Schriften von Georg R. Brinke
Die Weltreiche im Lichte der Prophetie
Dan 10,12 - Unsichtbare Einflüsse auf die WeltpolitikDan 10,12 - Unsichtbare Einflüsse auf die Weltpolitik
Manchmal ist der Himmel scheinbar verschlossen und schwer wie Blei, wie in den Tagen Elias, da weder Tau noch Regen fiel. Gläubige müssen dann lange auf die Erhörung ihrer Gebete warten. Von den vielen Gebetshindernissen nennen wir nur einige.
Sünden im Herzen (Jes 59,1-2; Joh 9,31). Der Prophet
Hesekiel mußte dem Volke sagen, daß Gott sich in keiner Weise verändert
habe, sondern, daß ihre Gebete nicht erhört werden können wie die eines
Mose, Samuel oder Elias, weil sie Götzen im Herzen duldeten (
Unversöhnlichkeit (Mt 5,23-24; Mk 11,25-26). Wurzeln der Bitterkeit, Nachtragen, Richten u. a. m. verunreinigen den Gläubigen und hindern seine Gebete (Heb 12,15).
Ungehorsam zur Schrift (Spr 28,9; Sach 7,11-13). Viele erleben deshalb so selten Gebetserhörungen, weil sie bewußterweise nicht nach den Grundsätzen der Schrift wandeln und handeln.
Unglaube (Jak 1,6-7). Der Zweifler empfängt nichts, weil er Gott zum Lügner macht (Mt 21,22).
Weltliebe (Jak 4,3-4; Röm 8,7).
Kärgliches Geben (Spr 21,13). Wer sein Herz vor dem Bedürftigen verschließt, dessen Gebete läßt Gott unerhört (Mal 3,10). Große Beter waren stets große Geber (Lk 6,38; 2Kor 9,6, 7; 1Joh 3,21).
Ehesünden hindern die Gebetserhörung (1Pet 3,7).
Auch Hochmut und viele andere sündliche Neigungen sind Gebetshindernisse (Hiob 35,12-13). Gott achtet nur auf den Niedrigen (Psalm 138,6; Jak 4,6; 1Pet 5,5). Wir können nicht mit Gott ringen, wenn Satan in unserm Herzen Raum hat. Aber die Verse 10-12 unseres Kapitels enthüllen ganz besonders:
Das Geheimnis verspäteter Gebetserhörung. Wieso die
lange Verzögerung bei Daniel? Überlassen wir der Schrift die
Beantwortung der Frage. „Vom ersten Tage an, da du dein Herz darauf
gerichtet hast, Verständnis zu erlangen und dich vor deinem Gott zu
demütigen, sind deine Worte erhört worden; und um deiner Worte willen
bin ich gekommen. Aber der Fürst des Königreiches Persien stand mir
einundzwanzig Tage entgegen; und siehe, Michael, einer der ersten der
Fürsten, kam, um mir zu helfen, und ich trug daselbst den Sieg davon bei
den Königen von Persien.“ Wer ist dieser Fürst des Königreiches Persien,
der dem Engel drei Wochen entgegenstand? Gewiß nicht Kores, denn er war
ein Freund Daniels, und er hatte die Juden in ihr Land zurückkehren
lassen. Irdische Könige vermögen selbst mit ihren stärksten Heeren
unmöglich einem Engel zu widerstehen. Den Beweiß erbringt
Wenn Satan freie Hand hätte, würde er Gebete nicht allein aufhalten, sondern sie überhaupt ganz verhindern. Hunderterlei ablenkende Gedanken legt er dem Gläubigen ins Herz, wenn er ins Gebet gehen will. Immerhin sehen wir aus unserm Wort, daß die Erhörung eines gottgemäßen Bittens sicher ist; selbst wenn sie scheinbar verspätet eintrifft, so kommt sie dennoch zur rechten Zeit.
Der Engel, der mit der Gebetserhörung beauftragt und nun zu Daniel geschickt wurde, hatte einen ernsthaften Kampf von vollen drei Wochen mit einem starken Satansengel zu bestehen, den er schlußendlich nur mit der Hilfe Michaels gewann. Auch auf dem Rückwege erwartete der Engel einen ähnlichen Kampf mit jenem satanischen Engelsfürsten, der Griechenland in seiner Verwaltung hatte.
Unser Abschnitt umschreibt gewissermaßen den Grundriß der Völkergeschichte. Die Weltreiche liegen unter der Beeinflussung Satans und seines Heeres; er selbst ist der Fürst dieser Welt. Auch Einzelpersonen unterliegen seinem direkten Einfluß. Wir denken an Saul, von dem der Geist des Herrn wich und ein böser Geist von Gott ihn plagte, bis er im Selbstmord endete (1Sam 16,14). Wenn Gott einen bösen Geist zuläßt, so ist er nur zum Gericht, entweder für den Einzelnen oder für ein ganzes Volk. Wir erinnern ferner an jenen Lügengeist, der über Ahabs Propheten und Ratgeber kam, Ahab zu überreden, in den Kampf zu ziehen, in welchem er dann fiel und Israel geschlagen wurde. Der Lügengeist mußte das Werkzeug sein, um das Strafgericht über Ahab herbeizuführen (1Kön 22,19-23). Der Fürst, der in der Luft herrscht, hat sein Wesen in den Kindern des Unglaubens (Eph 2,2), und gegen ihn haben auch wir zu kämpfen (Eph 6,12). Die einzige wirksame Waffe gegen diese Finsternismächte ist das Glaubensgebet (Vers 12).
Bei den heidnischen Völkern bestand bei Aberglaube, daß jedes Volk
unter seinem besonderen Schutzgott stehe, man lese 2Kön 5,18; 2Chr 28,23; Jes 37,38; Dan 4,8. Solche Verehrungen waren nichts
anderes als Lockspeise der Dämonen (5. Mose 32,17; Psalm 106,37; 1Kor 10,20). Gegenwärtig stehen alle Völker unter Satans Einfluß, die
sogenannten christlichen nicht weniger als die heidnischen! Gottes Volk
aber wird für seine Obrigkeit beten, denn das Gebet eines Gerechten
vermag viel. Wie gewaltig Gott zu antworten vermag, zeigt gerade das
Gebet Daniels. Gott lenkte das Herz Kores, des Perserkönigs, Juda zu
befreien. Die allgemeinen Beziehungen der Menschen und Völker zueinander
stehen also unter einer gewissen unsichtbaren Leitung Satans, dem Mörder
von Anfang an. Seine Absicht ist, die Menschen, die nach Gottes Ebenbild
geschaffen sind, zu vernichten. Und wehe einem Land und Volk, wenn es
Satan gelingt, dessen Regierung zu inspirieren! Doch gleich wie die
bösen Engel, so sind auch die guten tätig. Sie sind vor allem ausgesandt
zum Dienst um derer willen, die die Seligkeit ererben sollen (