Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Lk 2,10-14 - Ein Telegramm aus dem HimmelLk 2,10-14 - Ein Telegramm aus dem Himmel
Die herrlichste Nachricht, die Gott den Menschen je hat zukommen lassen, ist dieses himmlische Nachttelegramm, wovon unser Wort redet. Es ist ein Freudentelegramm an eine in Finsternis und Todesschatten sitzende Menschheit. Wie Telegramme nicht das Alltägliche sind, besonders nicht für Menschen von der Art der Hirten, so war auch dieses Telegramm eine einzig dastehende Botschaft. Wenn wir ein Telegramm erhalten, so verstehen wir, daß es sich um eine wichtige Angelegenheit handelt, die sofortiges Aufmerken fordert und schließlich auf einen Entschluß drängt. Bei aufmerksamer Betrachtung dieses Telegramms tritt hervor:
1. Der Absender dieses Telegramms. Es ist nicht wie sonst ein Mensch, sondern der Vater droben, der Seinen Menschenkindern die froheste aller Botschaften mitteilen läßt, Tit 2,11. Ja wahrlich, Gott hat diese Welt sehr geliebt, Joh 3,16. Ist Er doch der Gott, gegen den wir so viel gesündigt, dessen Gebote wir wie Kot behandelt haben, ja dessen Feinde wir waren, Römer 5,10. In dieser Botschaft wird der herrliche Grundzug des Vaters geoffenbart, nämlich: Gott ist Liebe. Wir alle sollten ihm eiligst ein Dankestelegramm zurücksenden.
2. Der Überbringer des Telegramms.
Er ist ein Außergewöhnlicher, der Engel des Herrn. Welche Freude muß es
für ihn gewesen sein, diese Botschaft zu überbringen. Bei besonders
wichtigen Angelegenheiten hat sich Gott der Engel bedient, besonders in
Verbindung mit Seinem Sohne. Man denke an die drei wichtigsten
Botschaften: 1. an die in unserem Text, 2. an die der Auferstehung,
Mt 28,5, und 3. an die der Himmelfahrt, Apg 1,10-11. Auch Seine
nächste Ankunft wird durch einen Engel angekündigt werden,
3. Die Empfänger des Telegramms. Nicht die Großen,
nicht Herodes, auch nicht die Schriftgelehrten usw., sondern die
Einfachsten unter den Einfachen waren die Empfänger dieser groben
Freudenbotschaft. Nicht viele Weise, sondern was nichts ist,
4. Der Inhalt des Telgramms. Es war ein Telegramm von zirka 80 Worten, überbracht in glanzvoller Aufmachung und würdig dessen, von dem es kam und den es enthielt. Fürchtet euch nicht! Euch ist der Heiland, der Erretter geboren! Welche Freudenbotschaft für verlorene Menschen! Der Retter!
Der Retter aus unserer tiefen Schuld, Mt 1,21.
Der Retter aus unseren Sündenketten, Römer 7,24.25.
Der Retter aus dem Gericht, Joh 3,36.
Freue dich, Tochter Zion, freue dich, Sünder, denn der mächtige Retter ist geboren, der dich in die Arme zurückbringt, aus denen du durch Satans List geraubt worden bist!
6. Die Antwort auf das Telegramm. Eine so wunderbare Kunde erfordert eine Antwort. Was sagen die höchst erstaunten Hirten? „Laßt uns nun hingehen“. Sofort, unmittelbar nach dem Hören der Botschaft, inmitten der Nacht, während ihrer Arbeit, gehen sie hin. Solche Gnadenbotschaft darf man keine Minute auf Entscheid warten lassen, sie erfüllte ihr ganzes Herz und trieb sie zu diesem Retter und machte sie alles andere vergessen. Welch eine Belehrung für alle Zögernde! Wer aber einmal recht die Herkunft und den Inhalt der Botschaft beachtet hat, handelt gewiß wie die Hirten, der geht eilends zu Jesus.
6. Die Bestätigung. Sie fanden es so, wie es ihnen die Engel gesagt hatten. Sie fanden die verkündigte große Freude, Vers 20, und kehrten mit Lob und Anbetung zurück. Jeder, der zu Jesus kommt und Ihn erfährt, geht mit Lob und großer Freude davon, Apg 8,39. Ein jeder aber, der dies nicht tut, geht wie der reiche Jüngling betrübt davon, Mk 10,21. Mache es darum wie die Hirten und du wirst finden, daß das Heil in Christo so wunderbar und allbefriedigend ist, wie es dir Sein Wort versichert.
Was uns der Weisen Besuch lehrt. Mt 2.
Daß Gott verschieden zu Menschen redet:
Bei den Hirten durch Engel, Lk 2,9.
Bei Simeon durch den Heiligen Geist, Lk 2,26.
Bei den Weisen durch den Stern, Vers 2.
Daß die Wahrheit ernstlich gesucht werden muß.
Sie kamen aus großer Ferne.
Sie überwanden alle Hindernisse, suchten bis sie fanden.
Daß der Zweck der göttlichen Offenbarung Anbetung ist.
Sie fallen nieder und beten Jesus an, Vers 11.
Sie ehren Ihn mit würdigen Gaben, Vers 11.
Der Zweck der Fleischwerdung Jesu,
Daß wir erlöst würden, Vers 68.
Daß wir Rettung aus allen Nöten erführen, Vers 71.
Das wir Ihm dienen.
Wie? furchtlos, mit Frömmigkeit und Gerechtigkeit, Vers 74.
Wie lange? Alle Tage unseres Lebens, Vers 74.
Nr. 52.