Behandelter Abschnitt Kol 4,12-13
Wie schön ist auch die Gnade, die deutlich anordnet, Markus aufzunehmen! Die Erinnerung an die Vergangenheit hätte ihm sonst eine herzliche Aufnahme verwehrt und so sein Wirken unter den Gläubigen behindert. Wenn wir also hier das Geheimnis erfahren, was der Grund dafür war, dass es in früheren Tagen zu dem Bruch zwischen Barnabas und dem Apostel Paulus kam (Markus war mit Barnabas verwandt), lernen wir an dieser Stelle auch, dass wahre Liebe ebenso großzügig wie treu ist: Sie handelt um jeden Preis für den Herrn – wobei dies durchaus schmerzlich sein kann –, aber sie freut sich, laut und herzlich zu loben, wo die Gnade Gottes zur Beseitigung eines Problems eingegriffen hat. Von Jesus, genannt Justus, wissen wir nur das, was hier erwähnt wird. Wie Markus war er aus der Beschneidung; und wie dieser tröstete er den Apostel als Mitknecht – eine Seltenheit unter denen, die an das Gesetz und seine Vorurteile gewöhnt waren. Der Justus aus Apostelgeschichte 18,7 war ein heidnischer Proselyt. Barsabbas, der Kandidat für das Apostolat, der natürlich ein Jude war, wurde zwar Justus genannt, hatte aber nicht wie dieser den Beinamen Jesus.
Es grüßt euch Epaphras, der von euch ist, ein Knecht Christi Jesu, der allezeit für euch ringt in den Gebeten, damit ihr vollkommen und völlig überzeugt in allem Willen Gottes steht (4,12.13).
Welch eine Freude für die Gläubigen in Kolossä, zu erfahren, dass Epaphras, der wie Onesimus selbst ein Kolosser war, nicht höher in der Liebe und Wertschätzung des Apostels stand (Kol 1,7), als dass er in seinem Gebet für ihren Segen vor Gott an sie dachte. Beachte auch, dass die Lehre des Briefes (dass wir erfüllt sind nach der ganzen Fülle, die in Christus ist), weit davon entfernt ist, auszuschließen, dass sie die Grundlage des Wunsches und der Fürbitte für die Gläubigen ist, dass sie praktisch vollkommen und völlig sicher in allem sein mögen, worüber Gott seinen Willen kundgetan hat. Es gab keine solche Engstirnigkeit, die ihn auf eine einzige Versammlung beschränkte, obwohl es die liebevolle Erinnerung an die Not gab, wo ihm Gläubige und Umstände besonders bekannt waren.