Vieles wird uns über den Charakter der Engel und über ihr Wesen gesagt. Es lohnt sich, einige Schriftstellen zu diesem Thema aufzuschlagen. Beachten wir folgendes:
Engel sind auserwählt (1Tim 5,21). Ihre Erwählung kann kaum auf etwas anderes Bezug haben, als auf ihren Dienst; denn sie sind geschaffene Wesen ohne Fleisch und Blut und bedürfen keiner Erlösung. Folglich kann also das Wort „Erwählung“ nur ihren Dienst betreffen. Die verschiedenen Rangstufen belehren uns, wofür die einzelnen Engel bestimmt sind. Sie verrichten ihre Aufgabe in lückenloser Treue.
Engel sind heilig (Apg 10; 22). Gott, der sie geschaffen hat, ist ein heiliger Gott, und diesem dreimal heiligen Gott rufen sie ein ständiges Heilig, Heilig, Heilig zu. In der Gegenwart Gottes, in der sie stehen, ist nur Raum für heilige Wesen. Aus diesem Grunde ist uns Menschen C h r i s t u s zur Heiligung gemacht worden, da wir sonst niemals vor dem heiligen Gott erscheinen könnten. Bei Gott ist kein Raum für irgend etwas Unreines. Darum steht geschrieben: „Ihr sollt heilig sein..“
Engel sind rein. Sie sind keineswegs sündlich. Schon ihr äußeres, schneeweißes Gewand ist Symbol ihrer inneren Reinheit (Joh 20,12). Sie sind sogar um die Reinheit der Menschen besorgt. Das zeigt der Bericht in Jes 6, wo ein Seraph mit der Zange eine Kohle vom Altar nimmt und die Unreinheit des Propheten beseitigt. Alles Unreine ist draußen (Off 21,8; 22,15).
Engel sind demütig. Obwohl Engel viel größer sind als Menschen, so nehmen sie doch keinerlei Ehre an (Ps 8,4.5; Off 22,8.9). Nur der gefallene Engel, Satan, sucht Ehre und Anbetung (Mt 4,9.10). Auch wir Menschen tragen das Gift der alten Schlange in uns, sind immer wieder darauf aus, geehrt zu werden und etwas zu sein. Man denke vor allem an die höheren Engel, wie Cherubim und Seraphim, die ihre Angesichter verhüllen, weil sie sich nicht als würdig erachten, Gott anzuschauen. Ein Beispiel solcher Demut sehen wir auch im Erzengel Michael, der von Satan zu einem Wortstreit herausgefordert wurde, aber nicht darauf einging, sondern alles dem Herrn überließ. Wie sehr beschämen uns diese großen, heiligen Wesen in ihrer tiefen Demut vor Gott. Nichts gefällt unserem Gott so sehr wie die Demut. Gott hat darum Seinen Sohn so hoch erhoben und Ihm einen Namen über alle Namen gegeben, weil Er sich selbst so tief erniedrigte (Phil 2,8.9). Gott wohnt bei denen, die gebeugt und demütig vor Ihm stehen (Jes 66,2). Wer, wie die Engel, in Gottes Nähe ist, wird in erster Linie demütig unterwürfig sein.
Engel sind sehr mächtig. Wir lesen von s t a r k
e n Engeln (2Pet 2,11; Off 5,2). David nennt sie die
„Gewaltigen an Kraft“ (Ps 103,20). Aus sehr vielen Fällen ersehen wir
ihre Stärke. So lesen wir, wie ein einzelner Engel in einer Nacht 185
000 Mann im Lager der Syrer schlug. Diese Heeresmasse, die das Volk
Gottes erdrücken wollte, fiel einem Engel zum Opfer (2Kön 19,35). Engel bildeten eine Mauer um den gefangenen Propheten Elisa (2Kön 6,17). Ein Engel rollte den Stein von des Grabes Tür und ein
anderer öffnete Petrus die schweren Gefängnistüren (Apg 12). Paulus
nennt sie die „Engel Seiner Macht“ (2Thes 1,7). Ein Engel wird
Satan binden und ihn in den Abgrund werfen (Off 20,1). Wie viele
Rettungen aller Art haben wir, ohne es zu wissen, den Engeln Seiner
Macht zu verdanken! Sie sind voll Licht und Leben, also auch innerlich
sehr mächtig. Dazu sind sie überaus herrlich (Dan 10,6;
Engel sind sehr weise (2Sam 14,20). Sie haben sehr großes Wissen, und doch sind sie nicht allwissend (Eph 3,10), denn sie lernen ja selbst durch die Gemeinde. Ihrer großen Aufgabe gemäß versteht es sich ja von selbst, dass sie mit besonderen Gaben und Kräften ausgerüstet sind. Selbst das Gesetz ist durch die Engel gegeben worden (Apg 7,53; Heb 2,2). Sie sind voller Augen (Off 4. 8), das bedeutet, dass ihre Einsicht groß ist. Sie haben auch großes Verständnis für das Opfer; denn ein Engel wies David in seiner Not auf das Opfer hin, das allein die Seuche, die in Israel herrschte, abwenden konnte (l. Chron. 21, 18). In anderer Hinsicht ist ihr Wissen auch beschränkt (Mt 24,36; Mk 13,32). Sie wissen weder, wann der Herr wiederkommt, noch ist ihnen bekannt, wann der Herr dein Volke Israel das Reich aufrichten wird. Nur „Bibelforscher“ und manche andere Gruppen oder einzelne Menschen wagten es, Zeitpunkte festzustellen, wann der Herr erscheinen wird. Würden sie genannte oder auch andere Stellen genau studieren, so würden sie von ihrer Torheit abstehen und nicht länger einfältige Kinder Gottes in ihrem Glaubensleben beunruhigen.
Engel sind stets gehorsam. Stets warten sie auf die Befehle
Gottes und sind allezeit dienstbereit (Ps 104,4; Mt 4,11;
Und ob all dem Wunderbaren, was die Engel in ihrem Charakter und in
ihrer Hingabe sind, lesen wir dennoch in Heb 2,16.17, dass sich Gott
nicht der Engel, sondern der Menschen angenommen hat. Auch hat Gott
nicht den Engeln, sondern u n s den zukünftigen Erdkreis anvertraut
(Heb 2,5.11). Wir werden dereinst hoch über ihnen stehen (