Finsternis????????:
Sein Verlassensein von Gott (Mt 27,46), sie war der Höhepunkt all Seiner inneren Leiden.
Die Felsen erbebten. Als der Fels Christus starb, erbebten alle Felsen mit.
Die Gräber öffneten sich. Jesus hat durch Seinen Tod den Tod
überwunden, so daß er seine Beute herausgeben muß. Tod, wo ist dein
Stachel? Die offenen Gräber verkündigten Jesu Sieg. Welch ein Schrecken
muß alle, erfüllt haben (Heb 2,14.15; 1Kor 15,55-57). Bald werden
sich. wiederum die Gräber öffnen, wenn Jesus wiederkommt. Wird wohl dann
Ähnliches geschehen wie bei Seinem Tode (Mt 27,53;
Der Vorhang im Tempel. zerriß. Das war allein Gottes Tat, damit hat
Er durch Jesu Blut den neuen und lebendigen Weg geöffnet (