Behandelter Abschnitt Phil 2,14-18
Wichtige Ratschläge (Phil 2,14-18)
Auf die Aufforderung hin, das Heil auszuwirken, gibt nun der Apostel allerlei Ratschläge, wie die Philipper die Heiligung vollenden sollen. Er sagt ihnen:
I. Tut alles ohne Murren.
Murren, Unzufriedenheit ist eine uralte und sehr große Sünde, weil sie Auflehnung gegen Gottes Wege und Führungen bedeutet (4. Mose 11,5). Die Folgen dieser Sünde sind schwer (1Kor 10,10). Wenn wir hier nur an die Verse 6-8 denken, dann vergeht uns alles Murren. Beim Herrn gab es nie ein Murren, sondern Er war wie ein Schaf, das sich willig zur Schlachtbank führen ließ. Murren richtet sich also gegen Gott selber.
Aber auch gegen Menschen murren ist Sünde. Man denke an Mirjam und Aaron, die gegen ihren Bruder Mose murrten (4. Mose 12). Murren kommt stets aus einem bösen Herzen. Lass dich nie von üblen Launen hinreißen! Murren hat auch oft Neid als Ursache. Wir wollen lieber wie Abraham, auf das gute Recht verzichten (1. Mose 13,7, 8), und wie Josef die Vorsehung Gottes in unserem Leben dankbar anerkennen und Ihn handeln lassen (1. Mose 50,20).
II. Ohne Zweifel.
Zweifel ist Mangel an Glauben. Unzufriedenheit wächst aus unserm Kleinglauben an Gottes Wort. So ist alles Murren ein äußerer Ausdruck inneren Zweifels. Seien wir vielmehr voll Freude, wie Paulus im Gefängnis, der nie an Gottes Führungen zweifelte. Mit der Frage: „Sollte Gott gesagt haben?“ säte Satan Zweifel in das Herz der Eva.
III. Seid tadellos und lauter. Die Welt darf so wenig Unrechtes an uns finden, wie an Daniel (Dan 6). Tadellos dazustehen muss unser Bestreben sein (Eph 1,4; Kol 1,22; Heb 9,14; 1Pet 1,19; Jud 24; Off 14,5). Die Welt darf beim Gläubigen keinen Angriffspunkt finden, und Satan keinen Grund, uns vor Gott zu verklagen (Sach 3). Wenn die Welt uns hasst, so sollte es, wie beim Herrn, ohne Ursache geschehen (Joh 15,25); denn Er wurde ohne Grund gehasst. Unser Wandel muss lauter und tadellos sein, wie der eines Zacharias (Lk 1,6). Wir müssen uns vor der Ansteckung der Sünde hüten, damit offenbar wird, was wir sind (2Pet 1,10).
IV. Kinder Gottes. Wie unbescholtene Kinder Gottes sollen wir in dieser Welt stehen, die ihre hohe Herkunft durch würdigen Wandel offenbaren. Wie Demetrius, sollen auch wir einen guten Ruf haben (3Joh 12). Nie darf der Vatername durch die Kinder verunehrt werden. Durch einen Wandel nach der Gesinnung Christi erweisen sich die Gläubigen unanstößig. Der Apostel bestimmt auch den Ort, wo Kinder Gottes unanstößig sein sollen. Nicht allein in der eigenen Familie, auch draußen in der Welt, inmitten eines verkehrten und verdrehten Geschlechtes (Apg 2,40). Sie dürfen sich keineswegs der Welt gleichstellen (Röm 12,2).
V. Scheinen wie Lichter. Auch hier gilt es wiederum, auf den Herrn, das große Vorbild, zu blicken; denn Er selbst nennt sich das Licht der Welt. Der Gläubige hat also die hohe Aufgabe, in dieser dunklen Welt (nicht in einem Kloster) als ein Licht zu leuchten. Diese Welt ist finster und vom Fürsten der Finsternis regiert. Wir gleichen einer Stadt auf hohem Berge, die weit hinaus sichtbar ist. Gläubige sollen der Welt sein, was jener Stern den Weisen war, der sie zu Jesus leitete. Wir sollen funkelnden Edelsteinen gleichen, die das helle Licht des Evangeliums aufgenommen haben und es nach allen Seiten hin ausstrahlen. Wäre die Seligkeit allein Gottes Ziel mit den Seinen, dann hätte Er uns nach unserer Bekehrung gleich in den Himmel genommen. Henoch wandelte 300 Jahre mit Gott und ließ so sein Licht leuchten inmitten des verkehrten Geschlechtes jener Zeit.
VI. Darstellend das Wort des Lebens.
Das Wort des Lebens ist das Evangelium (2Tim 1,10). Das
Evangelium ist der Kanal, durch den das ewige Leben fließt (
VII. Das eigene Beispiel. Der Apostel fordert nicht nur andere zum
Dienst auf, sondern zeigt seine eigene Bereitschaft bis zum Märtyrertod.
Paulus nennt den Glauben der Philipper ein Opfer, das er Gott
priesterlich darbringt; denn sie waren durch seinen Dienst gläubig
geworden. Sollte ich, Paulus, über dieses Opfer als Trankopfer
ausgeschüttet werden (4. Mose 28,7; 1. Mose 35,14), d.h. sollte Gott
mich auf diese Weise wegnehmen, mich wie ein Trankopfer über euer Opfer
ausgießen, so freue ich mich. Freuet auch ihr euch mit mir! Wünschet mir
Glück, dass mein Blut um Jesu willen vergossen werden darf. Diese Worte
klingen ähnlich jenen in Kapitel 3, 10, „indem ich Seinem Tode
gleichgestaltet werde“. Das ist die Gesinnung Jesu Christi! Der Sohn des
Menschen ist gekommen, dass Er Sein Leben zum Lösegeld gebe und Paulus
war darin Sein getreuer Nachahmer. Keiner wie er, hat in jeder Hinsicht
so große Opfer für das Evangelium gebracht. Ist es dann zu verwundern,
wenn Paulus schon hienieden von der Krone des Ruhmes reden kann, die ihm
der Herr an jenem Tage geben wird, wenn er vor dem Richterstuhl Christi
stehen wird und schon bei Leibesleben sagen durfte: „Hinfort ist mir
beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche der Herr, der gerechte
Richter, mir zur Vergeltung geben wird an jenem Tage; nicht allein mir,
sondern auch allen, die Seine Erscheinung lieb haben“ (