Behandelte Verse Obadja 10-14
Lesen wir nun die Verse 10-14 von Obadja:
Vers 10-14
Obad 10-14: 10 Wegen der an deinem Bruder Jakob verübten Gewalttat wird Schande dich bedecken, und du wirst ausgerottet werden auf ewig. 11 An dem Tag, als du gegenüber standest … und Ausländer zu seinen Toren einzogen und über Jerusalem das Los warfen, da warst auch du wie einer von ihnen. 13 … und du, auch du solltest nicht auf sein Unglück sehen am Tag seiner Not … 14 und du solltest nicht am Kreuzweg stehen, um seine Flüchtlinge zu vertilgen, und du solltest seine Entronnenen nicht ausliefern am Tag der Bedrängnis.
Hier bringt Obadja einen anderen Charakterzug Edoms ans Licht, wohl mit dem Ziel, sein Zeugnis über Christus einzuleiten. Dieses Merkmal Edoms, auf das schon beim Zitat von Psalm 83 angespielt wurde, war der bittere Hass des Volkes Gottes. „Wegen der an deinem Bruder Jakob verübten Gewalttat.“ Gerade dieser Hass ist der Grund, warum Edom mit Schande bedeckt und auf ewig ausgerottet werden wird. Ein Überrest aus Ägypten, Assyrien und anderen Nationen wird verschont werden und die Segnungen von Christi Oberhoheit genießen, dagegen kein Edomiter: „Das Haus Esau wird keinen Übriggebliebenen haben“ (Obad 18). Wie wir uns erinnern, war Edom (oder Esau) Jakobs Bruder. Darum sollte der Edomiter besonders geachtet werden von den Israeliten. Er genoss auch bestimmte Vergünstigungen in Verbindung mit der „Versammlung des HERRN“, die anderen Nationen nicht vergönnt waren: „Den Edomiter sollst du nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder … Kinder, die ihnen im dritten Geschlecht geboren werden, mögen von ihnen in die Versammlung des HERRN kommen“ (5Mo 23,8.9). Aber schon von Anfang an hatte Edom Gehässigkeit und Feindschaft gegen Israel gezeigt, auf nationaler wie auf persönlicher Ebene. Als die Israeliten um Erlaubnis baten, auf ihrem Weg nach Kanaan durch das Land Edom zu ziehen, wurde das entschieden abgelehnt. Mose hatte eine höchst versöhnliche Botschaft vorausgeschickt, indem er sich verpflichtete, weder Felder noch Weinberge Schaden zuzufügen und selbst das Trinkwasser zu bezahlen. Doch „weigerte sich Edom, Israel zu gestatten, durch sein Gebiet zu ziehen“ und erwies sich schon zu diesem frühen Zeitpunkt als ein unversöhnlicher und boshafter Feind (4Mo 20,14-21).
Einen anderen Beweis dieses fortwährenden Hasses finden wir in dem Verhalten Doegs, Edomiter in Sauls Dienst. David, der Gesalbte des Herrn, saß noch nicht auf dem Thron. Verfolgt und bedroht floh er zu dem Priester Ahimelech, der ihn freundlich empfing und ihn mit Brot versorgte. Doch der Verräter, der Edomiter, war Zeuge dieser Transaktion und informierte Saul, ohne Zeit zu verlieren. Dadurch verursachte er den Tod von 85 Männern der priesterlichen Sippe. „Ich wusste an jenem Tag“, schrie David auf, als er von der schrecklichen Tat erfuhr, „weil Doeg, der Edomiter, dort war, dass er es Saul sicher berichten würde“ (1Sam 22,22).
Obadja erwähnt noch eine andere Begebenheit, wo der unbrüderliche Hass Edoms in Erscheinung tritt. Er bezieht sich auf die Eroberung Jerusalems, als die Kinder Juda in die babylonische Gefangenschaft verschleppt wurden: