Ährenlese von Georg R. Brinke - Jahrgang 5, 6; 16-19 und 21
1Mo 6 Die Ursachen der Flut1Mo 6 Die Ursachen der Flut
Gott richtet nie ohne Ursache, wenn Er es aber tut, dann hat Er dazu besonderen Grund. Alle Seine geschehenen Gerichte bezeugen dies. Man denke nur an Seine Gerichte über Israel u. Juda, aber stets schickte Er die Propheten, um sie auf ihre Sünden aufmerksam zu machen. So nannte auch Gott Noah die Gründe der Flut, und zweifellos wird sie Noah auch verkündigt haben, um die Menschen zur Buße zu bewegen. Wir wollen kurz einige Ursachen nennen.
1. Das Verwischen der göttl. Grenzen. Am Anfang der Schrift sehen wir klar zwei Linien, die der Sethiten, die Söhne Gottes genannt werden, und die gottlose Richtung aus Kain. Diese zwei waren wohl anfänglich örtlich getrennt, Denn Kain ging weg vom Angesichte des Herrn in ein anderes Land. Mit der rapiden Bevölkerungszunahme näherten sich beide. Die Sethiter sahen, daß die kainitischen Töchter schön waren. Die Eleganz, das geschmackvolle Äußere, die raffinierte Mode betörte die Söhne Gottes (die Frommen jener Tage). Die Töchter Kains überlisteten sie, und wie Salomo verehelichten sie sich gottwidrig. Ist diese Gefahr nicht heute ebenso groß und fallen nicht immer wieder die Söhne Gottes im Blick auf die Töchter der Menschen? Gottes Wort verbietet dies klar und bestimmt, 2Kor 6,14 ff. Gottes Wort sagt vom Weibe, daß sie dem Manne eine Gehilfin sein soll, aber die Ungläubige kann dem Manne nur ein Hindernis sein und umgekehrt. Ist nicht Salomos Beispiel ein furchtbares. Oder ein Josaphat, der seinen Sohn der Tochter Ahabs gab. Die Leidenschaft, die Augenlust leiten diese in diesem wichtigen Schritt, aber nicht das göttl. Gebot. Israel war die ungleiche Ehe verboten, 5. Mose 7,3-4, und nach der Rückkehr aus Babylon verfiel Israel in dieselbe Sünde, Esra 9,1 f. Vermischung von kalt und warm macht lau, das aber speit der Herr aus, Off 3,16.
Verhält es sich im Leben nicht ähnlich mit Geschäftsverbindungen zwischen Gläubigen und Welt oder mit Freundschaften mit der Welt, sie sind in der Regel der Ruin für den Gläubigen.
2. Große Bosheit. Vers 5. Kaum war die Mischehe da, da kam auch der rapide Abfall, der ausgesprochene allgemeine Bosheit zur Folge hatte, die früher nur die Kainiten kennzeichnete. Wie schnell ist alles preisgegeben! Man denke nur an die Endzeit, kaum sind die Gläubigen entrückt und schon tritt die Bosheit mit Riesenschritten hervor. So hatten die Sethiten kaum die göttliche Linie verlassen, da mußte sie Gott schon als Teilhaber großer Bosheit bezeichnen.
3. Verderbtheit und Gewalttat: Vers 11. Das Leben jener Menschen war so lang, daß die Todesfurcht kaum bestand. Die Riesen- oder Enakskinder hielten alles unter ihrem bösen Einfluß (4. Mose 13,33).
Was wir hier vor der Flut sehen, werden wir wieder in der Endzeit zu sehen bekommen. Der Abfall wird sich erschreckend mehren. Der Drache, der Antichrist und der falsche Prophet (Off 13) werden ja auch Übermenschen sein, unter ihrem Einfluß und dem der bösen Geister werden die Menschen sich gegen Gott auflehnen. Aber wie in den Tagen der Flut, so wird auch dann Gott diesem durch Seine Gerichte ein Ende machen, Off 19,19 ff.
4. Das Verwerfen des göttl. Lichtes. Dasselbe war
gewiß nicht gering. Es bestand wie auch heute noch a) In der Natur, Römer 1,19-20 b In dem Gewissen der Menschen, Römer 2,14-15. c) In der Verheißung des Erlösers, 1. Mose 3,15. d) In der Erinnerung an das verl. Paradies. e) In den Opfern, durch die Gott den Menschen nahte, um sie zu
kleiden, wodurch auch Abel Gott nahte. Man verschmähte damals genau so
wie heute das Blut der Sühnung (Kains Opfer, 1. Mose 4,15). f) In dem Zeichen, das Gott selbst an Kain gemacht hatte,