Im vorhergehenden Kapitel sehen wir, wie Gott sichtlich zu Nebukadnezar redete. Nebukadnezar erkannte dies an, aber Er bekannte sich nicht zu diesem Gott. Nebukadnezar, der Ruhe um sich herum hatte von allen Gegnern, schafft eine Staatsreligion. Das große Traumbild in Kap. 2 mag die Veranlassung gegeben haben, diese Statue zu errichten. Die Einführung einer großen staatlichen anerkannten Religion war stets der Menschen Versuch. Man denke an den Turmbau zu Babel und an das Tier in Off 13,11-13 (Dan 6,7; Apg 12,22).
1. Ein großes Fest Es war ein religiöses Fest, denn es handelte sich darum, das große Bild anzubeten. Alle Großen waren versammelt, alle Fürsten, Räte und Beamten des Reiches. Die feinste Musik aus allen Ländern mußte dem Feste Klang verschaffen. Alles wäre Nebukadnezar aufs beste gelungen, wenn nicht, der höchste Gott einen tropfen Wermut in den Becher der Freude hineingegossen hätte. Alles ist zum Feste kommandiert, alles muß auf Befehl des Königs erscheinen, und alles fällt nieder beim Klange der Musik.
2. Drei Nichtteilnehmer. Sadrach, Mesach und Abednego waren nicht erschienen. Diese frommen jüdischen Jünglinge dienten allein ihrem Gott. (erläutere hier eingehend die Geschichte.) Wir dürfen uns noch fragen, wo war Daniel? In keinem Falle war er auf dem Feste, seine Prüfung sollte später kommen und sie kam auch. Diese 3 Männer sind so recht ein Bild des treuen Überrestes. Während Israel als Ganzes fern von seinem Lande kein Zeugnis ist, so ist es um so mehr dieser kleine Überrest, Jes 1,9; Römer 11,5. Sie sind auch ein Vorbild des treuen Überrestes in der antichristlichen Trübsalszeit, Off 7,4-8; 12,11 und 17, der treu bis in den Tod ist. Wie Nebukadnezar diese Männer nach Kap. 2 erst ehrte und dann verfolgte, so wird es der Antichrist mit Israel machen. Welch ein Segen ist es, wenn Gläubige abgesondert sind für ihren Gott und wie diese 3 ihm allein dienen.
3. Die Anklage. Vers 8‑12. Die religiösen Führer haben schnell in ihrem Eifer Anklage erhoben. Die größten Mordtaten sind der Religion wegen verübt worden (Ein religiöser Fanatiker kann der grausamste Mensch werden. Wohl nicht zuletzt fanden Neider hier gute Gelegenheit ihr Zie1 zu erreichen. Daß diese 3 Ausländer, dazu noch Juden, solch erhabene Posten bekleidet haben, hat sicher manchen Babylonier schwer gekränkt. Man sollte nichts an ihnen finden, als nur an ihrer Religion, Kap. 6, 6. Was hat nicht alles der Neid fertig gebracht! Er brachte Josef in's Gefängnis, den Daniel in die Löwengrube, den Herrn an's Kreuz. Sind wir frei von dieser großen Sünde? Die Verkläger eilten zu Nebukadnezar, weil sie wußten, daß heute der Erfolg nicht ausbleiben könnte.
4. Die Antwort der Treuen. Vers 13‑18. Herausfordernd redet Nebukadnezar vom Gott Israels, Vers 15, aber ermunternd ist die Rede der 3 treuen Juden. Sie ist nicht eine Auflehnung gegen Nebukadnezar, sondern sie ist nur Treue zu ihrem Gott.
Sie war sehr mutig: „Sie fürchteten den König nicht“.
Sie war voll kindlichem Vertrauen, „Unser Gott vermag“,
Sie war Gott verherrlichend, „Wir haben nicht nötig“.
5. Die sich daraus ergebenden Folgen. Vers 19‑23. Derselbe Nebukadnezar, der diese Männer noch zuvor in Kap. 2 erhöhte, war nun voll Grimm gegen sie. Seine soeben angebotene Gnade verwandelte sich in Zorn, Vers 15 und 19. Er befahl den Ofen 7 Mal mehr als sonst zu heizen. Wiederum befahl er den Stärksten seines Reiches sie zu binden. Der König will ein für alle Mal ein abschreckendes Beispiel schaffen. Wie oft hat die Geschichte des Volkes Gottes ähnliche Fälle erlebt, aber der Zorn der Menschen muß Gott preisen, Psalm 76,10.
6. Ein Gott ehrendes Resultat. Vers 26‑30. Nicht lange sollte die Freude der Gegner dauern. Mit großer Erregung schaut dies dem glühenden Ofen zu. Die Neider freuen sich und rechnen schon mit dieser 3 Männer Stellen, aber was sehen wir? a). Die große Treue Gottes. Er ist mit seinen Treuen in's Feuer gegangen, wie Er mit Josef im Gefängnis war. b) Die Macht Gottes. Das Feuer vermochte nichts gegen sie auszurichten, aber um zu zeigen, daß es wirklich brannte, ließ Gott die Starken des Nebukadnezar in der Nähe davon verbrennen. c) Die Ohnmacht Nebukadnezars diesem Gott gegenüber. Diese 3 Männer sind ein mächtiges Zeugnis an die große Menge und an die vielen Juden, die an dem Feste teilnahmen. Wir erkennen:
Daß Verfolgung stets das Los der Treuen war, 2Tim 3,12.
Die Kraft des alles überwindenden Glaubens, 1. Johannes 5,4.
Hiob 5,19 Schluß