Verwandt hiermit ist die »ideale« Auffassung der sechs Tage. Sie wurde vertreten von den Theologen Hermann Strack (Professor in Berlin) und J. P. Lange, dem Herausgeber des bekannten, umfangreichen, nach ihm genannten Theologisch-Homiletischen Bibelwerks, das erst noch vor nicht vielen Jahren in englischer Sprache in Amerika neu herausgegeben worden ist: Bei Gott, dem Überzeitlichen, gilt nicht das menschliche Zeitmaß. Bei Ihm »ist ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag« (2Pet 3,8). Daher sind auch die sechs Tage des göttlichen Weltschaffens, als »Tage Gottes«, in keiner Weise irgendwie Erdentagen zu vergleichen, weder Vierundzwanzigstundentagen noch irdischen Zeitperioden. Die sechs Tage bezeichnen, nach Strack, »6 bei der Schöpfung zu unterscheidende Hauptmomente, 6 Phasen oder Seiten der schöpferischen Tätigkeit Gottes, 6 Hauptgesichtspunkte, unter welchen die schöpferischen und weltbildenden Akte Gottes geordnet werden können.«