Wahre Lebensbejahung im Sinne absoluter Ewigkeit (d. h. Unendlichkeit) gibt es nur auf dem Boden biblischen Christentums. Erst der Glaube an die Weltverklärung am Ende der Zeit macht es möglich, an wirklich ewige, das heißt endlos bestehende Werte zu glauben. Denn wenn nicht einst ein Wunder geschieht, so muß notwendigerweise der Untergang das Letzte sein. Jedenfalls ist dies das einzige Endergebnis der Weltentwicklung vom Gesichtspunkt des modernen, rein »naturgesetzlichen« Weltbildes aus. Nur ein Einbruch göttlicher Kräfte in die uns bekannte, allgemeine Naturordnung könnte dies verhindern.
Nach der Lehre der Astronomie geht das Weltgebäude entweder dem Kältetod oder dem Hitze- beziehungsweise Feuertod entgegen. Die einzelnen Weltkörper - Sonnen, Planeten und Monde - kühlen sich auf ihrem Flug durch den kalten Ätherraum mehr und mehr ab. Darum muß notwendigerweise zuletzt - auch für unsere Erde - ein Zustand eintreten, in dem die Wärme der Sonne wie auch die Eigenwärme der Erde so weit dahingeschwunden sein werden, daß alles Leben erstirbt. Das letzte Lebewesen - auch der letzte Mensch - nimmt seine letzte Mahlzeit ein, wird von der Kälte überwältigt und versinkt in den Tod. Und mit ihm sinkt alles Streben von Jahrtausenden, aller Kulturfortschritt der gesamten Menschheit, alle Meisterwerke an Kunst und Technik, alle Errungenschaften an Selbstveredelung und Idealismus in ein dunkles, kaltes, eisiges Grab, und die Erde rast als ein runder, vereister Massenfriedhof durch den noch eisigeren, nachtschwarzen Weltenraum, bis vielleicht später noch weitere Entwicklungen das Ganze völlig auflösen.
Diese Erwartung wird noch bestärkt durch das geradezu unvorstellbar seltene Vorkommen von Materie im Weltenraum.
Unsere Sonne gehört mit noch einigen hundert anderen hellen Sternen zu einem besonderen Sternhaufen. In einem solchen Sternhaufen sind die Fixsterne verhältnismäßig nahe beieinander. Aber selbst in einem so »eng« zusammenstehenden Sternhaufen, wie es unser »Sonnensternhaufen« ist, sind die Fixsterne - wenn man ihre Gesamtmasse gleichmäßig über den Raum dieses Sonnensternhaufens verteilen würde - so weit auseinander und folglich ihre Masse so gering, als ob in einem ganzen Kubikkilometer sich auch nur ein einziges Staubkörnlein fände! Und dabei beginnt (!) ja erst hinter (!) einem solchen »eng« zusammenstehenden Sternhaufen der eigentliche Weltraum!! Der Weltraum mit seiner ungeheuren Leere und seinen unvorstellbaren Entfernungen! Und es vergehen Hunderte, ja Tausende von Lichtjahren, bis man wieder irgendwo eine Sternhaufen-Weltinsel antrifft. Hierbei ist ein Lichtjahr die Entfernung, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Aber schon in einer einzigen Sekunde legt der Lichtstrahl 300.000 Kilometer zurück, kreist also 71/2 mal um den ganzen Erdäquator. So kommt im Weltenraum eigentlich nur als unbegreiflich geringe Ausnahme einmal ein Stern vor. Diese Staubkörnlein strahlen ihre Wärme in den Weltenraum hinaus, der seinerseits 273 Grad kalt ist. Zugleich kommt es hierbei zu einem ungeheuren Verlust an Wärme und Energie.
»So erhält unsere Erde«, schreibt der Hamburger Astronom Professor Johannes Riem, »von der ganzen Energie, die die Sonne in jedem Augenblick in den Weltraum ausstrahlt, nur den zwei-milliardsten Teil, und alle Planeten, zusammengenommen, empfangen nur den 22 5millionsten Teil. Alles andere wird anscheinend nutzlos in den Weltraum ausgestrahlt und geht für die Materie und die Körper rettungslos verloren. So machen es alle Sterne.«
Daher muß notwendigerweise einmal ein Zeitpunkt und Endzustand eintreten, in dem alle Gestirne ihre Wärmemenge in den Weltraum abgegeben haben, so daß dann keine Wärmeunterschiede im Weltall mehr bestehen. Durch Ausstrahlung von Wärme und Energie ist es zu einer gleichmäßigen Verteilung der Masse im Weltraum gekommen, und damit ist der Stillstand aller Vorgänge im Universum eingetreten.
Oder, wie es ein anderer deutscher Gelehrter Prof. Dr. H. Rohrbach 1954 ausdrückt: »Wir müssen mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, daß in ferner Zukunft einmal ein Zustand im Kosmos eintreten wird, bei dem alles ausgeglichen ist, wo also die Gesamtmasse im ganzen Weltraum gleichmäßig verteilt ist und dann nichts mehr sich ereignen kann. Dies ist das »thermodynamische Gleichgewicht«, der allgemeine Wärme- oder Kältetod des Weltalls. Doch können wir keine Berechnungen darüber anstellen, wieviele Jahre bis dahin noch vergehen werden, da wir das Eintreten von unvorhersehbaren Ereignissen nicht ausschließen können.«
Gerade im Hinblick auf die unbegreiflich geringe Verteilung der Materie im Weltenraum hat die Erwartung eines solchen Weltensterbens durch den Welt-Kältetod, wissenschaftlich gesehen, nichts Befremdendes an sich. »Gewiß ist dieser Gedanke sehr abstoßend«, schreibt Prof. Riem, »und man hat sich alle Mühe gegeben, ihn abzuweisen. Es ist aber auf keine Weise gelungen, einen Gedankengang zu finden, der uns aus diesen Beklemmungen herausführen könnte.«
»Wir Menschen haben keine Möglichkeit, einen solchen Ausweg von uns aus zu finden. Alle Versuche, dem Weltkälte- ( = Weltwärme) tod zu entgehen, bleiben vergeblich. Wir sind, soweit es uns selber anbelangt, diesem Nihilismus preisgegeben.«81
Das Ganze mag - nach der Auffassung des modernen Denkens - erst nach Millionen oder aber Millionen von Jahren stattfinden, so daß unsere heutige Generation für sich und ihre Nachfolger nicht damit rechnet und die Welt noch Zeit hat, sich zu entfalten. Aber, auf das Große gesehen, ist dies doch nur ein recht schwacher Trost, der uns keineswegs von dieser traurigen Perspektive und dieser nihilistischen Grundstimmung befreien kann. Eintreten muß das Weltende ja doch einmal gewiß. Die Naturwissenschaft jedenfalls kennt keine andere Möglichkeit. Der Weltentod kommt. Das Ende ist der Untergang.
»Die zeitliche Länge der Galgenfrist, die der Kosmos noch hat, täuscht uns nicht über die wirkliche Lage des Weltalls hinweg. Diese gleicht einem zum Tode Verurteilten, bei dem noch eine geraume Zeit zwischen dem Urteilsspruch und dem Morgen der Hinrichtung liegt. Das ändert jedoch nichts an seiner traurigen Lage, wenn die Voraussage der Weltzukunft zutrifft, welche die führenden Naturforscher ausgesprochen haben.«82)
Nur einen Ausweg gibt es, diesem allmählichen Kältetod zu entrinnen. Das ist - wenn das große Wunder nicht eintritt! - nach der Lehre der modernen Naturwissenschaft, der Hitze- beziehungsweise Feuertod! Eine Hitzekatastrophe durch vermehrte Strahlung der Sonne oder durch den Zusammenprall zweier Welten - unserer Erde oder unseres Sonnensystems mit einem anderen Weltkörper - und die durch diesen Stoß ausgelöste, ungeheure Explosion und damit die Auflösung aller Weltelemente in flammende Feuersglut!
Astronomisch denkbar wäre auch, daß die Erde noch viel früher unbewohnbar werden könnte als durch solchen Kälte- oder Feuertod des Sonnensystems oder des Kosmos. Es könnte durchaus ein Vorgang eintreten, der in seinem Wesen dem Eistod sogar zeitweilig entgegengesetzt ist, nämlich eine große Verstärkung der Sonnenstrahlung und damit eine ungeheure Steigerung der Wärme bis zu völlig untragbarer Hitze.
Die astronomische Forschung spricht von sogenannten »neuen« Sternen (Novae). Das sind Sterne, die verhältnismäßig schnell ganz »neu« aufleuchten. Es hat sich nun aber herausgestellt, daß die meisten dieser »neuen« Sterne nicht eigentlich neue, sondern »veränderliche« Sterne sind, deren Strahlung zeitweilig auf das Fünftausend bis Einhunderttausendfache anwächst.
Wenn nun unsere Sonne sich einmal ebenfalls als solcher »veränderlicher Stern« 83 erweisen sollte und dann zeitweilig eine dementsprechende Hitze hervorbringen würde, wie dies bei zahlreichen Fixsternen bereits einwandfrei beobachtet worden ist (!), »dann wird alles Wasser auf der Erde verdampfen und ihre Hülle derjenigen des Planeten Venus gleichen. Ob sich dann irgendein Lebewesen diesem neuen Erdzustand noch wird anpassen können, läßt sich nicht sagen. Die Menschheit wird es vermutlich nicht vermögen. Damit aber stehen wir vor einer Voraussage der Zukunft für die Menschheit, die noch viel furchtbarer ist als der Eistod. Denn was sich dann abspielen wird, wenn unsere späten Nachkommen vor der ungeheuren Hitze in Erdhöhlen flüchten müssen, in denen sich dann alle Menschen zusammendrängen, um auf kältetechnischem Wege sich mühsam noch einige Zeit zu erhalten, das ist, wenn wir es uns mit unserer Phantasie auch nur einigermaßen im Einzelnen ausmalen, so furchtbar, daß Dante’s »Inferno« (Hölle), in dem die Qualen der Verlorenen beschrieben werden, demgegenüber noch als eine Kleinigkeit erscheint« (Prof. Dr. Karl Heim)84. Und dennoch würde, was die Geschichte der Erde betrifft, auch dies nur eine vorübergehende Vor-Entwicklung sein. Die endgültige, allgemeine Erkaltung, der »Eistod«, käme später doch sowieso. Der Untergang kommt in jedem Fall gewiß.
Bei dem geradezu unvorstellbar seltenen Vorkommen der Sterne im Weltraum mag, rein astronomisch gesehen, mit einem solchen Weltkältetod durch allmähliche Abkühlung mehr zu rechnen sein als mit dem Weltfeuertod. Aber es bleibt unter diesen rein naturwissenschaftlichen Erwägungen, dennoch unbestreitbare Tatsache, daß ein solcher Weltfeuertod beziehungsweise der Welthitzetod der einzige»naturgesetzliche« Ausweg wäre, dem Weltkältetod zu entgehen. Professor Karl Heim schreibt geradezu: »Daß das Weltall vor dem Kältetod geschützt bleibt, das ist genau so unwahrscheinlich, wie es unwahrscheinlich ist, daß ein Quantum Wasser, auf Feuer gestellt, zu Eis gefrieren würde. Genau so ausgeschlossen ist die Möglichkeit, daß das Weltall dem Kältetod entgehen könnte« (a. a. O. S. 112).
Auch nach dem atheistischen Naturforscher Professor Dubois-Reymond besteht die »naturwissenschaftliche Eschatologie« in der Erwartung des Zeitpunkts, dem sich die W elt unaufhaltsam nähert, in dem das ganze Geistesleben und damit auch alles Wissen erlischt, alle Ideale vernichtet sind und auch alle Kunstwerke und Kulturleistungen zerstört sind.
»Wie eine dunkle Wetterwolke, die sich einmal entladen wird, steht dies Bild des Weltentodes vor der Menschheit. Es bleibt dabei, daß nicht nur die Menschen und alle Tiere, sondern auch die ganze anorganische Welt dem Schicksal der totalen Vernichtung entgegengeht.«
Wenn das Wunder nicht eintritt! Das Wunder, an das wir Christen glauben! Das Wunder, das darin besteht, daß Gott, der Allmächtige, in den Weltverlauf eingreift! Das Wunder, daß Er die »naturgesetzlich« unvermeidbare Weltkatastrophe abwendet! Das Wunder, daß Er als Weltvollender zu einer von Ihm bestimmten Zeit eine ewige Weltverklärung bewirkt.
»Der Versuch von uns Menschen, in das Geheimnis des Weltendes einzudringen, führt uns also zu nur zwei Möglichkeiten, die beide das ganze Sein der Wirklichkeit umfassen.
Die erste Möglichkeit ist das Nichts, in dem alle irdischen Prozesse zur Ruhe kommen, der Weltentod, in dem das letzte Wort der Naturwissenschaft über die Weltzukunft enthalten ist.
Eine zweite Möglichkeit gibt es nur dann, wenn die universale Osterbotschaft, die die Boten des Auferstandenen durch die Welt getragen haben, tatsächlich wahr ist. Nach der Osterbotschaft steht der Welt nicht das Nichts bevor, sondern die große Weltverwandlung« (Professor Karl Heim).
Ohne diesen Glauben an das große Wunder ist jeder Glaube an einen endlos fortbestehenden Weltsinn der Naturordnung, in der wir leben, unmöglich. Wer also das Wunder leugnet, leugnet jeden, in alle Endlosigkeit hinein geltenden, geistig-sittlichen Wert. Für den kann es auch keinen absolut endlos triumphierenden »Menschheitsadel« geben.
Wir sagen absichtlich »endlos« und nicht »ewig«. Denn von »ewigen« Werten redet man oft auch ohne Beziehung auf diesen Glauben. Das Wort »ewig« wird nicht selten im Sinn von »unvorstellbar lang, uralt, zeitalterhaft lange andauernd, ununterbrochen fortbestehend« gebraucht. Hiermit ist dann der Begriff der absoluten Unendlichkeit und Endlosigkeit nicht notwendig verbunden. Und zwar geschieht dies nicht nur im allgemein-menschlichen Sprachgebrauch, sondern zuweilen auch in der Bibel selbst.
So redet das Alte Testament von »ewigen Hügeln« ( 1Mo 49,26), »ewigen Bergen« (5Mo 33,15), »ewigen Toren« Ps 24,7.9 wörtl.), »ewigen Satzungen«. Letztere hatten aber nur Gültigkeit, solange das mosaische Gesetz mit seinem Priestertum, Opferdienst und Festkalender bestand, also von Mose bis Christus, das heißt, 1.500 Jahre! So wird das Passah (2Mo 12,14), das Fest der Erstlingsgarbe (3Mo 23,14), das alttestamentliche Wochen- (d. h. Pfingst-) Fest (3Mo 23,21), das Speiseopfergesetz (3Mo 6,15), das Gesetz über das Anzünden der Öllampen in Stiftshütte und Tempel (2Mo 27,21) eine »ewige Satzung« genannt. Wenn ein Knecht niemals mehr seine Freiheit zurückerhalten wollte, so wurde er damit Knecht »auf ewig« (5Mo 15,17 worth; 2Mo 21,6 vgl. 1Sam 27,12). Hier ist »ewig« also gleich »lebenslang«. In gleichem Sinne wird auch der lebenslange Tempeldienst Samuels als »ewig« bezeichnet (1Sam 1,22 worth).
Wenn also der Christ oder der Nichtchrist auch im alltäglichen Leben ohne Bezugnahme auf die von der Bibel geweissagte Weltverklärung von ewigen Werten und ewigen Kräften spricht, so ist dies vollberechtigt und sogar biblisch begründet. Das Wort »ewig« bezeichnet dann - wie an obigen Bibelstellen - »äonenhaft, unausdenkbar lang, unübersehbare Zeiträume hindurch ununterbrochen andauernd.«
Aber vom »ewigen Leben« und von »ewigen Werten« im Sinne absoluter Endlosigkeit kann nur der reden, der an die von der Bibel geweissagte Weltverklärung glaubt. Alles andere ist, selbst wenn es Millionen und Milliarden von Jahrtausenden andauern würde, dennoch einmal zeitlich begrenzt, also endlich. Dies gilt gerade unter dem Gesichtspunkt der uns bekannten Naturgesetzlichkeit und des modernen, naturwissenschaftlich-kosmischen Weltbildes.
Man hat gemeint, nach diesem kosmischen Weltverlauf, nach seinem Kälte- oder Feuertod, werde, durch Zusammenstoß unseres alternden oder erkalteten Sonnensystems mit einem andern, ein neues, junges Weltsystem seinen Anfang nehmen. Dies werde dann als flammende Nebelsternmasse beginnen, schließlich aber, nach langen Entwicklungen und Millionen von Äonen, einem ähnlichen Geschick verfallen wie das unsere. In gleicher oder ähnlicher Weise werde ihm dann eine weitere, ja unendliche Reihe von Weltentwicklungen folgen.
Dazu aber müssen wir erklären; Dann wäre das Ganze nur ein ewiges Kommen und Gehen von Welten. Dann wäre der ganze Verlauf des Universums nur ein unendlich sich wiederholendes, kosmisches Geborenwerden, Sterben, Auferstehen und Wiedersterben, und die Geschichte des Weltalls wäre nichts anderes als ein ewiger Kreislauf von Werden und Vergehen, der letzten Endes jedes eigentlichen, sinnvollen Zieles entbehrte.
Dann wäre das Weltall ein »alles verschlingendes Grab«, ein »ewig wiederkäuendes Ungeheuer« (Goethe), ein Saturn, der seine eigenen Kinder verschlingt. Es wäre ein Riesenorganismus, der zwar bis ins Kleinste und Winzigste hinein unfaßbar genau und zweckmäßig eingerichtet ist, der aber selber, als Großes und Ganzes, die Ziellosigkeit und Zwecklosigkeit geradezu zum Motto hat. Dann wäre aller Wert in der Welt, vom Standpunkt der Undenklichkeit aus, letzten Endes nur wesenlose Einbildung, und der Urgrund alles Sinnvollen wäre ewig das Sinnlose. Ja, vom rein irdisch-naturgesetzlichen, das Wunder leugnenden, nichtchristlichen Denken aus müßte gesagt werden: Es gibt keine eigentlichen, wahrhaft endlos fortbestehende Werte. Das Ende alles Höffens ist die völlige Hoffnungslosigkeit. Ewig, im Sinne von endlos, ist uns nur der Tod.
Da ist die biblische Offenbarung doch viel vernünftiger! Denn es ist vernünftiger, an das Wunder eines allmächtigen Gottes zu glauben als an die letztliche Sinnlosigkeit eines sinnvoll (!) geordneten Kosmos. Es ist vernünftiger, an Welterneuerung und Weltverklärung zu glauben als an einen endlosen Sieg von Verheerung und Chaos. Es ist vernünftiger, an den Triumph des Geistes zu glauben als an die Übermacht roh mordender Zerstörungsgewalt der Materie.
So ist der Glaube auch in dieser Hinsicht der überlegene. Der Unglaube ist Lebensverneinung, der Glaube Lebensbejahung. Der Unglaube versinkt in Todesnacht, der Glaube erhebt sich zum Lebenstriumph. Das Ende des Unglaubens ist Untergang; die Vollendung des Glaubens ist Weltverklärung. Der Abschluß des einen ist Feuer- oder Kältetod, das Endziel des anderen aber Leben und endlosverherrlichter »Menschheitsadel«. Und es bestätigt sich auch hier das Wort der Schrift: »Die Welt vergeht mit ihrer Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit« (r. Joh 2,17).
Wahrlich, wir sind nicht leichtgläubig genug, um ungläubig zu sein!
»Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!« (1Kor 15,57).
81 Prof. Dr. Karl Heim, Weltschöpfung und Weltende. Hamburg 1952. S. 113.↩︎
82 Karl Heim a. a. O. S. 151 .
83 ↩︎
84 K. Heim a. a. O. S. 114. 115. Auch wenn ein solcher verhältnismäßig schneller Hitzeausbruch der Sonne, wie bei den veränderlichen Sternen, nicht eintreten würde, wäre dennoch astronomisch mit der Möglichkeit eines Hitzetodes der Menschheit zu rechnen. Denn es wäre dann, nach den Erwägungen des Astronomen Gamow (1948), für die Sonne und die Mehrzahl der Sterne eine langsamere Steigerung ihrer Temperatur zu erwarten. „Diese rührt dann daher, daß das aus ihrem Wasserstoff entstehende Helium undurchsichtiger ist und die Wärme zusammenhält, bis aber schließlich die Temperatur ihr genügenden Austritt erzwingt, wobei die Strahlung der Oberfläche in etwa zehn Millionen Jahren das Hundertfache der heutigen werden wird.“ Auch dies würde den Hitzetod alles irdischen Lebens bewirken. Dabei käme der Eistod des Ganzen am Schluß in jedem Fall dennoch hinterher.↩︎