Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
Mk 8,27 ‑30 - Das große BekenntnisMk 8,27 ‑30 - Das große Bekenntnis
Eben hatte der Herr die Pharisäer mit ihrem Haß verlassen. Nun weilte
Er wieder bei denen, die Ihn liebten. Sie kamen nach Cäsaren Philippi,
einer römischen Amtsstelle. Durch Sünde war Israel zu einer
Besetzungsmacht gelangt. Durch Untreue hatten sie das Land, das Gott
ihnen geschenkt hatte, verloren. Johannes warnt uns zu verlieren, was
wir erarbeitet haben (2Joh 8). Nach vielen Zeichen und Wundern
erwartet der Herr Frucht und stellt an die Jünger die große Frage: „Wer sagen die Menschen, wer Ich
sei?“ Die Meinung der Obersten war bekannt: sie suchten ihn zu töten.
Aber Er wollte wissen, was die Volksmenge über Ihn dachte, die Seine
Güte durch Ihn erfahren hatte. Dabei suchte der Herr keinerlei
Anerkennung. Wozu auch?, da himmlische Heerscharen Ihn anbeten und
dienen. Der Herr wollte lediglich erfahren, ob Israel Seine göttliche
Sendung erkannt habe. Das allgemeine Echo (V. 28). Die Jünger, die
allerlei vernommen hatten, sagten es Ihm durch Petrus: „Etliche sagen,
du seiest Johannes der Täufer.“ Diese also glaubten, was auch Herodes
annahm, daß Jesus der aus den Toten auferstandene Johannes sei (
Die Antwort der Jünger (V. 29). Nachdem der Herr die
Antwort durch Petrus darüber erhalten hatte, was das Volk über Ihn
denke, fragt Er sie nach ihrer Meinung. Wiederum ist es Petrus, der im
Namen seiner Brüder die Erkenntnis aller bezeugt (Joh 6,69). Petrus
war aber nicht nur der Sprecher der Jünger, sondern zugleich Gottes
Redner; denn es war göttliche Offenbarung, die er aussprach. Das
Bekenntnis umfaßt den ganzen persönlichen Glauben an Christus den Sohn
Gottes. In Ihm hatte Petrus das Licht erkannt (Joh 1,4). Der Herr
hatte den Jüngern nie persönlich gesagt, daß Er der Sohn Gottes sei. Das
sollten sie aus Seinen Worten, Zeichen und Wundern erkennen. Es war
ihnen aber besonders durch den persönlichen Umgang mit dem Herrn klar
geworden, daß Er der Christus sein müsse (Joh 1,14,49; Röm 1,4)
Christus als Sohn Gottes zu erkennen ist göttliche Offenbarung (1Kor 12,3). Petrus erkannte Ihn als Messias, als Sohn Gottes, als die
Erfüllung der Weissagung. (Joh 1,1.14.18; 1Tim 3,16;
Wer ist der Menschensohn? Das war damals und ist bis heute für viele die große Frage. Unsere modernen Theologen leugnen die Tatsache der Gottessohnschaft Christi. Sie haben nicht Gottes Sohn, sondern den Geist des Antichristen (1Joh 4,1-4). Wir aber wollen Ihn bekennen Wie Petrus (1Joh 4,15; 5,1). Ohne diesen Glauben gibt es kein ewiges Leben (Joh., 20, 31).
Eine Seligpreisung (Mt 16,17). Glückselig bist du. Das waren die Jünger, weil sie den Verachteten und Geschmähten als den Messias, den Sohn Gottes erkannten und Ihm nachfolgten. Diese Erkenntnis ist nichts Geringeres als göttliche Offenbarung, die die Seelen erleuchtet. Der Herr ehrt jedes Bekenntnis. Mk 10,32.33) Jeden Sünder, der an Ihn glaubt und Ihn bekennt, preist Er glückselig (Röm 10,8-10). Petri Zeugnis war aber unter diesen Umständen des Hasses der Führer und, der Ungewißheit des Volkes wegen, sehr groß. Glückselig, wer Ihn aufnimmt; aber schrecklich für die, die Ihn verwerfen, (Heb 2,3).
Ein neuer Name. Mit der inneren Erkenntnis war ein Wechsel verbunden, wie einst bei Abraham und Jakob (1. M. 17, 1‑5;32, 28). So erhielt auch Petrus einen neuen Namen. Glückselig bist du Bar Jona, das heißt: Sohn einer Taube, die das Sinnbild des Heiligen Geistes ist. Petrus hatte vom Vater durch den Heiligen Geist diese Erkenntnis erlangt. Der Apostel wird nicht Simon, sondern Petrus, ein Stein, genannt. Petrus hatte geglaubt, und so wurde er. ein lebendiger Stein im geistlichen Hause (1Pet 2,5), das der Herr anschließend verkündigte. Die große Offenbarung des Petrus steht also in Verbindung, mit der Gemeinde. Israel lehnte seinen König ab und nun lehrte . der Herr, was Er aus denen macht, die wie Petrus an Ihn glauben, Ihn bekennen. Er sammelt sie zu einem geistlichen Hause, zu einem Tempel, in dem Er wohnt (Mt 18,20).
Das Schweigeverbot. Warum das? Die Juden hatten Beweise genug, daß Jesus der Messias, der Sohn Gottes sein müsse. Jeder soll persönlich den Herrn als den Christus Gottes erkennen und annehmen. Jede geistliche Wahrheit hat ihre bestimmte Zeit der Verkündigung (1Tim 2,5-7). öfters hat der Herr. und dort ähnliche Verbote erlassen, z. B. bei Heilungen (Kp. 1, 44). Weitere Angebote wären mehr ein Wegwerfen köstlicher Perlen vor die Schweine gewesen.