Behandelter Abschnitt Mt 1,1-17
Geschlechtsregister. Mt 1,1-17.
Geschlechtsregister erscheinen Bibellesern oft uninteressant, etwa wie Hesekiel die Vision der Totengebeine, und wissen nichts damit anzufangen. Jedoch auch sie sind sehr nützlich und enthalten oft wunderbare Belehrungen. Über den Herrn Jesus haben wir drei Geschlechtsregister. a) Das von Matthäus, der die königliche Abstammung Christi bringt und darum zurück bis auf David und Abraham geht (Vers 1). Er zeigt den Sohn dessen, durch den alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen. Im Matthäusevangelium wird uns Christus als der König Israels dargestellt. b) Lukas stellt Jesus als den Menschensohn dar und geht darum in seinem Stammbaum zurück bis auf Adam. c) Johannes stellt den Herrn als den Gottessohn dar und zeigt Ihn als den, der von Ewigkeit her ist (Joh 1,1-3). Markus bringt kein Geschlechtsregister, er stellt den Herrn als den Knecht dar. Bei einem Knecht aber kümmert man sich nicht um das Geschlechtsregister. Immer wieder lesen wir das Wort "zeugte" bis auf Josef, den Mann der Maria, da fehlt das Wort "zeugte". Matthäus wußte, daß der Herr nicht des Josef, sondern Gottes Sohn war.
I. Die Einteilung des Geschlechtsregisters.
Nach Vers 17 teilt sie Matthäus in drei Gruppen. Die erste Gruppe ist die vorkönigliche Linie, die von Abraham bis David geht und 14 Geschlechter nennt. Die zweite ist die königliche Gruppe von David bis zur babylonischen Gefangenschaft mit wiederum 14 Geschlechtern. Die letzte Gruppe reicht mit ihren 14 Geschlechtern von der Gefangenschaft bis zur Geburt Christi.
II. Eine beachtenswerte Tatsache.
Die Verse 2-16 enthalten viele bekannte und auch unbekannte Namen. Darunter hervorragende Namen wie Abraham, Isaak und Jakob, daneben aber wieder solche so schlimm, wie Manasse. In dieser langen Liste trockener Namen erscheinen auch vier Frauennamen. Diese sollen uns nun noch kurz beschäftigen. Sie heißen Thamar, Rahab Ruth und Bathseba. Dabei ist besonders interessant, daß nur diese 4 und keine andern genannt werden. Es klingt geradezu demütigend, daß der einzige Reine und Heilige, der, der von Ewigkeit ist und ohne Sünde, Personen mit solchen Makeln in seiner Ahnenliste hat. Stünden Frauen wie Sara oder Rebekka oder solche wie in Heb 11,35 genannt werden neben ihnen, so wäre das eher begreiflich. Das soll gewiß von vornherein zeigen, für wen der Herr gekommen ist. Jede von ihnen, wie auch jedes von uns, darf sagen: "Uns ist ein Kind geboren". Jeder weltliche Schreiber hätte es vermieden, solche Namen in einen Stammbaum zu bringen, aber nicht der Geist Gottes. Werfen wir einen flüchtigen Blick auf diese vier Frauen.
III. Thamar (1. Mose 38).
Das Kapitel ist so trübe, daß man kaum wagt, es in der Öffentlichkeit zu lesen. Es stellt eine der dunkelsten Entartungen menschlicher Verkommenheit dar. Ethiker meinen solch ein Kapitel gehöre nicht in ein so heiliges Buch wie die Bibel, sie aber wissen nicht, daß die Schrift die Dinge darstellt wie sie sind. Lieber Leser, gibt es kein Blatt in deiner oder meiner Geschichte, das ähnliche Makel aufweist wie diese? In Verbindung mit Thamar wird Onan genannt, dessen Name mit jener Pest, die im Finstern schleicht, der Onanie, genannt wird Ps 91,6. Alle Dinge sind niedergeschrieben, deine und meine.
Thamar und Christus, welche Gegensätze! Wäre Thamars Geschichte nur
eine der Vergangenheit, so fänden wir sie gewiß nicht hier. Man darf
sagen, daß sie der im Kapitel genannten Sünden wegen in das
Geschlechtsregister hineinkam, anders wäre sie nie hineingekommen. Ihr
Name soll jeden Sünder anspornen zum Sünderheiland zu kommen. Jesus
starb für Sünder und Gottlose, da wir noch kraftlos waren (
IV. Rahab.
In Josua 2 lesen wir ihre dunkle Geschichte. Dazu war sie eine Kanaaniterin, doppelt unter dem Fluch. Was brachte ihren Namen in den Stammbaum Christi? Ihr Glaube! (Heb 11,31.) Leute, wie die Pharisäer murren, wenn Sünder, wie Rahab in diese Linie kommen, aber Gott erhöht die Niedrigen (1Sam 2,8). Ihr Name ist verbunden mit Salmon, d. h. bedeckt. All ihre Vergangenheit wurde zugedeckt. Durch Salmon kam sie in die Fürstenlinie und wurde die Mutter des Boas. Glaube ist also der zweite, große Grundsatz Gottes. Ohne Glauben wäre Rahab genau wie ihre Landsleute umgekommen.
V. Ruth.
Hier werden nicht wie bei Thamar oder Rahab in die Augen fallende Sünden genannt, sondern ihre Schwierigkeit lag auf anderer Linie. Sie war eine Moabitin. Sie hatte das Gesetz in der ganzen Schärfe gegen sich (5. Mose 23,3). Nach dem Gesetz konnte sie nie in die Volksgemeinschaft Israels aufgenommen werden, aber die Gnade brachte sie hinein. Wie wunderbar! Ruth kam nun nicht allein in das Volk Gottes, sondern in die direkte Linie, aus der Christus kam. Schon ihr Urenkel, David, saß auf Israels Thron. Christus kommt nicht allein zu seinem Volke, sondern auch zu den Fernen (Eph 2,17). Die Gnade brachte sie in diese Stellung, obwohl sie das Gesetz bis ins 10. Geschlecht davon ausschloß.
VI. Bathseba.
Ihr Name wird nicht erwähnt, sie wird das Weib Urias genannt. Ihr Name steht in Verbindung mit David, Israels bestem König, Sänger und Dichter, aber auch mit Uria, den David ermordete. Sind wir etwa besser, als Davids- mit Blut besudelter Hand? Mit ihm nehmen wir Gottes Urteil entgegen: "Du bist der Mann". Und das nicht nur als Sünder, sondern als Heiliger. Die Geschichte zeigt die wiederherstellende Gnade, die Sicherheit des Heils bis ans Ende. Und aus dieser Linie kommt Christus. Das ist zum Staunen!