DER MENSCH ALS DIE KRONE DES SCHÖPFUNGSWERKES
»Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde«. Wie aus Erz gegossen stehen diese Worte da, allem Atheismus, Pantheismus und Materialismus heidnischer und modern-philosophischer Spekulation zum Trotz. Selbst ein Mann wie der liberale Theologe Hermann Gunkel sieht sich zu dem Bekenntnis genötigt: »Kein Wort gibt es in den Weltentstehungslehren anderer Völker, das diesem ersten Wort der Bibel gleichkäme«. Im Anfang war nicht das Chaos, sondern im Anfang war Gott. Der Geist hat den Vorrang vor der Materie. Das ist der erste Gedanke jenes wundersamen Bibelberichts, von dem der bekannte deutsche Dichter Jean Paul sagt: »Das erste Blatt der mosaischen Urkunde hat mehr Gewicht als alle Folianten der Naturforscher und Philosophen«. Weht doch in diesem rückblickend prophetischen Schöpfungsbericht, gegenüber den Anschauungen heidnischer Völker, »die Morgenluft einer neuen Weltanschauung, vor deren frischem Hauche die Schatten der Nacht wie Nebelgebilde zerflattern.«32 Aus Nichts rief Gott die Welt hervor. Das jetzt Sichtbare sollte nicht aus dem sinnlich Wahrnehmbaren entstehen (Heb 11,3). Er, Gott Selbst, ist der Anfang und waltet als solcher frei über dem Stoff. Alles ist Sein, und alles besteht zusammen durch Ihn (Heb 1,3 ; Kol 1,17; Joh 1 3).
32 Dr. J. Reinke, Professor der Botanik in Kiel.↩︎