Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Mk 1 - Ein siebenfaches Bild des Herrn in Mk 1Mk 1 - Ein siebenfaches Bild des Herrn in Mk 1
Wo immer wir den Herrn als Menschensohn in Seinem Erdenleben betrachten, sehen wir nur Bewundernswertes. Er ist der einzige fehlerlose Mensch, heilig, unschuldig, unbefleckt von den Sündern abgesondert. Er war ständig unter ihnen, umgeben von Hassern und solchen, die nur Fehler an Ihm suchten. Gerade Er durfte sie fragen: „Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen?“ (Joh 8,46.) Laßt uns sieben Charakterzüge betrachten und nachahmen. Hier steht Er vor uns als
Der Gehorsame (V. 9). Das hat schon der Psalmist von Ihm geweissagt mit den Worten: „Ich bin gekommen zu tun Gott, Deinen Willen“ (Ps 40). Selbst als es galt, Seinen Rücken den Schlägen hinzuhalten und Sein Angesicht dem Speichel, hielt Er nicht zurück (Jes 50,6).
Er war gehorsam bis zum Tode am Kreuz. Als Kind war Er es Seinen Eltern gegenüber (Lk 2,51).
Der Eintritt in Sein öffentliches Leben war Gehorsam. Wir haben bereits früher gesehen, daß Seine Taufe ein Akt des Gehorsams war. Er sagt zu Johannes: Es gebühret uns alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Das tat Er sowohl bei der Taufe als auch, wie Paulus in Phil 2,8 sagt: „Gehorsam bis zum Tode am Kreuz“ (Mt 26 42). Er durfte sagen: „Ich tue allezeit was meinem Vater wohlgefällt.“
Der Demütige (V. 9). Jesu Taufe war nicht nur ein Gehorsamsakt, sondern auch einer der Demut. Wer ließ sich dort taufen? Sünder aller Art: Zöllner Huren. Der Herr stellte sich äußerlich gesehen mit ihnen auf eine Stufe und ward unter sie gezählt, wie später am Kreuz: „Er ist unter die Übeltäter gezählt.“ Er war der von Herzen Demütige. Er war aller Diener, wusch den Seinen die Füße. Er war nicht gekommen, sich die dienen zu lassen, sondern auf daß Er diene und gebe Sein Leben zum Lösegeld für viele. Er hielt es nicht mit den Großen dieser Welt, sondern mit den Geringen und Verachteten (Lk 15,2). Und was sagt der Herr uns von Seiner Demut: „Lernet von Mir, denn Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“
Der Bewährte in Versuchungen. Der Vater sagt von
Ihm: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich all mein Wohlgefallen
gefunden habe.“ In jeder Lage war Er derjenige, der des Vaters Willen
tat. In allem bewährte Er sich als der Ergebene, mehr als Isaak, der
auch treu des Vaters Willen erfüllte. Jesus war vor allem bewährt in
Leiden. Er hielt fest an Seinem Gott, selbst dann, als Er ausrief: „Mein
Gott, Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Mit dem Psalmisten
konnte Er sagen: „Dennoch bleibe ich stets bei Dir“ (
Der Versuchte (V. 13). Die Schrift sagt von Ihm, daß Er versucht worden ist in allen Dingen, gleich wie wir, aber stets ging Er als Überwinder hervor (Heb 4,15). In unserem Vers sehen wir einen ununterbrochenen Angriff Satans auf den Herrn und laut dem Matthäusevangelium wurde der Herr in all den Dingen versucht, die sonst das Fleisch begehren: Augenlust, Fleischeslust, Verlangen nach Nahrung und die Hoffart des Lebens (1Joh 2,16). Und wie gewann der Herr den Sieg? Durch das Wort! „Es steht geschrieben.“ Damit zeigt Er auch uns den sichern Weg zum Siege in allen Anfechtungen und Versuchungen.
Der Wirkende (V. 14). Gleich nach der Bewährung in den Versuchungen begann Er Seinen Dienst. Er predigte das Evangelium und kündigte an, daß der Vater Ihn in die Welt gesandt habe, um sie aus ihren Sünden zu erretten (Lk 19,10). Diesen Dienst tat der Herr Tag und Nacht (Joh 3,2; Mk 1,32) und selbst während andere aßen diente Er (Joh 4,31.32). Der Auftrag Seines Vaters ging Ihm über alles. Er wirkte an Freunden und Feinden. Selbst in Seinen Schmerzen am Kreuz wirkte Er fürbittend, rettend, helfend und tröstend und half zurecht, nachdem Er aus den Toten auferstanden war (Joh 20,27; 21,15).
Der Einladende (V. 17). In dem Fall nicht mit jenem herrlichen Willkommen in Mt 11,28, sondern einladend in Seine Nachfolge, in Seinen Dienst. Das Arbeitsfeld war sehr groß und wenige der Arbeiter. Unser Kapitel zeigt uns, wie der Herr geradezu ununterbrochen an der Arbeit war. Und Er sehnte sich nach Mitarbeitern. Er rief solche, um sie für kommende große Aufgaben vorzubereiten. Er rief sie zunächst in Seine Schule, rüstete sie aus, gab ihnen Vollmachten.
Bis heute fragt der Herr: „Was stehet ihr den ganzen Tag müßig?“ Und Er ladet zur Arbeit in Seinen Weinberg ein. Viele sind auch in unseren Tagen zur Arbeit bereit, aber die Mehrheit Seiner Erkauften, die Ihm doch gehören, stehen müßig am Markt. Sie vergessen, daß sie gerettet worden sind, um zu dienen, bis daß Er kommt. Hast du Jesu Ruf vernommen? Alle haben täglich Gelegenheit dem Herrn zu dienen. Der Herr tat es in Häusern, auf der Straße, im Schiff; kurz überall, wo sich Ihm Gelegenheit bot.
Der Lehrende (V. 21. 22). Kaum war Er in Kapernaum angekommen, so ging Er in die Synagoge und lehrte. Wie in Nazareth nahm Er die Schrift zur Hand und lehrte (Lk 4,16 ff.). An beiden Orten, in Kapernaum wie in Nazareth, staunten sie über Seine Lehre. Dasselbe hören wir nach der Bergpredigt (Mt 7,28.29; Joh 7,46).
Was war das Ergebnis Seiner Reden und Wunder in Kapernaum und Umgebung? Lies Mt 11,20-24. Und die in Seiner Vaterstadt wollten Ihn umbringen (Lk 4,29).