Schriften von Georg R. Brinke
Inhaltsverzeichnis
Schriften von Georg R. Brinke
Betrachtungen überdas Kreuz von Golgatha
Die sieben Worte des Herrn am Kreuz
Joh 19,26.27 - Das dritte WortJoh 19,26.27 - Das dritte Wort
„Weib, siehe, das ist dein Sohn.“ Danach spricht Er zu dem Jünger: „Siehe, das ist deine Mutter“
( Joh 19,26.27.)
Tief gebeugt stand Maria unter dem Kreuz. Sie, die Gebenedeite unter den Weibern, kam sich vor wie jene aus Moab leer heimkehrende Naemi (Ruth 1,20). Auch Maria trank einen bitteren Kelch. Sie vermochte nicht wie Rizpa ihren Sohn zu decken und die Raubgierigen von Ihm fernzuhalten (2Sam 21,9.10). Welche Mutter brächte es fertig, so standhaft zuzusehen, wie Verbrecherhände die Frucht ihres Leibes an ein Kreuz nageln? Aber es fand sich niemand, der es wagte, den gesetzlich beauftragten Mördern weder Nägel noch Hammer zu entreißen, noch ihren Lästerungen zu widersprechen (Letzteres mit Ausnahme des Schächers). Mußte nicht bei jedem Hammerschlag ein Schwert ihre Seele durchdringen? Dennoch steht sie gehalten von der Verheißung mutig unter dem Kreuz (Mt 20,1'T‑19).
Erstellt: 27.12.2024 15:34, bearbeitet: 12.06.2026 14:33
Quelle: Büchersuchdienst Krumbacher, Trossingen