Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
2Kön 22-23 2Chr 34-35 - Josia: Züge der Erweckung in seinen Tagen2Kön 22-23 2Chr 34-35 - Josia: Züge der Erweckung in seinen Tagen
Unsere Geschichte gibt uns auch den Bericht einer mächtigen geistlichen Erweckung. Jeder, der sich nach Erweckung sehnt, studiere diese Bewegung, denn sie wird ihn zur Quelle jeder Erweckung führen. Die Geschichte des Volkes Gottes war stets die von Erweckungen, die sich wie Ebbe und Flut abgelöst haben, und wird es sein, bis die letzte große Erweckung über die Erde kommen wird, unter der Herrschaft des Königs Jesu auf Erden, wenn die ganze Welt voll der Erkenntnis des Herrn sein wird. Jede Erweckung hat herrliche Früchte hinterlassen, unsere erquickendste Literatur und geistl. Gesänge sind fast alle Früchte von Erweckungen. Eine lange Ebbe war den Tagen Josias vorausgegangen, aber er durfte der Kanal sein, durch den die geistl. Flut über Israel hereinbrach.
Gottes Werkzeuge in Erweckungen.
Dies ist natürlich zunächst der Heilige Geist, der Sein Werk beginnt an einzelnen Menschen. In unserer Geschichte war dies Josia. Um Menschen zu segnen und zu beleben, hat sich Gott stets der Menschen bedient. Erweckungen fangen meistens unscheinbar, ja unsichtbar an, die aber stärker und stärker werden und zumeist wie ein breiter Strom ganze Länder befruchtet. Verfolgen wir ihren Lauf stromaufwärts, so enden wir bei ihrer Quelle, und dies ist wohl immer die verborgene Gebetskammer eines Einzelnen. Wie bei Josia, so hat noch immer die Erweckung beim Einzelnen angefangen in eigener, tiefer Beugung vor Gott.
2. Gottes Mittel zur Erweckung.
Das Wort Gottes. Josia war nicht träge, sondern wirkte rege für Gott. Wann aber setzte die Erweckung ein? Als Ihn das Wort Gottes durchrichtete, 2Chr 34,19 ff. Die Axt wurde hier an die Wurzel gelegt, Josia erkannt dies. So niederschmetternd das wirkte, so gesegnet waren die Folgen. Das Wort wirkte zunächst in negativer Weise. Ehe ein neuer Aufbau erfolgen kann, muß erst das alte abgebrochen werden. Hier war ein Abbruch ein sehr gründlicher. Gott selbst beschreibt ihn bei Josia in 2Chr 34,27. Hier hört jede Heuchelei auf, hier werden nicht nur grobe Sünden gerichtet, sondern auch die feinen, hier werden Lieblosigkeit, Neid und Afterreden genau so gerichtet wie, grobe Sünden, da wird wieder gut gemacht, Sünden bekannt, Schulden bezahlt etc. Das Wort deckt alles auf, Heb 4,12 und 13. Vielfach geschieht es nur wie bei Jehu, der die Sünden Ahabs richtete, aber andere stehen lies, 2Kön 10.
3. Besondere Züge der Erweckung Josias.
a) Großer Eifer für die Ehre Gottes. Der Tempel war das Haus, da Seine Ehre wohnte. Hier hatten sich Verunreinigungen angehäuft; das Licht war erloschen und die Türen verschlossen, wie in den Tagen Hiskias, 2Chr 29,6-7. Josia wußte, daß Heiligkeit die Zierde Seines Hauses ist, darum reinigte er es.
b) Große Opferwilligkeit für das Werk Gottes. Diese 3eigte sich hier bei der Tempelinstandstellung und bei der Passahfeier, 2Chr 34,17; 35,7-9. In Erweckungszeiten wurden noch nie Schulden gemacht im Reiche Gottes, obwohl gerade dann das Werk sich ausdehnte und große Mittel erforderte, denn Gottes Volk opferte stets williglich. In Israels Jungfrauschaft brachte das Volk zuviel, 2. Mose 36,5. Die für Jesus glühenden jungen Gemeinden in Mazedonien gaben über Vermögen aus tiefer Armut heraus, 2Kor 8,2-5.
c) Große Liebe zum Worte Gottes. In Josias Tagen wurde auf einmal das Gesetz Gottes das Zentrum, um das sich alles drehte. Das Wort wurde erforscht und befolgt und Gott darüber befragt. Das Wort war ihnen alleinige Autorität. In solchen Seiten bekommen Überlieferungen der Ältesten, menschlich wohlgemeinte Paragraphen und Vorschriften den Todesstoß.
d) Rückkehr zu Gottes Verordnungen. Sie feierten das lang aufgegebene Passah. Sie handelten wie die Gemeinde an Pfingsten, Apg 2,42. Das Passah war das größte aller Feste und eine heilige Anordnung Gottes, diese wurde nun beobachtet wie, seit Jahrhunderten nicht mehr, 2Chr 35,18.
e) Herzliche Zusammenarbeit. Da war nicht etwa Josia allein, der den Dienst tat, nein, alle waren dabei, Kap. 35. Priester, Leviten, die Bauleute, das Volk, alle taten ihre Aufgabe. Jeder Gläubige ist dann in seiner Art ein Zeuge Gottes. Die Zerstreuten aus Jerusalem waren alle zu Predigern geworden, Apg 8,4. Es war so, wie später den Korinthern geschrieben wurde, daß ein jeder mit der erhaltenen Gabe dienen solle, 1Kor 14,26. Wahre geistliche Erweckungen räumen auf mit allen wohlgemeinten menschlichen Einrichtungen, und kehren zur Schrift zurück.
f) Geistliche Lobgesänge. Hier wurde zu Gottes Ehre gesungen wie in den Tagen Asaphs und Davids, 2Chr 35,15. In den Hütten und im Hause Gottes wird sein Sieg besungen und Ihm Lob gebracht.
g). Jeder erfüllte seine Aufgaben 2Chr 35,15. Selbst des Dienstes der Torhüter wurde gedacht. Wenn der Heilige Geist wehen kann, wirkt er eine wunderbare Harmonie zwischen den einzelnen Gliedern.