Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
2Tim 2,9-11 - Die Gnade Gottes2Tim 2,9-11 - Die Gnade Gottes
In schlichter klarer Weise stellt uns der Apostel 3 große Wahrheiten vor Augen. Er weist uns hin auf Jesu Kommen ins Fleisch, auf Seine Geburt in Bethlehem; dann führt er uns im Geiste zu jenem großen Augenblick, da der Herr kommen wird, um Sein Volk zur Herrlichkeit zu führen. Zuletzt macht er uns aufmerksam auf das Wichtige, was zwischen diesen 2 Erscheinungen liegt, nämlich unsere Errettung und Erziehung für die kommende Herrlichkeit. Wir wollen uns mit diesen 3 Tatsachen kurz beschäftigen.
1. Ein Rückblick. Es ist erschienen die heilbringende Gnade. Also auf Jesu Kommen ins Fleisch in jene Krippe nach Bethlehem weist er hin. Wie lieblich beschreiben sie uns die 2 Evangelisten Matth. u. Lukas. Besonders Lukas gibt uns viele Einzelheiten über diese große Heilstatsache und zeigt uns, welche Wirkung sie auf Freund und Feind hatte. Es wird uns erzählt, daß Hirten und Weisen Ihn anbeteten, Simon und Hanna Gott lobten, Schriftgelehrte in Verlegenheit gerieten und Herodes das Kindlein töten wollte. Aber nicht nur damals, nein noch heute blicken wir mit tiefer Anbetung die Gabe Gottes im Kripplein an, indem wir wissen, was uns Jesus gebracht hat.
Diese Gnade brachte uns einen Freispruch. Wenn Gnade erschienen ist, so muß ein Todesurteil bestanden haben u. unter einem solchen waren wir, Heb 2,14-15. Also nicht ein Cherub mit flammendem Schwert, nein heilbringende Gnade ist erschienen.
Diese Gnade kam zu allen. Nicht zu einer bevorzugten Klasse, nicht zu Israel allein, nein zu allen Menschen, sie bringt allen einen Freispruch. Alle dürfen wie Hirten u. Weisen niederfallen u. diese Gnade anbeten u. sich ihr hingeben.
2. Ein Ausblick. Der Rückblick zeigt uns, was Gott für schuldige Menschen getan hat, aber der Ausblick zeigt uns, was Gott bald für die tun wird, die diese Gnade angenommen haben. Wir werden hingewiesen auf unsere herrliche Hoffnung. Der Apostel führt uns zu jenem gr. Augenblick, da Jesus wieder kommen wird. Das ist der Tag, auf den Millionen warten, an dem sich der Himmel wieder öffnen u. derselbe, der einst nach Bethlehem kam, in Herrlichkeit erscheinen wird. Wie Simon u. Hanna sind wir Wartende. Er kommt zu uns, nicht zu der Welt. Diese kommt er zu richten, aber uns kommt Er heimzubringen. Das 1. Mal kam Er Sünde hinweg zu nehmen, da 2. Mal wird Er kommen, um die geretteten Sünder zu sich zunehmen. Denn nach ihnen ist seine ganze Sehnsucht (Joh 17,24). Wo wir hinblicken, da sehen wir Gnade, sowohl zurück‑ als vorausblickend.
Schweben wir nur in den Lüften, ist sonst nichts mehr? kann jemand fragen. Der Apostel weist uns auch auf die Gegenwart hin u. wir fragen uns, was ist da?
3. Unsere Gegenwärtige Lage. Paulus redet hier vom jetzigen Zeitlauf, in 1Kor 7,25 nennt er diese Zeit für den Gläubigen eine Notzeit u. Gal 1,4, die böse Welt. In dieser stehen wir und gerade in ihr hat die erschienene Gnade, die, uns gerettet hat, ihr Erziehungswerk. Die Gnade hat uns erst gerettet und nun erzieht sie uns, sie züchtigt uns, heißt es hier. Wenn mir als Gläubige in 1Pet 2,2 neugeborene Kindlein genannt werden, so benötigen wir der Erziehung. In der Familie Gottes, in die wir durch die Gnade gebracht worden sind, benötigen wir entsprechende Erziehung. Jedoch laßt uns achten auf unser Wort, um die Gnade in ihrem Tun zu erkennen. Sie tut eine negative u. eine positive Arbeit. a) negativ. Diese negative Erziehung besteht zuerst im Verleugnen, d. h. etwas nicht kennen wollen, etwa wie Petrus dem Herrn gegenüber. Also das bestimmte sich Wegwenden von der Gottlosigkeit u. von der Welt. Wie Paulus sagen wir, die Welt ist mir gekreuzigt Gal 6,14. Wir sind wohl in ihr, aber nicht von ihr, Joh 17,16. Wir sind, wie es in Vers 14 heißt, Losgekaufte. Die empfangene Hoffnung veranlaßt uns zu diesem negativen Verhalten, 1Joh 3,3. b) Positiv. Sie zeigt uns nicht nur was wir lassen sollen, sondern belehrt uns was wir anziehen sollen.
Besonnen, wachsam zu leben:
Gerecht inmitten einer ungerechten Welt. Die Gnade in der Person Jesu hat ein Beispiel gegeben, wie man gottselig gottergeben in dieser Welt leben kann.
Ein Eigentumsvolk. Die Gnade hat sich ein Volk aus den Völkern herausgenommen, wie Paulus auch Apg 26,17, dessen Bürgerrecht u. Trachten im Himmel ist. Es ist ein Volk fleißig in guten Werken.