Behandelter Abschnitt 2Pet 2,12-16
Sogar eine solche Skizze reichte nicht aus, um zu vermitteln, was die Irrlehrer in der Christenheit auslösen würden. Der Heilige Geist geht in seiner vorausschauenden Beschreibung ihrer Worte und Taten noch eindringlicher vor:
Diese aber, wie unvernünftige, natürliche Tiere, geschaffen zum Fang und Verderben, lästernd über das, was sie nicht wissen, werden auch in ihrem eigenen Verderben umkommen, indem sie den Lohn der Ungerechtigkeit empfangen; die die Schwelgerei bei Tage für Vergnügen halten – Flecken und Schandflecke, die in ihren eigenen Betrügereien schwelgen und Festessen mit euch halten; die Augen voll Ehebruch haben und von der Sünde nicht ablassen, wobei sie unbefestigte Seelen anlocken; die ein Herz haben, in Habsucht geübt, Kinder des Fluches, die, da sie den geraden Weg verlassen haben, abgeirrt sind, indem sie dem Weg Bileams nachfolgten, des Sohnes Bosors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, aber eine Zurechtweisung seiner eigenen Verkehrtheit empfing: Ein sprachloses Lasttier, das mit Menschenstimme redete, wehrte der Torheit des Propheten (2,12–16).
Es wurde bereits allgemein aus Vers 10 gezeigt, wie diese bekennenden Christen nach dem Fleisch in der Begierde der Verunreinigung wandeln, anstatt nach dem Geist zu wandeln, der von dem Gesetz der Sünde und des Todes befreit ist. Dann wurde ihre Freimütigkeit mit Engeln verglichen, die an Kraft und Macht größer sind und die vor dem Herrn ebenso ehrfürchtig sind wie jene, die verächtlich waren. Jetzt werden sie mit solchen irrationalen Tieren verglichen, die von Natur aus dazu geboren sind, gefangen und verdorben zu werden. Wie überwältigend, dass der Apostel auf diese Weise die Irrlehrer und die, die ihren Untugenden folgen, beschreiben muss! Sie waren einst erleuchtet, hatten die himmlische Gabe geschmeckt und wurden des Heiligen Geistes teilhaftig und schmeckten Gottes gutes Wort und die Kraft des kommenden Zeitalters (das nicht so böse ist wie das gegenwärtige), und nun geben sie sich der Bosheit hin und reden böse über Dinge, in denen sie unwissend waren. Was lag vor ihnen, als dass sie auch „in ihrem eigenen Verderben umkommen“?
Wir können mit Gewinn feststellen, dass Hebräer 6, wenn der Schreiber die vielen und großen Vorrechte solcher falschen Bekenner aufzählt, ebenso wenig wie Petrus davon spricht, von neuem oder aus Gott geboren, ebenso wenig davon, mit dem Geist versiegelt zu sein. Sie hatten eine genaue Kenntnis der christlichen Offenbarung und der besonderen Gabe in ihrer charakteristischen Kraft Der Verstand und das Gefühl können weit gehen, wenn es darum geht, die wunderbaren Werke Gottes und die moralische Schönheit und Gnade Christi zu schätzen. Aber in allen Schriften, die den natürlichen Menschen beschreiben, wird mit größter Sorgfalt darauf geachtet, die Mitteilung des ewigen Lebens und der göttlichen Natur oder die „Buße zum Leben“ wegzulassen. Dies setzt ein wirkliches Selbstgericht vor Gott voraus, ein überwältigendes Empfinden der Sünde in seinen Augen, des völligen moralischen Verderbens, so dass es unbedingt der souveränen Gnade bedarf, die aber nie gefunden wird, außer bei denen, die von Gott gezeugt sind. Doch was gibt es sonst, das der Verstand sich nicht aneignen, genießen und verkünden kann? Bald kommt die Prüfung, die das Leben in Christus mit der Kraft des Geistes allein bestehen kann; und Satan beeinflusst und beherrscht sie so, dass ihre Abkehr von Gott immer offensichtlicher und vollständiger wird. Sollen sie nicht den Lohn der Ungerechtigkeit empfangen? Kann irgendein Lebenswandel weiter von Christus entfernt sein, als wenn man vergänglichen Luxus als Vergnügen ansieht? Der Herr Jesus hat nie versucht, sich selbst zu gefallen, sondern in allen Dingen den Willen seines Vaters zu tun; und hat Er nicht die Seinen gerufen, seine Stimme zu hören und Ihm zu folgen? Hat Er nicht für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen, damit wir seinen Fußstapfen folgen? „Flecken und Schandflecken“ waren diese Menschen, „die in ihren eigenen Betrügereien schwelgen und Festessen mit euch halten“. Selbstsucht in ein Liebesmahl zu bringen, war eine Schande für Christus und der Vorläufer schlimmerer Verderbnis: „die Augen voll Ehebruch haben und von der Sünde nicht ablassen.“ Das war schon bei einem heidnischen Fest schlimm genug: was war es vor dem Heiligen und Wahren? „Wobei sie unbefestigte Seelen anlocken“ zu Ehren dessen, der bis zum Äußersten gelitten hat, um die übelsten Menschen von ihren Sünden zu Gott zu bringen! Wer könnte sich darüber wundern, dass sie „ein Herz haben, in Habsucht geübt“, um die niederste Selbstsucht zu treiben, wo doch alle verpflichtet sind, unter Verleugnung der Gottesfurcht und der weltlichen Begierden nüchtern, gerecht und gottselig in der gegenwärtigen Zeit zu leben und die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilands Jesus Christus zu erwarten! Aber diejenigen, die so tun, als ob das Kreuz Christi die Tür für jede Abscheulichkeit geöffnet hätte, sind sie nicht „Kinder des Fluches“? Es war Sünde, damit die Gnade überreichlich sei. „Da sie den geraden Weg verlassen haben [und das ist Christus], abgeirrt sind, indem sie dem Weg Bileams nachfolgten, des Sohnes Bosors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, aber eine Zurechtweisung seiner eigenen Verkehrtheit empfing“ (V. 15.16). Keine feierlichere oder treffendere Warnung könnte aus dem Buch Gottes gezogen werden; keine von jemandem, der sich selbst und andere mehr täuschte; keine, die die glühendsten und großartigsten Erwartungen des Herrn für Israel so sehr mit den schlausten Bemühungen verband, sie in das Böse zu verstricken, das sie gefährden sollte. Und doch hatte er eine schlaue Sorge für seine eigenen Interessen, während er vorgab, über ihnen zu stehen. Wie auch immer seine Worte lauten mochten, er liebte den Lohn der Ungerechtigkeit, aber er hatte eine Zurechtweisung für seine eigene Ungerechtigkeit, und zwar in einer Form, die hervorragend geeignet war (V. 16a), an sein Gewissen zu appellieren und eine ständige Warnung im Osten, der weniger skeptisch war als der Westen. „Ein sprachloses Lasttier, das mit Menschenstimme redete, wehrte der Torheit des Propheten“ (V. 16b). Derjenige, der sich rühmte, geöffnete Augen zu haben, sah nicht, was die Eselin zu sehen bekam, und wusste nicht, warum sie sich (vor dem gezogenen Schwert in der Hand des Engels) zur Seite wandte und warum sie sich an die Wand drängte, damit Bileam nicht den Kopf, sondern höchstens den Fuß zertreten würde, und warum sie dort hinfiel, wo es für sie und ihren Herrn keinen anderen Weg gab, dem Verderben zu entgehen. Wie viel schuldiger sind die Irrlehrer, seit der Sohn Gottes gekommen ist und uns Einsicht gegeben hat, damit wir Ihn erkennen, der wahrhaftig ist!