Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Joh 21,15 ‑25 - Hast du Mich liebJoh 21,15 ‑25 - Hast du Mich lieb
Diese Frage wird oft, besonders an junge Mädchen in der
entscheidenden Stunde ihres Lebens gestellt und führt bei einer rechten
Antwort zu dem schönsten Ergebnis. Hier stellte sie der Herr. Zunächst
galt sie Petrus, im weiteren Sinne richtet Er sie an uns alle. Hier ging
der Herr Seinen irrenden Jüngern nach. Einst hatte Er sie von den Netzen
weggerufen und zu Menschenfischern berufen (Lk 5,10.11;
Eine Einladung. Solche hat der Herr oft ausgesprochen. Hier galt sie den Jüngern zu einem Frühstück. Plötzlich saßen sie am gedeckten Tisch ihres Herrn, und zwar am Kohlenfeuer. Das Feuer der Reue brannte gewiß im Herzen des Petrus heißer als das, an dem er saß. Es mußte ihn an Joh 18,18 erinnern. Einst sagte jemand: „So oft ich an diesem Haus vorbei gehe, muß ich an frühere Sünden denken.“ Gewiß hat auch Petrus bei jedem Hahnenschrei, den er hörte, an jenes Erwachen mit Tränen gedacht (Mt 26,34). Was das Tischgespräch war, wissen wir nicht, aber gewiß wurden ihre Herzen brennend, wie jener am Tisch in Emmaus (Lk 24,32). Petrus blieb das Mahl unvergeßlich (Apg 10,41). Weise Seelsorge. Die wollen wir hier von unserem Herrn lernen: 1. In einem reichen Fischzug; z. Durch ein Mahl. Erst nachdem Er ihre täglichen Bedürfnisse gestillt hatte, nahm Er sie beiseite. Der Herr stellt niemanden bloß (Joh 8,11; Mt 9,22)
Wie einst Hosea, lockte Er Petrus in die Wüste (Hosea 12,5; 1. Mose 32,24; 1Sam 9,27). Jona mußte der Herr noch tiefer führen (Jona 2).
Der Herr weiß wie, wo und wann er Verirrten zurechthelfen kann (
Liebe zum Herrn ist auch das Mittel, vor Sünde bewahrt zu bleiben. Das hat Joseph vorbildlich bewiesen (1. Mose 39,9; Spr 8,13). Liebe zum Herrn hält uns in der Demut, hilft uns andere höher zu achten als sich selbst. Liebe zum Herrn gibt Kraft im Dienst und Mut in allen Stürmen (Apg 4,19.20).
Viele Leser machen Jesu Worte: „So ich will, daß er bleibe, bis ich komme“ Mühe. Dürfen sie nicht in Off 1,13 ff. und Kap. 4 beantwortet sein, da Jesus dem Johannes in verherrlichter Gestalt auf Patmos erschien und er sehr erschrak (Off 1,7).
Ein ernstes Schlußwort. Nach Kap. 13, 37 wollte Petrus für den Herrn sterben, und hier deutet der Herr in V. 18 seinen Sterbensweg an. Die größte Ehre eines Dieners Gottes ist der Märtyrertod, und den hatten Petrus und die andern Apostel erduldet mit Ausnahme von Johannes. Diesen Tod zu sterben war die Sehnsucht des Apostels Paulus (Phil 1,20). Es scheint mir, als wolle Paulus damit sagen: „Sollte ich den Märtyrertod sterben, so gratuliert mir.“ Echte Jesusliebe wünscht in allem dem Meister gleich zu sein.