Besonders zahlreiche Vertreter unter positiven Schrifterklärern und bibelgläubigen Naturwissenschaftlern hat die Periodenauffassung gefunden. Sie übernahm zugleich die Aufgabe, die Übereinstimmung der Schöpfungswerke der »sechs Tage« mit der Reihenfolge der geologischen Schichten nachzuweisen (»Konkordistische« Deutung). Dennoch reichen die Anfänge einer Periodenauffassung bis in frühchristliche Zeiten zurück. Mit Recht erklärt Dr. C. F. H. Henry in seinem Buch »The Protestant Dilemma«, Grand Rapids 1949. p. 66: »Es ist wahrlich nicht etwa so, daß die Periodenauffassung eine Ausflucht moderner Fundamentalisten sei, um dieses Kapitel in einer gewissen Verlegenheit vor den Ergebnissen moderner Wissenschaft zu rechtfertigen, denn die Kirchengeschichte weist lange vor dem Aufstieg moderner Wissenschaft auf solche Verfechter der Periodenauffassung hin.«
Besonders aber wurde sie bald nach dem Aufkommen der Erdgeschichte und Versteinerungskunde seit dem 19. Jahrhundert von bibelgläubigen, führenden Naturwissenschaftlern vertreten, so von dem Franzosen Cuvier, einem der Hauptbegründer dieses neuen Zweiges der Forschung, eines der größten Namen in der Geschichte der Naturwissenschaft. Geradezu überrascht von der sich jetzt zeigenden, erstaunlichen Übereinstimmung zwischen Geologie und Genesis erklärte Cuvier: »Mose hat uns einen Weltentstehungsbericht hinterlassen, dessen Genauigkeit sich mit jedem Tage bewundernswerter bestätigt.«137
Für die Vereinigten Staaten und Canada nennen wir James Dana und J. W. Dawson, die beiden bedeutendsten Geologen Nordamerikas im 19. Jahrhundert. James Dana in seinem »Manual of Geology« (Handbuch für Geologie), J. W. Dawson in seinem Werk »The Origin of the World according to Revelation and Science«, 1877.
Unter den Theologen der gleichen Zeit sind es bekannte Namen wie F. Godet (Professor in Neuchatel, Schweiz), J. H. A. Ebrard (Professor in Marburg), O. Zodder (Professor in Gießen und Greifswald), Dekan Keerl. Die Zahl dieser Namen ließe sich ohne Schwierigkeit vermehren.
In der neuen und neuesten Zeit sind es unter anderen Professor F. Bettex, 1919138, Professor Dr. E. Hoppe, 1915139, desgleichen der Botaniker Professor E. Dennert 1911140, der Astronom Professor Johannes Riem (Sternwarte Hamburg, 1911),141 der Paläontologe Professor Freiherr von Huene, Universität Tübingen 1947142, der Mediziner Professor A. Rendle Short, Universität Bristol, 1947143.
137 In seinen „Reden über die Umwälzungen der Erde“, Paris 1812 , S. 9 8 . Cuvier war Professor in Paris, zugleich Staatsrat Napoleons I.↩︎
138 Bettex, „Naturstudium und Christentum“, Striegau 1919 .↩︎
139 Professor Dr. Edmund Hoppe, „Glauben und Wissen“. Antworten auf Weltanschauungsfragen. Gütersloh 1915 .↩︎
140 Professor D. Dr. E. Dennert, „Bibel und Naturwissenschaft“. Gedanken und Bekenntnisse eine Naturforschers. Halle 1911 .↩︎
141 Professor Dr. Johannes Riem, „Weltenwerden“, Hamburg 1925 .↩︎
142 Professor Dr. Frhr. von Huene, „Weg und Werk Gottes in Natur und Bibel“. Siegen 1947 (mit Vorwort von Karl Heim, Tübingen).↩︎
143 Professor Dr. A. Rendle Short. Modem Discovery and the Bible. London 1952.↩︎