Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Mk 12,34 - Nahe, und doch verlorenMk 12,34 - Nahe, und doch verloren
Diese Worte sagte der Herr zu jenem Schriftgelehrten, der es aufrichtig meinte und der auch die Frage des Herrn über das vornehmste Gebot gewissenhaft beantwortete. Ob er an Pfingsten ein Jünger wurde, da sich viele seiner Genossen bekehrten, wissen wir nicht (Apg 6,7). Er war nahe dem Reiche Gottes und doch nicht darin wie Zahllose in unserer Zeit. Einige Personen, die nahe waren, aber nicht ganz umkehrten und verloren gingen, betrachten wir anhand der Schrift:
Esau, der Sohn des Jakob. Er kam aus vornehmstem Samen, aus dem des gesegneten Abraham. Früh hörte Esau das Wort Gottes, denn noch 15 Jahre lebte er mit seinem Urgroßvater Abrahm, der ihm gewiß die Wege und Vorhaben Gottes mit Seinem Volk erzählt haben wird (1. Mose 12,3). Er war gleichgültig, und zwar wegen dem Erstgeburtsrecht, das im neutestamentlichen Sinne der Wiedergeburt gleichkommt, ohne die niemand selig wird. Um einer Speise willen verachtete er sein großes Vorrecht der Erstgeburt, was unersetzliche Folgen hatte. Gott sagt:
Esau habe ich gehaßt wegen der Verwerfung des Erstgeburtsrechtes oder nach unserer Erkenntnis der Wiedergeburt. Die Wiedergeburt hat es mit Jesus am Kreuz zu tun. Alle die sie erkennen und sich nicht bekehren, muß Gott hassen, weil sie in Verbindung mit dem Kreuz Christi steht. Wer das Kreuz Christi verachtet, an ihm vorbei geht, haßt Gott, denn er schmäht damit das Teuerste, das Blut Jesu (Heb 10,29).
Von Jakob aber lesen wir, daß Gott ihn liebte, weil er sich um jeden Preis um das Erstgeburtsrecht bemühte und erhielt. Esau suchte den Segen mit Tränen, aber es war zu spät. Den Segen werden Seelen noch in der Hölle suchen, aber nicht erlangen. Sie werden ewige Qualen leiden. Geht dir die Wiedergeburt auch über alles, oder stehst du noch vor ihr? Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Ohne Wiedergeburt kommst du nicht hinein, sondern bist auf dem Wege, ewig verloren zu gehen.
Bileams Geschichte füllt in der Schrift einige Kapitel (
Pharao erlebte Großes, sah viel Zeichen und Wunder, bekannte sogar: „Ich habe gesündigt“; aber er und sein Heer kamen um im Roten Meer.
König Saul war von Gott zum König bestimmt. Er
machte wie andere große Erlebnisse und weissagte unter den Propheten (1Sam 10,10). Man denke an sein großes Erlebnis mit Samuel (
Simon in Apostelgeschichte 8. Philippus, der Evangelist, kam nach Samaria und verkündigte das Wort. Viele Samariter glaubten an den Herrn und ließen sich taufen. Es war große Freude in der Stadt. In Vers 13 lesen wir: „Da ward auch Simon gläubig und ließ sich taufen. Die Apostel Petrus und Johannes kamen nach Samaria und legten vielen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist. Simon wollte die gleiche Gabe der Handauflegung. Er bot ihnen Geld an, um auch Zeichen und Wunder tun zu können. Wir wissen, welch furchtbare Worte Petrus über ihn aussprach (V. 20‑23). Simon bat um Fürbitte, daß Gott dieses Gericht abwende. Aber er tat nicht Buße über seine Sünde, den Heiligen Geist mit Geld kaufen zu wollen. Alle, die nur die Folgen ihrer Sünde, aber nicht die Sünde selbst bereuen, mögen sogar getauft sein, aber sie sind fern dem Reiche Gottes.
Judas. Sein Fall ist wohl der schlimmste von allen vorangegangenen. Wir kennen Judas. Vom Herrn zum Apostel gerufen, hörte er die ergreifendsten Worte und war Zeuge der vielen Zeichen und Wunder des Herrn. Doch noch mehr; er predigte wie die andern Apostel, tat Zeichen und Wunder wie sie. Er war bei den Heimkehrenden und rühmte mit ihnen, was Gott durch sie getan hatte (Lk 10,17). Wer kennt nicht sein Ende. Wenn einer jemals nahe dem Reiche Gottes war, dann war es Judas.
Demas, ein Mitarbeiter des Paulus, hat auch viel gesehen und erfahren. Aber er ist zur Welt zurück, und ,diese vergeht mit ihrer Lust (1Tim 4,10). Wer die Welt liebt, ist Gottes Feind (Jak 4,4). Einst nahe und doch ewig fern. Wo bist du? Nur nahe oder schon in das Reich Gottes eingegangen?