Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Joh 20 - Sieben Wirkungen der Gegenwart des HerrnJoh 20 - Sieben Wirkungen der Gegenwart des Herrn
Die Sünde hat den Menschen in die Gottferne gebracht (
1. Das Schauen Seines Angesichtes (V. 20b). Da
wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Wer in der Gegenwart.
Jesu lebt, gewinnt beständig Blicke in Seine Herrlichkeit. In Seiner
Nähe erleben wir neue Offenbarungen, solche hatte Johannes auf Patmos
(Off 1). Siehst du auch immer neue Schönheiten am Herrn? Wächst du in
der Erkenntnis Christi Jesu? (1Pet 2,7; 2Pet 3,18; Kol 3,10).
In sie hineinzuwachsen war des Apostels sehnsüchtigster Wunsch (
Die Gewißheit des Glaubens. Sonst hätten sie sich nicht freuen können (V. 20). In Jesu Gegenwart wächst der Glaube (Heb 10,22) und das Herz wird fest (Heb 13,9). Jede neue Erfahrung mit Jesus wird dem Herzen zu einem lebendigen Beweis des Glaubens, weil es an die Gegenwart des Auferstandenen glaubt. Was wir brauchen, ist eine vermehrte lebendige Erfahrung der Auferstehung Christi und der daraus folgenden Kräfte (Phil 3,10; Gal 2,20). Christus lebt in mir, Er ist mein Leben. Ein solches Erleben der Auferstehung Jesu führt zur vollen Gewißheit des Heils (Heb 10,22) und der damit verbundenen vollen Gewißheit der Hoffnung (Heb 6,11). Dreimal schreibt der Apostel in 1Joh 5,18-20 „wir wissen“, und nicht wir hoffen dereinst. Aus der Gemeinschaft des Glaubens ergab sich für die Jünger:
Freude (V. 20b). „Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen.“ Die Gegenwart Jesu beglückt das Herz, es bezeugt mit David: „Vor dir ist Freude die Fülle“ (Ps 16,11). Das Evangelium kam mit Lobpreis von Engelheeren auf die Erde. Erlöste Menschen sollten darum Zeugen der großen Freude am Herrn sein. Als der Kämmerer das Heil erfahren hatte, zog er fröhlich seine Straße (Apg 8,39) ; ähnliches lesen wir vom Kerkermeister (Apg 16,34). Die Freude der Erlösten ist für die Welt ein Empfehlungsbrief Christi. Mit ihr kommt auch der
Friede. Zweimal haben wir in den Versen 19 und 20 den Ausspruch „Friede sei mit euch“. Gemeint ist nicht der Gewissensfriede, den hatten die Apostel, den erlangen alle durch den Glauben an Jesus (Röm 5,1), sondern gemeint ist der tiefe Herzensfriede mit Gott, der alle Vernunft übersteigt (Phil 4,6).
Wir dürfen zur völligen Ruhe in Jesus, unserem auferstandenen Herrn gelangen. Lies Heb 4, das Kapitel der Ruhe. Und der Herr selbst hat in Mt 11,29 Ruhe für die Seele verheißen. Die Gegenwart Jesu gibt uns den Frieden des Gemütes, den Frieden, den der scheidende Herr Seinen Jüngern verhieß: „Meinen Frieden gebe Ich euch“ (14, 27). Der Feind versucht beständig, diesen Frieden zu unterbrechen. Das ist in unserer gehetzten Zeit leicht möglich. Dieser Friede ist aber keine träge, genußsüchtige Untätigkeit, sondern macht uns zu Friedensboten (Jes 52,7). Ebenso gibt die Gegenwart Jesu das rechte Ruhen in Ihm. Nach dem Friedensgruß empfingen die Jünger einen
Auftrag. Gleich wie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch (V. 21). In Seiner Gegenwart empfängt man Aufträge (Jes 6,8). Tätige Gotteskinder sind keine Schlafmützen. Sie führen vor allem ein zielbewußtes anhaltendes Glaubensgebet (Jak 5,16). Der Auftrag besteht im Zeugendienst (Apg 1,8). Ferner in Wohltätigkeit an Armen und Kranken (Jak 1,27) ; in allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit (Eph 5,9), oft sogar in recht unscheinbarem Dienst, aber hoch geschätzt vom Herrn (Mk 12,41-44). Zum Auftrag gibt die Gegenwart Jesu auch die so nötige:
Ausrüstung. Jesus blies die Seinen an und sprach: „Empfanget heiligen Geist.“ Da Pfingsten noch bevorstand, ist wohl hier noch an ein Empfangen im alttestamentlichen Sinne zu denken. .(Vgl. 2. Mose 31,3 mit Ri 11,29). Zu jedem Dienst reicht der Herr die erforderliche Kraft dar. Von den beiden Zeugen, Paulus und Barnabas, die der Herr zu einem speziellen Dienst aussandte lesen wir in Apg 13: „ . . . sie nun ausgesandt vom Heiligen Geist“ und in V. 9 „Saulus aber voll Heiligen Geistes“. Vor jedem Dienst dürfen wir uns neu mit dem Hl. Geiste ausrüsten lassen. Mit unserer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren, sang schon Martin Luther. Aus dieser Kraft fließt auch die nötige
Autorität (V. 23). „Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen.“ Gott allein ist die Quelle aller Autorität. Die hat der Herr noch vor Seiner Auffahrt in Mk 16 verheißen. Wer in Jesu Gegenwart lebt, hat Vollmacht (Joh 1,12). Solch göttlich gewirkte Autorität findet dann auch vor Mitmenschen ihre Anerkennung (Röm 14,18 vergl. Apg 5,3-5.9).
Das alles sind Heilsgüter des Herrn für die, welche in Seiner Gegenwart leben , (Ps 89,16). Wohl dem Volk, das Jauchzen kann. Darum sagt Gott: „Wandle vor mir“ (1. Mose 17,1).
Kurze Skizze nach Erich Sauer.