Schriften von Erich Sauer
Die Unmöglichkeit der SintfluttheorieDie Unmöglichkeit der Sintfluttheorie
Völlig unmöglich ist der Versuch, die geologischen Tatbestände als Folgen der Sintflut aufzufassen. Drei Hauptgründe sprechen dagegen:
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Es ist vom Gesichtspunkt der Erdgeschichte und Versteinerungskunde ganz ausgeschlossen, daß eine einmalige Flut von wenigen Wochen oder Monaten alle diese neuentdeckten Tatbestände bewirkt haben könnte. Das Studium der versteinerten Pflanzen und Tiere sowie die Untersuchung der Gesteinsschichten selbst haben zweifellos erwiesen, daß die Erde viele, unübersehbar lange Entwicklungsperioden durchgemacht haben muß, bis ihr das Wirken der Elemente Wasser, Luft und Feuer die gegenwärtige Gestalt gegeben haben. Nur Unkenntnis und Torheit sind imstande, diese Forschungen grundsätzlich zu verneinen.
Aus der fast zahllosen Reihe von Beweisen nennen wir nur folgendes. In seinem Buch »The Christian View of Science and Scripture« London 1955 (Die Schau des Christen über Wissenschaft und Bibel) schreibt Dr. B. Ramm (S. 127 f): »Um 30 cm Kohle zu produzieren braucht es 30 Meter Humusboden. . . Im Yellowstone Park (U.S.A.) sind 600 Meter Erdschicht freigelegt worden, welche zeigen, daß achtzehn aufeinanderfolgende Wälder durch Lava vernichtet worden sind. Jeder einzelne Wald mußte sich entwickeln und wurde dann erst mit der Lavaschicht bedeckt. Ehe dann ein neuer Wald entstehen konnte, mußte die Lavaschicht verwittern, um den Humusboden zu bilden, in welchem wieder Bäume wachsen konnten. Die Anzahl der Jahre, die alles dies in sich schließt, ist weit größer, als die wenigen tausend Jahre, welche die Flut-Geologen angeben könnten.«
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Die Sintfluttheorie wird ferner auch schon durch die eine Tatsache widerlegt, daß sich noch nie zwischen den versteinerten Pflanzen und Tieren auch versteinerte Menschenreste gefunden haben. Daher muß jene Katastrophe bzw. müssen jene Katastrophen lange vor der Geschichte des Menschengeschlechts stattgefunden haben.
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Vor allem aber würden, wenn eine einmalige Flut alles aufgewühlt und überschwemmt hätte, die versteinerten Pflanzen- und Tierreste in völligstem, nur vom Schwergewicht bis zu gewissem Grade beeinflußten Durcheinander der Arten und Gattungen daliegen. In Wahrheit aber weisen sie eine stets den jeweilig übereinander liegenden Schichten entsprechende, genau geordnete stufenweise Steigerung ihrer Organisation auf.
In der ältesten Periode des »Altertums« der Erde, im Kambrium, stehen die wirbellosen Tiere im Vordergrund. In der nächsten Periode, dem Silur, erscheinen die Wirbeltiere und zwar in ihren niedrigsten Formen, den ersten Fischen. Dann, im Devon, werden die Fische zahlreicher. In der nun folgenden Steinkohlenzeit (im Karbon) treten die ersten Amphibien auf, im Trias - mit dem das »Mittelalter« der Erde beginnt - erscheinen die noch höher organisierten Reptilien, die mit den Sauriern des Jura eine gewaltige Entwicklung erlangen. Allmählich treten in der Folgezeit - in der »Neuzeit« der Erde, besonders im Tertiär - die beiden höchsten Klassen der Wirbeltiere in den Vordergrund, das heißt, die Säugetiere und Vögel. Schließlich erscheint der Mensch als der Beherrscher der Erde.
Zeigt dies alles nicht ganz offensichtlich eine allmählich ansteigende Vervollkommnung der Organisation innerhalb der aufeinanderfolgenden Erdschichten? Die untersten und ältesten Schichten enthalten einfachere Wesen. Die folgenden und höheren bergen, ansteigend, immer mannigfaltigere und zusammengesetztere Formen. Je näher wir also der Gegenwart kommen, desto vollkommener und mannigfaltiger wird die Lebewelt. Zuletzt treten die hoch- und höchstorganisierten Geschöpfe auf, so daß sich diese geradezu als Ziel und Ergebnis der früheren Perioden darstellen. Diese ganze, systematisch aufgebaute Aufwärts-Stufenfolge in den geologischen Schichten zu erklären, ist die Sintfluttheorie in keiner Weise in der Lage.