Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Lk 16,22 - Was kommt nach dem Tode?Lk 16,22 - Was kommt nach dem Tode?
Es gibt kaum eine Frage die den Menschen soviel beschäftigt, als diese; es gibt aber auch kaum eine, die Gottes Wort so deutlich beantwortet. Amos rief einst Israel zu: Schicke dich an und begegne deinem Gott. Wer dies getan hat, der freut sich wie Paulus bei Christo zu sein. Phil 1,23; 2Kor 5,1 u. schaut sehnsüchtig nach dem Himmel, wie ein Petrus, 2Pet 3,13. Und mit welcher Bewunderung schaute Johannes den Zustand der Erlösten, Off 7. Er sah das Lamm, den Thron u. die Erlösten davor, samt den Miriaden hl. Engel u. hörte ihrem Lobgesange zu. Er sah Gott selbst wie er der Heiligen Tränen abwusch. Ihm gleich zu sein, Seine Herrlichkeit zu sehen, 1Joh 3,2; Joh 17,24; die Wohnungen des Vaterhauses zu beziehen, Joh 14,1 sind einzig Dinge, die Gottes Volk besitzt. Dagegen ist unser Wort furchtbar ernst, wenn wir die Gegenseite reden lassen. Was gibt es nach dem Tode?
1. Nach dem Tode gibt es ein Weiterleben. Beide, der reiche wie der arme Mann, lebten hienieden ihr Leben gut oder böse, aber der Herr zeigt uns nicht nur ihr Diesseits, sondern auch ihr Jenseits. Der Tod ist das Teil aller. Er bringt sanfte Erlösung den Gläubigen, Vers 22 u. 25, aber unsagbare Qualen dem Gottlosen, 23 und 25. Armut ist oft das irdische Los der Gläubigen, Vers 20, aber umso herrlicher ist ihr Leben nach dem Tode. Der Reiche u. Arme starben beide. So verschieden nun ihr Leben hienieden war, so war es auch dort.
2. Nach dem Tode gibt es offene Augen, Vers 23. Welch ein Anblick waren für den Reichen Abraham u. Lazarus. Hienieden sah er oft den Armen vor seiner Tür, plötzlich vermißt er ihn u. er hat sich gewiß nicht damit beschäftigt ob u. wie er ihn wiedersehen werde. Lazarus bedurfte nun nichts mehr, aber der Reiche entbehrte alles. Beneiden wir nur nicht die Reichen. Der Kaiser geht ohne Krone u. der Reiche ohne sein Geld in die Ewigkeit. Welch eine Wohltat, hier schon offene Augen zu haben! Dafür sendet uns Gott seine Diener, Apg 26,17, die uns die Augen öffnen, um uns mit Gott zu versöhnen, 2Kor 5,19, u. um uns vor dem kommenden Zorn Gottes zu retten. 1Thes 1,10 b.
3. Nach dem Tode gibt es unbeschreibliche Qualen, Vers 23. Wie erschütternd ernst redet Gottes Wort in vielen Stellen davon. Man denke an den Feuersee, in den der Drache, der falsche Prophet u. das Tier (Antichrist) geworfen werden, Off 21,10. Oder wie furchtbar beschreibt die Schrift das Ende der Nachfolger des Antichristen, Off 14,14 ff. Der Herr selbst redet von dem Wurm, der nicht stirbt, ähnliches sagen Paulus u. Petrus, 2Thes 2,9; 2Pet 3,10; Jud 14-15.
4. Nacht dem Tode betet man noch. Vers 24. Der reiche Mann betet, doch dort finden Gebete keine Erhörung mehr. Wenn die unter der Wucht des 6. Siegels stehenden Menschen die Berge um Deckung anrufen vor dem Zorne des Lammes, Off 6,16-17, wo es sich doch nur um irdische Gerichte handelt, wieviel mehr erst wird dies in der Hölle der Fall sein?. Verschiebe dein beten nicht auf die Ewigkeit. Dort gibt es weder Labsal (Wasser) noch Befreiung. Selbst die Fürbitte findet dort keine Erhörung, Vers 27.
5. Nach dem Tode gibt es eine unüberbrückbare Kluft, Vers 26. Wie einst Gott hinter Noah zuschloß und keiner mehr in die Arche konnte, so gibt es auch dort eine Kluft. Hienieden hatten es oft Menschen kaum einen Tag aus geschieden zu sein, darum denke an die kommende Ewigkeit! Solche Gedanken sollten den Unbekehrten erschüttern und den Bekehrten zur Fürbitte aufrütteln. In jedem Falle werden wir uns entweder dies- oder jenseits der Kluft befinden.
6. Dort gibt es ein aufgewachtes Gewissen, Vers 35. Gedenke, Sohn! Woran? An das einst bequeme Leben. An das Leben ohne Gott, an das Leben der Sünde, an die Not der Armen, an denen du vorüber gegangen bist, an die vergeudeten Gelegenheiten, an den einst anklopfenden Herrn und an das große Opfer, das Er einst für die Sünde brachte, das du Sünder verschmäht hast.