Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Lk 19,1-10 - Eine Straßen‑Szene von JerichoLk 19,1-10 - Eine Straßen‑Szene von Jericho
Ein Blick in unsere Geschichte läßt uns sofort 2 Suchende erkennen, den suchenden Heiland und den suchenden Zachäus. Solchen ist das Finden verheißen (Mt 7,8). Dies erfuhr auch Zachäus am gleichen Tage, Lk 19,9. Wahre Gottsucher kommen stets zurecht, daran kann uns weder unsere eigene Ohnmacht und Unwürdigkeit, noch die ganze Welt hindern. Der Glaube bricht durch. Wer wie Zachäus oder wie jene Griechen Jesus zu sehen begehrt (Joh 12,21), der darf Ihn bestimmt erfahren, Heb 2,9. Durch ein „Siehe“ wird unsere Geschichte eingeleitet. So wollen auch wir hier sehen, was uns der Herr zeigen will.
1. Ein Heilsangebot, auf der Durchreise.
Jesu Kommen bringt stets Segen, ganz gleich an welchem Ort, ob in dem einst verfluchten Jericho (Jos 6,26; 1Kön 16,34), oder ob im lieben Bethanien (Joh 12). Zachäus hatte gewiß schon von Jesus gehört, denn großes hatte Er bereits dort getan (Mt 20,29). Auf der Durchreise hatte Er zwei Blinde geheilt, und diesmal will er einem verachteten Zöllner dienen.
2. Der Empfänger dieser Gnade.
Er war ein großer Sünder, Lk 19,7. Ein Oberzöllner, Vers 3. Ein Betrüger, Vers 8. Ein Reicher, und dazu unbefriedigt, Lk 19,3. Mit dem Reichtum konnte er sich wohl alles verschaffen, was dieses Leben befriedigt, aber nicht den Herzensfrieden. Die Reichen haben es besonders schwer, dies zeigt der Herr in Lk 18,24-27. Zachäus vertraute aber nicht darauf, und darum konnte er gerettet werden. Die Gnade strahlt am hellsten in den größten Sündentiefen. Zachäus durfte der Empfänger der großen Gnade sein, aber nicht nur Zachäus, sondern sie ist allen Menschen erschienen, Tit 2,11.
5. Glaubenshindernisse.
In der Bekehrung stoßen alle ausnahmslos auf Widerstände. Wie es keine schmerzlose Geburt gibt, so gibt es auch keine schmerzlose Wiedergeburt, Gal 4,19. Bei Zachäus lagen die Widerstände in 2 Richtungen
a) in seiner eigenen Person, denn er war klein;
b) in der Volksmenge, die auch schont den Blinden im Wege stand, Lk 18,36-39. Diese 2 bilden noch heute die Haupthindernisse zu Jesu zu kommen, aber Zachäus überwand beide. Er eilt voraus, klettert auf einen Baum und achtet nicht auf das Gelächter der Mitmenschen. Willig opfert er seine Stellung, Lk 19,8. Wer einmal erkannt hat, wer dieser hohe Gast ist, dem erscheint der Pöbel als nichts. Zachäus war die Weit gekreuzigt und er der Welt.
4. Suchende Liebe.
Den Nathanael sah der Herr unter einem Baum (Joh 1,48), und den Zachäus sah Er darauf. Der Herr sieht alles, und Seine liebenden Blicke bewirken Gnadenwunder. Man denke an Petrus, Lk 23,60-61. Jesus sieht nicht nur alles, er weiß auch alles, Joh 2,24-25, so wußte Er, wie es in Zachäus Herz aussah.
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Ein allwissender Blick. Wie der Herr jenen Mann mit dem Auge sah, Lk 22,10, so sah Er den Zachäus. Ihm ist alles bekannt, Joh 4,16; Heb 4,13.
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Eine herzliche Einladung. Vers 5. „Steige herab“, Off 3,20.
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Eine persönliche Einladung, Vers 5. „Ich muß bei dir einkehren“. Daran hatte Zachäus nicht gedacht. Der Weltenschöpfer ist der Freund der Sünder. Hier trafen ihn liebende Blicke. Stelle dich im Geiste unter das Kreuz und auch dich werden solch liebende Blicke anschauen und dich eilends zu Ihm rufen.
5. Ein einfacher Weg.
Zachäus wünscht Jesus zu sehen, aber er sollte mehr haben, er sollte Ihn in seinem Hause haben. Auf welchem Wege geschah dies? Steige eilends herab. Beachte wie Zachäus es tat.
a) Er tats sofort, er slieg eilends hernieder.
b) Er tats demütig. Er stieg hernieder. Viele wollen nicht hinabsteigen. Viele wollen auf Jesus herabschauen, aber das Wort gebietet uns aufzuschauen, Heb 12,2.
c) Er tats öffentlich. Er schämte sich nicht vor dem Volk, er beachtet ihr Gelächter nicht.
d) Er tats fröhlich. Er nahm Ihn auf mit Freuden. Gern wies er diesem hohen Gast den Weg. Aber während er den Herrn und die Seinen ins Haus brachte, brachte ihm der Herr das HeiI ins Haus, Vers 9, Lk 24,29 ff.
6. Früchte der Jesusaufnahme. Der einkehrende Herr hatte einen wunderbaren Gruß gesprochen. „Heute ist diesem Hause Heil widerfahren. Willst du Heil, Frieden, Freude, Trost etc., dann nimm Jesus auf, Joh 1,12. Er bringt all dieses frei und umsonst, Jes 55,1. Wie Petrus (Lk 5,18) so fühlte Zachäus seine ganze Unwürdigkeit diesem hohen Gaste gegenüber. Achte was Zachäus tat.
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Er bekannte seine Schuld, Vers 8. Das Bekenntnis der Schuld macht das Herz froh und leicht.
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Er machte alles wieder gut, Vers 8. Er handelte hierin nach dem Worte Gottes, 2. Mose 22,1-4; 4. Mose 7,7; 2Kor 7,10-11. Bekehrte richten sich nicht nach ihrer Demütigung oder nach ihrem Schamgefühl, sondern nach der Schrift.
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Er anerkannte, daß Gott ein Recht an seinen Güter habe. Jak 2,16. Er wurde reich an guten Werken, 1Tim 6,17-18.