Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Mt 7,24 ‑29 - Zwei ArchitektenMt 7,24 ‑29 - Zwei Architekten
Der Herr weist in der Bergpredigt auf viele höchst wichtige Wahrheiten hin. Er lehrt, was den Menschen wahrhaft glücklich macht (Mt 5,1-12). Ferner redet Er von der größten Notwendigkeit zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten (6, 33; Joh 3,3). Schließlich von dem breiten und schmalen Weg, und ermahnt die Hörer ernstlich, durch die enge Pforte zu gehen.
Der Herr hebt immer zwei Gegensätze hervor: hören und tun. Erwähnen wir nur einige: Splitter und Balken; Perlen und Säue; Brot und Steine; Fische und Schlangen; Trauben und Dornen; Schafe und Wölfe; Fels und Sand. Sie alle gehen Hand in Hand mit den zwei Klassen von Zuhörern, die einen, die nur hören, die andern, die hören und handeln, das Gehörte verwirklichen (Jak 1,22). Mit dem Bild der zwei Architekten beschließt der Herr die Bergpredigt und macht nochmals die Hörer auf den Kern der Sache aufmerksam, von Herzen zu glauben.
Die zwei Architekten. Viele meinen, daß der Herr selbst vom Baufach war. Er war Zimmermann. Auch Paulus nennt sich Baumeister (1Kor 3,10). Jeder Bekehrte ist es (2Kor 5,1).
Beide erkannten die Notwendigkeit, ein Haus zu bauen. Sie begehrten ein Heim, Unterkunft vor Regen, Sturm, Frost und Hitze. Hörer des Wortes sind oft vom Wort tief bewegt, besonders, wenn die Rede vom Gericht ist (Apg 24,25), aber sie handeln wie Felix; hier aber baute auch der Törichte.
Beide waren in der Baukunst befähigt. Sie kannten die Theorie gut. Viele Hörer wissen Bescheid über Buße, Glauben und die kommende Welt, aber sie beschreiten nicht den einzigen Weg (Apg 4,12). Der Herr aber sagte in Joh 13. 17, daß nur der Handelnde gerettet wird.
Beide harrten aus und vollendeten ihr Werk. Der Törichte machte es nicht wie jener in Lk 14,29, nein, er vollendete sein Haus. Die klugen und die törichten Jungfrauen glichen sich sehr und doch war eine unüberbrückbare. Kluft zwischen ihnen.
Die zwei Häuser. Der große Unterschied zwischen diesen zwei Architekten lag wohl darin, daß der eine seinen Bau viel früher vollendete als der andere.
Der Törichte baute viel schneller als der Kluge. In Lk 6,48 lesen wir, daß der Kluge einen tiefen Grund legte, ja in den Felsen hinein meißelte. Diese Mühe scheute der Törichte. Bald hatte er sein Haus unter Dach, während der Kluge oft über die geringen Fortschritte seufzte.
Der Törichte baute mit viel weniger Mühe. Das Grundlegen gab ihm zuviel Arbeit und kostete viel Schweiß. Es gab auch viel Schutt wegzuräumen. Diese Mühe machte sich der Törichte nicht. Er benötigte keine Sünden zu bekennen (1Joh 1,9). Der Törichte wurde oft unsicher. Schöne Tapeten halten den Bau nicht zusammen. Fromme Wandsprüche sind kein Ersatz für das Wort im Herzen. Alle Heuchler reden fromm, aber diese Farbe verbleicht in der Sterbestunde.
Je höher der Törichte baute, um so banger wurde ihm. Oft merkte er die Nachgiebigkeit des Sandes, worauf er gebaut hatte. Obwohl mancher Glied einer gläubigen Gemeinde ist mitsingt und betet, fühlt er doch die innere Leere. Es fehlt die Herzensbuße, die geordnete Vergangenheit, sein Haus ruht nicht einzig auf dem Felsen Christus und Seinem Werk auf Golgatha. Der Herr sieht bei ihm das Blut nicht (2. Mose 12,13), und ohne dieses gibt es keine Vergebung.
Der große Unterschied des Bauens des Klugen lag im Untergrund. Sein Haus ruhte auf dem Felsen und dieser ist Christus (1Kor 10 4; 3 11). Wer darauf baut, ist sicher. Weil dieser beim Törichten fehlte, so gab es bald Risse in den Wänden. Anstatt daraus zu lernen und frisch zu beginnen, klebt er schöne Tapete über die Risse. Welch ein Selbstbetrug.
Die Prüfung der zwei Häuser. Ob dein Glaube echt oder unecht ist, wird der Tag offenbaren (1Kor 3,13). Oft kommt schon in diesem Leben die Prüfung, wie es dieses Bild zeigt, da der Mensch noch Gelegenheit hätte, das Wichtigste nachzuholen. Hier geschah es in dreifacher Weise. Der Platzregen fiel. Dieser gleicht der Prüfung von oben. Hiob bestand sie gut, aber nicht seine Frau (Hiob 2 9. 10). Auch Abraham bestand sie vorzüglich (1. Mose 22). Wenn Gesundheit, Reichtümer und Freunde schwinden, die Frommen nicht mehr helfen, dann vergeht vieler Frömmigkeit wie der Schnee an der Sonne.
Ströme kamen ‑ Ströme von Verkennung und Verfolgung; rühmst du dich dann noch allein des Kreuzes wie Paulus (Gal 6,14), oder gehst du traurig davon wie der reiche Jüngling?
Die Winde wehten. Satan entfacht Stürme (Hiob 1,19). Wenn er mit Winden falscher Lehre kommt, wie Bibelforscher u. a., stehst du dann allein auf dem Wort, und besiegst ihn? Eph 2,2.
Zwei Resultate. Die Stürme tobten, der Platzregen fiel und umströmte das Haus des Klugen, aber es fiel nicht, weil es auf den Felsen gebaut war. Der Kluge war nicht nur geborgen und sicher, sondern er freute sich in seinem Hause. Alle die auf dem Felsen Jesus Christus ruhen sind sicher (Ps 125,2; Röm 5,1-3), Großen Gegensatz zeigt der Törichte. Platzregen, Stürme und Ströme hinterließen nur noch einen Trümmerhaufen. Er selbst stand obdachlos in Sturm und Wetter. Leser, hast du völlige Sicherheit am Tage des Todes und des Gerichts?