Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Mk 13,33 ‑37; Lk 19,12 - Der scheidende HerrMk 13,33 ‑37; Lk 19,12 - Der scheidende Herr
Das vor uns liegende Gleichnis ist von weitgehender Schau und geht über unsere gegenwärtige Zeit hinaus. Der Mensch des Gleichnisses ist unser Herr. Er verläßt Sein Haus „ Israel“, denn in das war Er nach Johannes 1,11 gekommen, aber die Seinen nahmen Ihn nicht auf. In den vorherigen Versen mußte Er Israel schwere Gerichte ansagen. Hier sagt Er, was Er weiter vorhat. Er geht in ein fernes Land und nimmt ein Reich ein. Das ist Sein gegenwärtiges Wirken durch Seine Knechte. Betrachten wir einige Einzelheiten.
Ein schöner Vergleich. Nach dem Gleichnis in Lukas 19,12 vergleicht sich der Herr mit einem Edlen, einem Hochgeborenen. Er zieht in ein fernes Land und überläßt Sein kostbares Gut Seinen Knechten, die Er zur Bearbeitung Seines Grundbesitzes benötigt. Einer ist verantwortlich für Seine Felder, ein anderer für Seine Wälder, ein anderer für Seine Herden und Mägde und für den Haushalt usw.
Er sammelt Seine Knechte um sich. Mit ihnen bespricht Er Sein Vorhaben. Wer denkt nicht dabei an die Abschiedsreden Jesu in Johannes 13-17, da Er ihnen die letzten Anweisungen gab und sagte: „Ich gehe zum Vater und komme wieder“ (Joh 14,1 ff). Wir erinnern uns an Jesu letzten Erdentag und achten, was Er tat:
Er erteilte Befehle. Nach Lukas 24,47-49 befahl Er ihnen, Buße zu predigen. Nach Apostelgeschichte 1,8 sollten sie Seine Zeugen sein. Er wies sie auf die ihnen bekannten Arbeitsfelder Jerusalem, Judäa, Samaria hin. In Matthäus 28,17-20 erweitert Er den Befehl, bis an die Enden der Erde zu gehen. Dies ist auch geschehen (Röm 15,19). Ferner befahl Er ihnen zu warten, bis daß sie mit Kraft aus der Höhe angetan seien. Dann schied Er von ihnen in das ferne Land.
Die nötige Ausrüstung. Kein Soldat zieht ohne
Ausrüstung in den Kampf. In Johannes 17 sagte der Herr siebenmal: „Ich
habe ihnen gegeben“. Und als Er sie das erste Mal nach Matthäus 10,10
aussandte, gab Er ihnen große Vollmachten. Begeistert ob ihres Erfolges
kehrten sie zurück (Lk 10,17). Die neue Ausrüstung war unendlich
größer. Er rüstete etliche aus zu Aposteln, Propheten, Evangelisten,
Hirten und Lehrern. Kein Gotteskind ist ohne Gaben. Die wertvollsten
Gaben zum Dienst erhielten wir alle bei der Wiedergeburt: den Heiligen
Geist und die Liebe, die reichlich in unsere Herzen ausgegossen worden
sind (Tit 3,6; 1Kor 13,13). Sie bilden die Grundlage aller Gaben.
Der Herr hat gar noch Arbeit für körperlich Behinderte. Man denke an 1. Petrus 2,9; Offenbarung 1,5. Diese Dienste können in der Stille getan
werden. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß genannte Stellen nur
solche angehen. Im Gegenteil, sie sind für alle, ein jeder hat Gaben und
damit auch Aufgaben. Wecke sie, falls sie in dir schlummern (
Worin besteht das Werk, das der Hausherr Seinen Knechten anvertraut hat? Dem Herrn liegt Seine Gemeinde am Herzen. In Psalm 16,3 lesen wir, daß Er an ihr Seine Lust hat. Er hat sich diese mit Seinem Blut teuer erworben (Apg 20,28; 1Pet 5,2). Ihm zu dienen an Armen und Kranken ist ein Vorrecht. Vergiß nicht, daß dein Geld, deine Zeit nicht dir, sondern dem Herrn gehören. Wir wollen einander anreizen zur Liebe (Heb 10,24). Es ist täglich an uns zu fragen: „Herr, was willst du daß ich tun soll?“ (Apg 9,6.) Vergessen wir nie die vornehmste aller Gaben: die Liebe. Wer in ihr versagt, ist «nichts (1Kor 13,2). Auch uns fragt Jesus: Hast du mich lieb? (Joh 21,17.) Nur solche können Ihm dienen, die einander lieben, gleich wie Er uns geliebt hat (Joh 13,34).
Eine wichtige Frage. Wohin ist der ausreisende Herr gegangen? Er hat es selbst gesagt: „zum Vater“ (Joh 14,1). Er beschäftigt sich mit den Seinen in Fürbitte (Heb 7,25). Wie Er damals der sturmbewegten Jünger gedachte, während Er auf dem Berge für sie betete, fleht Er jetzt für die Seinen aus höchster Höhe (Mk 6,48). Er ist beständig mit ihrem Wohlergehen beschäftigt. Tun wir auch dasselbe für die Seinen? Was sagt der scheidende Herr noch?
Ich komme wieder (Joh 14,3). Sein Wort dieses Abschnittes geht zunächst Israel an. Aber laßt es uns auf das Nächstliegende anwenden, auf Sein Kommen für Seine Gemeinde. Er kommt, um sie heimzuholen und zu belohnen. Darauf freute sich Paulus (1Kor 3,10-15; 2Kor 5,10). Daß doch niemand bloß erfunden werde, sondern einen reichen Eingang habe (2Kor 5,3).
Wie kommt der Herr? In welcher Stellung erwartet Er
uns? (Mt 25,13)? Er kommt plötzlich (Mt 24,44). Wird Er uns bei der
anvertrauten Arbeit finden? (Mt 6,33.) Beschäftige dich mit Ihm, dann
ermattest du nicht (Heb 12,3). Wachend (V. 35) zu sein unterließ
Petrus und fiel. Ahme betend (V. 33) Jesus und die Apostel nach (