Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Joh 5,25 ‑30 - Verschiedene AuferstehungenJoh 5,25 ‑30 - Verschiedene Auferstehungen
Bis in unsere Tage gibt es zahllose Menschen, die wie die Athener spotten, wenn sie von der Auferstehung der Toten hören (Apg 17,32). Nicht nur Verstandesmenschen, sondern selbst Hesekiel fragte erstaunt: Werden diese leben? (Hes 37). Die Auferstehung der Toten ist das größte Wunder Gottes. Man kann sie nicht mit dem Verstande erfassen, aber wir glauben es, weil Gott es gesagt hat. Er ist allmächtig! Die Auferstehung war das Hauptthema der apostolischen Wortverkündigung (Lies vor allem 1Kor 15). Der Tod und die Auferstehung Christi sind die zwei Eckpfeiler unseres Glaubens (1Kor 15,14.17).
Es kommt die Stunde. Welche? Die der Auferstehung der Toten. Nach V. 25 und 28 redet Jesus von zwei Auferstehungen. In V. 25: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören, und sie werden leben.“ In V. 28 spricht Er von einer kommenden Auferstehung, da die Toten aus ihren Gräbern hervorgehen werden.
Was meint wohl Jesus mit der Stunde, die jetzt da ist? Kaum die, da Er Tote auferweckte, wie Jairi Töchterlein, den Jüngling zu Nain oder Lazarus, denn diese sind wieder gestorben. Jesus meint offenbar die Toten in Sünde (Eph 2,1), die Unbekehrten, denen Er predigte. Die Juden hörten Jesu Stimme, aber glaubten nicht, darum mußten sie, wie der Herr bezeugt, in ihren Sünden sterben.
Auch wir sind von Totengebeinen umgeben wie Hesekiel, und haben den Befehl, ihnen zu predigen wie er. Da Jesus sagt, daß jetzt die Stunde da ist, da die Toten, die Unbekehrten die Stimme Gottes hören sollen, so wollen wir sie sie hören lassen. Das Wort, das am Pfingsttage Spötter, und später einen Kerkermeister zur Frage drängte „was soll ich tun, daß ich selig werde“, ist noch heute lebendig und kräftig (Heb 4,12). In Joh 17,20 betet Jesus für diejenigen, die durch unsere Verkündigung an Ihn glauben. Er sichert uns Frucht zu. Nach Hes 3 sollen wir die Ungläubigen warnen.
Was meint Jesus mit der Stunde in V. 28, da alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden? Mit dieser Stunde meint Er die Auferstehung aller Toten, die am jüngsten Gericht vor dem weißen Throne stehen werden (Off 20,11-20). Da die Schrift noch von anderen Auferstehungen redet, wollen wir sie der Reihe nach nennen.
Die Auferstehung der Heiligen in Mt 29,52.53. Wir lesen: „Und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt, gingen in die hl. Stadt und erschienen vielen.“ Was mit diesen geschehen ist, wissen wir nicht. Ob sie mit Jesus gen Himmel fuhren, wird nicht gesagt. Aber wer kann sich den Schrecken derer vorstellen, die einen Besuch ihrer Verstorbenen erhielten?
Die Auferstehung der Toten bei der Entrückung. Von
ihr lesen wir in 1Kor 15,51-58; 1Thes 4,13-18. Die Posaune
Gottes wird erschallen, und die Toten in Christo werden auferstehen.
Plötzlich werden alle Friedhöfe wimmeln von auferstandenen Heiligen. Wir
sind überzeugt, obwohl die Zahl der Gläubigen klein ist, daß doch im
Laufe der Jahrhunderte viele in Christo entschlafen sind. Vielleicht
werden viele dieser Auferstandenen wie damals bei Christi Auferstehung
den ihren erscheinen. Wir sagen vielleicht: Ob so oder anders, wird in
jedem Falle der Schrecken der Zurückgebliebenen groß sein (
Die Auferstehung der zwei Zeugen. Über diesen interessanten Gegenstand lesen wir in Off 11. Es sind jene zwei geisterfüllten Männer, die in den Tagen des Tieres (Antichristen) den bedrängten Heiligen beistehen und dem Tiere furchtlos widerstehen werden.‑ Wenn sie aber ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier sie töten, Gott aber wird sie am dritten Tage vor all ihren Gegnern auferwecken, zum Schrecken aller, die sie umringen. Sie werden vor allen in den Himmel hinaufsteigen. Die Wirkung dieser Auferstehung wird, inmitten schrecklichster Gottlosigkeit, die sein, daß sie Gott die Ehre geben.
Die Auferstehung am jüngsten Tage. (Off 20, i1‑20.) Sie wird die bedeutendste aller Auferstehungen sein. An jenem Tage werden alle seit Adam auferstehn. Jesus sagt in V. 28, .daß alle, die in den Gräbern sind, werden Seine Stimme hören.“ Diese Auferstehung wird auch oft das jüngste Gericht genannt. Alle, die nicht an der ersten Auferstehung teilhatten, werden vor dem Richter (Jesus) auf dem weißen Throne erscheinen müssen und an Hand der Bücher gerichtet werden. In V. 29 redet Jesus von zwei Klassen, und ebenso werden zwei in Off 20 genannt. Diejenigen, die nicht im Lebensbuch stehen und in den Feuersee geworfen werden. Da die Rede von solchen ist, deren Namen nicht im Lebensbude steht, müssen auch andere dort sein, die im Lebensbuche stehen. Doch auch darüber folgt ein gesondertes Blatt.
Was wollen wir von dem allen lernen?
Die Macht Christi anbeten, die so Großes tun wird.
Den Befehl Christi erfüllen, da jetzt die Stunde da ist, unserer Umgebung das Evangelium zu bringen.
Uns freuen auf den Tag unseres Heimganges und auf das frohe Wiedersehn mit denen, die uns im Glauben vorausgingen.
Uns ernstlich fragen: Steht mein Name im Lebensbuche?