Behandelter Abschnitt Neh 8,1-3
Einheit und das Buch des Gesetzes
Neh 8,1-3: Und als der siebte Monat herankam und die Kinder Israel in ihren Städten waren, da versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz, der vor dem Wassertor liegt. Und sie sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, dass er das Buch des Gesetzes Moses bringen sollte, das der HERR Israel geboten hatte. Und am ersten Tag des siebten Monats brachte Esra, der Priester, das Gesetz vor die Versammlung, sowohl vor Männer als Frauen und vor alle, die Verständnis hatten, um zuzuhören. Und er las darin vor dem Platz, der vor dem Wassertor liegt, vom lichten Morgen bis zum Mittag, in Gegenwart der Männer und der Frauen und derer, die Verständnis hatten; und die Ohren des ganzen Volkes waren auf das Buch des Gesetzes gerichtet.
Nun die Mauer vollendet, das Geschlechtsverzeichnis gefunden war und das Volk in seinen Städten wohnte, war das Nächste, das Buch des Gesetzes Moses zu lesen, das der HERR Israel geboten hatte (Neh 8,1). Hierzu versammelte sich die ganze Gemeinde wie ein Mann auf dem Platz, der vor dem Wassertor war, und sie sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, das Buch des Gesetzes zu bringen. Das war ein schönes Zeugnis der Einheit.
Im Christentum gibt es nicht bloß individuelle, sondern auch korporative Vorrechte und Verantwortlichkeiten. Christus starb, „damit er … die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte“ (Joh 11,52). Christus selbst ist der Mittelpunkt des Zusammenkommens: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte“ (Mt 18,20). Der Kreis, dessen Mittelpunkt Er ist, umfasst die ganze Kirche Gottes; und wenn wir nicht die ganze Kirche Gottes im Auge behalten, sind wir sektiererisch. Christus ist das Haupt des Leibes der Versammlung; da ist ein Leib und ein Geist (Eph 1,22; 4,4), und die Christen werden ermahnt, im Geist die Einheit des Geistes im Band des Friedens festzuhalten (Eph 4,1-3). Wenn Christi Liebe uns in wahrer Zuneigung zu Ihm gezogen hat, befinden wir uns in seiner Gesellschaft in der Versammlung Gottes; und dort ist es sein Wohlgefallen, sich selbst uns kundzutun und uns die Wege Gottes zu offenbaren.
Esra, der Schriftgelehrte, wurde aufgefordert, das Buch des Gesetzes zu bringen, aber Esra, der Priester, brachte es vor die Versammlung, vor die Männer und Frauen samt allen denen, die mit Verständnis zuhören konnten; und er las darin vom lichten Morgen bis zum Mittag, und die Ohren des Volkes waren auf das Buch des Gesetzes gerichtet (Neh 8,1-3). Daraus lernen wir: Das Volk Gottes hatte nicht nur seine bevorrechtigte Stellung zum Herrn an dem Platz wiedererlangt, wo Er seines Namens hatte gedenken lassen und auf dem sein Segen ruhte, sondern das Volk war auch über seinen Abfall vom Gesetz des HERREN geübt und wünschte nun seine Gedanken kennenzulernen, um ihnen zu entsprechen. Die ganze Versammlung nahm Anteil, sowohl Männer und Frauen als auch die in jüngerem Alter standen; alle, die mit Verständnis zuhören konnten (Neh 8,2.3.7.12). Esra, ein kundiger Schriftgelehrter im Gesetz des HERRN (Esra 7,6), war auch ein Priester; und in seiner Eigenschaft als Priester brachte er das Gesetz vor das Volk.
Gleicherweise ist nun unser Herr Jesus Christus, der wahre Esra, in den Gedanken Gottes völlig unterwiesen; Er ist der große Priester, der die Kinder Gottes heutzutage versammelt; seine Gnade hat uns die Wahrheit wiedergebracht und unsere Ohren und Herzen für die Wahrheit gewonnen, so dass wir nun zu Ihm, dem auferstandenen Christus (Gottes gegenwärtigen Mittelpunkt), zurückkehren können, indem wir uns, zwar nicht äußerlich, sondern in Herz und Sinn, zu seinem Namen hin versammeln und uns in Liebe dem Wort Gottes unterwerfen.