Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
2Kön 23 2Chr 34-35 - Josia, die Eigenschaften einer göttlichen Reformation2Kön 23 2Chr 34-35 - Josia, die Eigenschaften einer göttlichen Reformation
Einzigartig steht die Reformation unter Josia in der Geschichte. Nichts ließ sie an Gründlichkeit zu wünschen übrig. Josia schaute auf nichts; weder auf seinen Vater oder Großvater, noch auf seine Umgebung, sondern auf das Wort und sein Gehorsam dem Wort gegenüber hatte diese gründliche Umwälzung als Folge. Verweilen wir ein wenig bei dieser Tatsache und untersuchen wir gleichzeitig, ob wir so ungeteilt, wie Josia sind und auf niemanden als aufs Wort schauen und danach handeln.
1. Die Person des Reformators.
Sie ist uns schon aus dem Vorhergehenden genügend bekannt. Ehe Josia dieser große Reformator werden konnte, mußte das, was er durchführte, erst in ihm selbst Lebenserfahrung und tiefste Überzeugung geworden sein. Wir können nicht andern sagen, du sollst nicht lügen, wenn wir selbst nicht aufrichtig sind. Wir dürfen nicht sagen, du sollst nicht betrügen, wenn wir es selbst nicht genau nehmen, unsre Schulden etc. nicht zahlen Gott nimmt es genau bis ins Kleinste, uns wollen wir für Ihn und in Gemeinschaft mit ihm arbeiten, so wird es nur unter der Voraussehung einer eignen gründlichen Reformation möglich sein.
2. Sie geht aus einer klaren Erkennung der Lehre der Schrift hervor.
Hier zeigen sich wohl 2 zeitlich auseinander liegende Momente bei Josia.
a) Seine Erfahrung im Alter von 16 Jahren, als er selbst Gott suchte, 2Chr 34,3. Dieses erleben Gottes war grundlegend für sein ganzes Leben. Aus den Schriften Davids erkannte er den göttl. Weg für sich und sein Volk. Sofort anschließend an diese persönliche Erfahrung, versuchte er auch die Reformation unter seinem Volke zu bewirken.
b) Seine Erfahrung mit 26 Jahren, als das Buch des Gesetzes gefunden wurde. Erst jetzt lernte er alle Anforderungen Gottes und seine und seines Volkes untreue kennen. Die Wahrheit der Schrift erfüllte seine Seele mit Schrecken. Je mehr wir das Wort auf uns wirken lassen, desto mehr wird es auch auf unsre Umgebung wirken. Luthers große Reformation ging aus gleichen Beweggründen hervor, aus dem Erkennen des göttl. Willens in der Schrift.
3. Sie versucht alte Volksschichten zu erreichen. Josia begnügte sich nicht damit einen Wechsel in seiner nächsten Umgebung zu sehen. Nein, an alle Städte Judas und Israels erging seine Botschaft, 2Chr 34,9. Weil alle gefehlt hatten, sollten alle Buße tun und sich erneuert Gott weihen. Alle sollten durch wahre Buße, wie Josia selbst getan hatte, das herannahende Gericht, das von Norden her drohte, rückgängig machen, damit Zeiten der Erquickung kämen. Josia wußte, daß dies durch die Verkündigung des Wortes zu erreichen sei, denn das Wort erweckt die tiefsten Gefühle.
4. Sie zielt darauf, alle Systeme und ihre Praxis zu zerbrechen, weil sie das Volk irre führen.
Unerbittlich griff Josia dieses Übel an. Das Volk war durch den Götzendienst so sehr irre geführt, darum galt es diese Irrtümer zu beseitigen. Da war nichts, was Josia unterlassen hätte.
Er riß alle falschen Altäre nieder, 2Chr 34,4
Er beseitigte die geschnitzten Bilder, die sein Großvater Manasse hatte setzen lassen, Vers 4.
Er beseitigte alle Geräte aus dem Tempel, die bis dahin zum Götzendienste verwendet worden waren. Josia sagte sich nicht, daß der Zweck die MitteI heilige und das man sie darum für den israelitischen Gottesdienst brauchen könne, 2Kön 23,4.
Auch der viel gepriesenen Astrologie machte er den Garaus, 2Kön 23,13.
Wie Elias so schlachtete auch er die falschen Priester, 2Kön 23,20, vgl. 1Kön 18,40.
Alle Zaubereisünden beseitigte er, 2Kön 23,24.
Unerbittlich griff er das Übel bei der Wurzel an, alles wurde vernichtet, er machte selbst vor den Toten nicht Halt. Er tat alles nach dem Worte Gottes. vergl. 1Kön 13,2 mit 2Chr 34,4.
5. Sie stellt die göttt. Anbetung wieder her. Dies ist das Ziel der Reformation. Zu diesem Zwecke muß alles andre weichen. Gott kann nur im Geiste und in der Wahrheit angebetet werden, Joh 4,23. Hier ist kein Raum für Unehrliches, Unlauteres, Ungeistliches und Fleischliches. Gott wohnt nur an reinem Ort. Heiligkeit ist die Zierde seines Hauses Ps 93,5 Heilig müssen auch die Gefäße sein, Jes 52,11. Wollten sie anbeten und Passah feiern, so konnte dies nur mit ungesäuertem geschehen. Jetzt war Raum für die Anbetung Gottes. Jetzt konnte die Weihe geschehen, wie sie geschehen ist. Ist uns die Anbetung Gottes auch soviel wert, daß wir alles andere für Kot achten? Möge die Gesinnung Josias auch uns erfüllen.