Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Joh 10,1 ‑14 - Der gute HirteJoh 10,1 ‑14 - Der gute Hirte
Laßt uns fortfahren in dem schönen Bild des guten Hirten. Er ist nicht ein Hirte, sondern der eine gute Hirte, ja weit mehr. Er ist der große Hirte und der Erzhirte (Heb 13,20; 1Pet 5,4). Wie verblassen neben Ihm die großen Religionsstifter. Keiner von ihnen starb für die Schafe, vielmehr entführten sie sie dem guten Hirten. Alle die sich als Hirten ausgaben, nennt der Herr beim rechten Namen, Diebe, Mörder, Mietlinge, Wölfe. Der gute Hirte aber lebt nur für das Wohl der Schafe, ja mehr, Er stirbt für sie. Bei Ihm finden sie alles.
Sie finden Weide (V. 9; 1Chr 4,39.40;
Sie sind geborgen im Hirten. Er kennt jedes einzelne Seiner Schafe mit Namen. Er kennt alle ihre Bedürfnisse (Phil 4,19; 2Tim 2,19). Er weiß, wo das einzelne wohnt (Apg 9,11; 10,5.6). Er kennt auch. ihre Umstände (Off 2,13). Schafe werden oft gekennzeichnet, und wir tragen das Siegel Seines Geistes (Eph 1,13). Ihre Namen sind sogar im Himmel angeschrieben (Lk 10,20). Groß wird die Überraschung sein, wenn sie ihren neuen Namen erfahren werden (Off 2,17). Er ruft die Seinen mit Namen (Jes 43,1). Er weiß auch, wo Schafe einsam sind wie Jakob, und besucht sie (1. Mose 28). Er sieht die in Gefängnissen und rettet sie (Apg 12). Auch weiß Er, ob etwa eins unter die Mörder gefallen ist (Lk 10,32-35). Hier sagen, wir staunend mit David: „Solche Kenntnis ist mir zu wunderbar“ (Ps 139,6). Sie wissen, daß der Hirte für sie gekommen ist (1. .Joh 5,20; 2Tim 2,12):
Das Wissen der Schafe. Sie kennen ihren Hirten (V. 16). Sie lassen sich nicht durch die Hirtentracht irreführen, weil sie des Hirten Stimme kennen. Einem Fremden folgen sie nicht. Dieser Stimme Liebesruf galt erst Israel (Mt 15,24), aber Israel stieß Ihn hinaus (Lk 4,28.29; 1904). So wandte sich der Hirte an einzelne irrende Schafe, wie z. B. zu dem Blindgeborenen, der Ihn als den guten Hirten erkannte und Ihm folgte. Seine Schafe sind vertraut mit Ihm, mit Seiner Stimme, wie eine Maria Magdalena, oder die Jünger am See (20, 16; 21, 7). Sie haben nur einen Wunsch, Ihn besser kennenzulernen (Phil 3,10; Joh 17,3).
Das große Opfer des Hirten. Der Hirte läßt Sein Leben für die Schafe. Mehr konnte Er ihnen nicht geben (11.12.15.17.18; 1Joh 3,16). Dadurch unterscheidet Er sich von allen andern. Niemand hat größere Liebe, als daß er sein Leben läßt für seine Freunde (15, 13). Aber Er hat uns geliebt, da wir noch Feinde waren (Röm 5,10). Dazu hat Er sich schon vor Grundlegung der Welt bereit erklärt (Off 13,8). Jesus bekennt, daß der Vater Ihn allezeit liebe, aber besonders darum, weil Er des Vaters Wunsch erfüllte, Sein Leben für die Schafe zu geben. Nichts erfreute den Vater mehr als das stellvertretende Opfer Christi für die verlorenen Schafe. Er hat sie sich teuer erworben (Apg 20,28). Das bezeugte der Vater sowohl bei Christi Taufe als auch bei Seiner Verklärung. Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich all mein Wohlgefallen gefunden habe (Mt 3,17; 17,5). Jesus starb für das Heil aller (1, 29; 1Joh 2,2).
Der vorbildliche Hirte. Er geht den Schafen voran
(Ps 78,52). In unsern Ländern gehen die Hirten hinter den Schafen, her,
treiben sie. Anders ist es im Orient, dort geht der Hirte vor den
Schafen her. Unser Hirte ist den Schafen ein Vorbild. Sie alle blicken
auf Ihn. Das erwartet auch der gute Hirte von allen, die angeben, die
Herde Christi zu weiden, sie sollen, ihnen ein Vorbild sein (
Der gute Hirte führt die Schafe auf rechter Straße. Er umgibt sie mit Hirtensorgfalt, Güte und Treue. Das tut Er in ganzer Hingabe bis auf Sein Leben, Sein Blut. Alle, die Christi Herde weiden, sollten oft 1Pet 5,2-4 lesen.
Der Hirte bewahrt die Schafe. Er geht nicht nur vor ihnen her und weidet sie, sondern hält sie in Seinen starken, liebevollen, durchgrabenen Händen. Alle Heiligen sind in Seinen Händen (5. Mose 33,3). In Seinen Händen will sagen, umgeben von Seiner Allmacht, unter Seinem Schirm und Schutz. Kein Feind vermag sie aus Seinen Händen zu reißen. Der Vater hat sie in die Hände des guten Hirten gelegt. Die Schafe haben noch mehr, das Leben des guten Hirten, das ihnen für immer. sicher ist. Die Schafe sind aber nicht nur in der Hand des guten Hirten, sondern Er trägt sie auf seinem Busen (Jes 40,11). Sie sind, wie der Dichter es so schön sagt „Sicher in Jesu Armen, sicher an Seiner Brust, ruhend in, Seiner Liebe, da find ich Himmelslust.“
Ihre Sicherheit erhöht sich, indem sie sich in des Vaters Hand befinden. Niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen (29).
Die Schafe haben die große. Verheißung, daß sie nimmermehr umkommen (V. 28). Schließlich führt sie der Hirte in die oberen Hürden (V. 16).