Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Heb 3,7 - Seine StimmeHeb 3,7 - Seine Stimme
Israels Geschichte ist uns zur Belehrung geschrieben, 1Kor 10,11. Sie ist zum großen Teil tief traurig und zeigt uns vor allen Dingen dreierlei:
1. Den Tiefstand der menschlichen Natur und des Herzens, das trotz der reichsten Segnungen gegen Gott murrt und immerdar den Irrweg sucht, Vers 10.
2. Das große göttliche Erbarmen uns gegenüber. Er ist groß an Güte und Langmut und langsam zum Zorn, Psalm 103,8.
3. Die Strafe, der niemand entfliehen kann, die eintreten wird, wo keine Umkehr stattfindet, Heb 2,2. Schenken wir darum diesem ernsten Wort unsre ganze Aufmerksamkeit indem wir beachten:
1. Seine Stimme. Wir wundern uns, daß nach so vielen Vergehungen Gott überhaupt noch redet. Aus Heb 3,5-6 ersehen wir, daß es Christi Stimme ist. Nun dann ist es
a) Eine Stimme der Gnade, Lk 4 22. Er kam, um zu retten, Lk 19,10. Alle Sünden, selbst die des Murrens, kann und will Er vergeben, Mk 3,28.
b) Eine Stimme des Heils. Nur er darf einladen wie dies hier geschieht und wir dürfen es heute tun in Seinem Namen, 2Kor 5,20. Nur er kann Verirrte zurecht bringen, Lk 15 und auf Grund Seines Opfers Gottlose gerecht machen, Röm 3,26.
c) Eine Stimme der Macht. Alle Gewalt ist Ihm gegeben. Moses Worte verschmähen, hieß Strafe leiden; aber Seine Stimme abweisen, heißt ärgere Strafe leiden, Heb 10,29. Ihn sollt ihr hören, ruft uns Gott zu, Mt 17,5. Er ist Heiland, aber auch Herr und König über alles, Apg 2,36; 17,31.
2. Die verlangte Aufmerksamkeit. Diese zu verlangen, hat der Redende volles Recht, denn der Heilige Geist ist der Sprecher, Mt 11,15.
a) Hören mit der Absicht es zu verstehen. Der Kämmerer verstand seine Lektüre nicht, aber er wollte sie verstehen, darum offenbarte sich ihm Gott, Apg 8,34.
b) Hören mit der Absicht es zu glauben. Die Thessalonicher glaubten und nahmen das Wort auf, 1Thes 1,6.
c) Hören, um es willig auszuführen. Wie Abraham (1. Mose 22). Laßt uns bereit sein, sofort, heute den eignen Weg zu verlassen (Jes 55,7) und demütig zu Ihm umzukehren und Ihn bekennen.
3. Den Zeitpunkt des Hörens. „Heute“ ! Heute ist die angenehme Zeit, 2Kor 6,2, jetzt ist der Tag des Heils. Bald aber kann der Tag des Zornes kommen. Warum aber heute?-- Weil die Zeit ungewiß ist und wir mitten im Leben vom Tode umgeben sind, weil heute sich Lukas 12,20 erfüllen, oder der Herr kommen kann und die Tür verschlossen wird, Mt 25,10.
- Weil die Zeit kurz und unser Leben hinfällig ist wie Gras, 1Pet 1,24. Es ist wie der Dampf, der eben mächtig emporsteigt und nicht mehr ist, Jak 4,14.
Weil diesem Tage die Nacht folgt, da es kein Gnadenangebot mehr gibt, sondern die Stimme des Richters reden wird.
4. Die ernste Warnung. „Verschieben“ nennt hier die Schrift „Herzenshärtigkeit“. Verschieben bedeutet sich großer Gefahr aussetzen. Israel weigerte sich in der Wüste und kam um, Heb 3,15-17. Mit tiefem Ernst redet der Apostel in Heb 4,1 von der Furcht, die uns erfüllen sollte angesichts des erschütternden Beispiels Israels, damit uns nicht Ärgeres widerfahre. Wir sind verantwortlich für das gehörte Wort. Verhärten wir darum nicht unser Herz durch Verharren in der Sünde, Heb 3,12-13, durch Bleiben in der Welt, 1Joh 2,15-17, oder durch Unglauben, Heb 3,19.