Behandelter Abschnitt Phil 2,9-11
Darum hat Gott Ihn hoch erhoben (Phil 2,9-11)
Die Verse 6-11 dieses Kapitels bilden eigentlich einen Teil für sich, der sich in zwei gleiche Hälften zerlegt. Die eine Hälfte umfasst die Verse 6-8 und die andere die Verse 9-11. Mit jener Hälfte, die uns das tiefste Hinabsteigen unseres Herrn und Seinen Gehorsam bis zum Tode am Kreuz vor Augen stellt, haben wir uns bereits beschäftigt. Mit der anderen Hälfte des oben bezeichneten Teiles wollen wir uns nun beschäftigen. Die Verse 9-11 führen uns auf einen andern Schauplatz, auf den himmlischen, im Gegensatz zum irdischen. Auf Erden sehen wir Jesum ein wenig erniedrigt unter die Engel (Heb 2,9a), im Himmel aber sehen wir Ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt (Heb 2,9b). Dieser gewaltige Umschwung nötigt uns, nach seinen Ursachen zu sehen.
I. Wer hat Jesum erhöht?
Gott hat Ihn erhöht (Vers 9). Unser Herr hat sich erniedrigt, und
zwar in vollkommenster Weise, aber Er hat sich nicht selbst erhöht.
Jemanden erhöhen ist Gottes Sache (1Sam 2,7; 1Pet 5,6;
II. Warum hat Gott Ihn erhöht?
Man beachte das "Darum" in Vers 9. Es weist uns zurück auf die Verse 6-8, weil Er sich entäußert und erniedrigt hat und gehorsam ward bis zum Tode am Kreuz. Gott erhöht nie ohne Grund, aber auch nicht um irgend eines Grundes willen. Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden (Mt 23,12; Lk 14,11; 18,14). Das ist ein Grundsatz bei Gott, der selbst im Leben unseres Herrn Geltung hatte und Anwendung fand. Gerade auf dieser Linie hat der erste Mensch versagt. Beachten wir, dass das, was den Menschen Anlass gab, den Herrn zu verwerfen, Gott als Ursache diente, Ihn zu erhöhen. Die Menschen fanden des Herrn Gesinnung, Sein Tun und Lassen anstößig und des Todes am Kreuze würdig. Gott hingegen fand Sein Wohlgefallen daran und achtete Ihn der Erhöhung würdig. Je mehr die Gesinnung Christi, die Demut und der Gehorsam dem Herrn bei Gläubigen hervortreten, desto weniger finden sie die Anerkennung der Welt, deswegen erkennt uns die Welt nicht (1Joh 3,1). Die Tatsache der Verkennung wird in der Schrift wiederholt beleuchtet, man denke nur an Jeremia und Daniel und nicht zuletzt an den Herrn selber.
III. Wie hat Gott den Herrn erhöht?
Diese Frage ist von grundlegender Bedeutung und muss wie folgt
beantwortet werden. Gott hat Jesum erhöht. a) Indem Gott Ihn aus den Toten auferweckt hat (
IV. Anwendung.
Wird uns unser Herr in den Versen 6-8 als das Vorbild tiefster Demut und Selbsterniedrigung gezeigt, dann hat Seine Erhöhung uns auch etwas zu sagen. Denn wir sind Teilhaber oder Genossen Christi (Heb 3,14) und das sowohl auf dem himmlischen Schauplatz dereinst, als auch auf dem irdischen jetzt. Die für diesen Schauplatz ausgegebene Parole lautet: „So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, auf dass Er euch erhöhe zur rechten Zeit“ (1Pet 5,6). Wenn wir ausharren, so werden wir auch mitherrschen (2Tim 2,12). Die Herrlichkeit, zu der uns Gott berufen hat, bedingt Leiden und Selbsterniedrigung (1Pet 5,10). Jetzt teilen wir mit Ihm Seine Verwerfung, tragen Seine Schmach außerhalb des Lagers und werden Seiner Leiden teilhaftig. Aber wenn Er wiederkommen wird, werden wir auf den Himmlischen Schauplatz erhöht. Dann wird es durch alle Ewigkeiten hindurchklingen: Darum hat Gott sie hoch erhoben.(Aus Ährenlese.)
Die Erhöhung Christi (Phil 2,9-11)
Wie die Verse 5-8 die freiwillige Erniedrigung des Herrn beschreiben, so zeigen diese Verse die göttliche Erhöhung. Erst zeigt der Apostel die Stufen hinab bis zum Tode am Kreuz, und nun ebenfalls die Stufen hinauf bis zur höchsten Höhe. Diese Verse stellen neben andern einen Teil der großen Erfüllung des 110. Psalms dar. Der, der sich so demütigt, ist der Genosse Jehovas (Sach 13,7).
Es ist interessant zu beobachten, dass Gott keinerlei Unwürdigkeiten mehr über Jesum zuließ, nachdem Er ausgerufen hatte: „Es ist vollbracht“. Das Vaterauge wachte mit größter Sorgfalt über den aus Liebe dahingegebenen Leib. Die Bosheit der Menschen, verübt am Leibe Jesu, hatte am Kreuz ihren Abschluss gefunden. Niemand sollte Ihn mehr antasten. So durfte Ihm kein Bein zerbrochen werden. Mit viel Liebe und Sorgfalt wurde Jesu Leib in eine neue Gruft gelegt, nachdem man Ihn wie einen König einbalsamiert hatte. Zur bestimmten Zeit weckte Ihn der Vater aus den Toten auf und nahm Ihn zu sich in Seine Herrlichkeit, wo Er von Gott begrüßt wurde. So erniedrigend ehedem Schmach und Schande waren, so hoch waren hernach auch die Ehre und der Ruhm. Die Stufen Seiner Erhöhung sind das Gegenstück Seiner Erniedrigung. Gerade die Erhöhung Christi zeigt, wie sehr Gottes Gedanken und unsere Gedanken verschieden sind. Die Menschen führten Jesum hinaus aus ihrer Mitte und würdigten Ihn des allerschmachvollsten Platzes, die am Kreuz. Gott aber führte Ihn heraus aus dem Tode und erhob Ihn auf Seinen Thron.
I. Darum hat Gott Ihn hoch erhoben.
Diese Erhöhung war also eine göttliche. Der Sohn erhöhte sich nicht
selbst (Ps 8,5, 6; 110,1, 7; Mt 28,18; Lk 24,26;
1. Die erste Stufe der Erhöhung ist die Auferstehung. Da wurden mit einem Schlag alle List, Berechnung und Bosheit derer, die Ihn so tief erniedrigten, zuschanden. Die erste Stufe Seiner Erniedrigung ist Seine Menschwerdung. In ihr war Gott geoffenbart im Fleisch. Die erste Stufe Seiner Erhöhung ist die Auferstehung und in ihr ist Er als Sohn Gottes erwiesen(Röm 1,4).
2. Die zweite Stufe Seiner göttlichen Ehrung ist die Himmelfahrt.
Das war ein großer Tag, als der Herr vor Seinen versammelten Jüngern gen Himmel fuhr und zurück zum Vater ging. Ein himmlisches Fahrzeug, eine Wolke, holte Ihn ab. Das Leben der Erniedrigung und Schmach fand sein Gegenstück in der Himmelfahrt.
3.) Die dritte Stufe Seiner Erhöhung war das Sich setzen zur Rechten Gottes.
In der Erniedrigung war der Herr niedriger als die Engel, in Seiner
Erhöhung aber steht Er über ihnen allen (Heb 1,5-13;
II. Und hat Ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist.
Der schönste aller Namen ist der Name „Jesus“. Gott gab Ihm diesen Namen schon ehe Er in die Welt kam, denn Gott kannte den Ausgang von Anfang an (Mt 1,21). Er ist der einzige Name, in dem Rettung ist (Apg 4,12). Er ist jener vorzüglichere Name, von dem der Hebräerbrief redet (Heb 1,4). In diesem Namen ist große Kraft, durch welche die Apostel große Wunder wirkten (Apg 3). In diesem Namen ist unsern Gebeten Erhörung zugesichert (Joh 14,14). In diesem Namen dürfen wir uns versammeln (Mt 18,20). Herrlich ist der Name Jesu; doch ist hier jene hohe Bezeichnung in Off 1,5; 19,16 gemeint, wo Jesus der Herr der Herren und König der Könige, ja, der Fürst der Könige der Erde genannt wird.
III. Dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge.
Als Jesus am Kreuze hing, brachen alle über Ihn herein (Apg 4,27), dereinst aber werden sich alle beugen und niederwerfen vor Ihm und Seinem Thron (Vers 11). Wir haben hierzu ein schönes Vorbild in der Geschichte Josefs, vor dem sich alle niederbeugen mussten, als er aus dem Gefängnis erhöht worden war (1. Mose 41,43). Die Welt ist des Herrn, Er hat sie Satan entrissen, darum muss sich dann auch vor Jesum, dem großen Erretter, alles niederwerfen (Joh 5,22,23). Wer wird sich vor Ihm beugen? Alle Knie! Sie sind in drei Kategorien eingeteilt, die Himmlischen, die Irdischen und die Unterirdischen.
1. Die Himmlischen. Die guten Engel und Engelsfürsten, Seraphim und
Cherubim, die Ihm stets gehorchten und untertänig waren (Dan 9,21-25;;
Lk 1,30,31; 2,13,14; Mt 5. 2, 13; 4, 11; Lk 22,43). Ihm
unterwirft sich alles: als Schöpfer (Kol 1,16) und als Regent (
2. Die Irdischen. Die Gläubigen, die Untertänigen und Willigen, die dann auf Erden sind, werden Ihm Huldigung darbringen(Ps 110,3). Die andern, die Halsstarrigen, werden Seiner Füße Schemel sein (Ps 110,1). Alle werden den Herrn der Herren und den großen Regenten anerkennen, und Sein gerechtes Gericht preisen müssen und Ihm die Ehre geben.
3. Die Unterirdischen. Alle, die im Totenreich sein werden, werden
Ihn anerkennen (Lk 8,28-32; 10,17; Jak 2,19; Kol 2,15;
IV. Und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus Herr ist.
Das ist das vollendete Bild der Erhöhung des Sohnes (Jer 45,23; Röm 14,11). Alle Sprachen und Zungen werden daran Anteil nehmen. Alle werden Ihn bekennen, Heilige und Böse (Off 5,12,13; 6,16). Alle werden erkennen, dass Jesus Christus Herr ist (1Thes 1,10; Heb 12,22 ff.); denn unter Seinem Zepter wird Friede, Trost und Seligkeit sein (Ps 45,7).
V. Zur Ehre Gottes des Vaters.
Der Vater, der den Sohn dahingab, bekommt am Ende alle Ehre, Gott wird alles in allem sein (1Kor 15,28; Eph 1,12-14). Es ist zur Ehre des Vaters, wenn Christus als Gott bekannt wird, darum wird dereinst der Vater alle ehren, die den Sohn bekannt haben und bereitwillig Seine Schmach trugen (Mk 10,40).