Behandelter Abschnitt Kol 2,16-17
Ach, wie viele aus dem Geschlecht, das Gott in seiner Barmherzigkeit so auszeichnet, zeigen, dass sie aus ihrem Vater, dem Teufel, sind, durch Liebe zur Falschheit und durch Hass gegen Gottes Gnade und Wahrheit. Hier haben wir die Wirkung des Werkes Christi auf diese Mächte – Er zog sie aus und stellte sie öffentlich am Kreuz zur Schau. Es ist kein so hoher Ton des Triumphs wie in Epheser 4,8 wo es heißt: „Hinaufgestiegen in die Höhe hat er die Gefangenschaft gefangen geführt.“ Die Mächte, die die Gläubigen in die Gefangenschaft führten, wurden selbst besiegt. Der Grund dafür ist offensichtlich: Sein Hinauffahren in die Höhe. Hier hören wir von dem, was am Kreuz geschehen ist, von der Macht des Kreuzes; aber dort ist es die öffentliche Darstellung des Sieges, als Er in die Höhe auffuhr. Die große Schlacht war gewonnen. Christus hatte die Mächte der Bosheit für immer für die Miterben besiegt. Dieses Hinaufsteigen in die Höhe und das Gefangennehmen der Gefangenschaft ist das Zeugnis, dass sie gegen den Christen machtlos sind. Die Sprache passt sich immer der Stellung an, den der Heilige Geist einnimmt – ob es sich um die Erde oder den Himmel handelt, ob um Israel oder die Versammlung. Mehr als das, es hängt davon ab, wie und wo Er die Gläubigen jetzt sieht. Wenn sie als in der Wüste betrachtet werden, gibt es einen anderen Stil und eine andere Gestalt. Von Satan wird als „brüllender Löwe“ gesprochen, was zur Wüste passt; und so wird er nicht im Epheserbrief, sondern in 1. Petrusbrief beschrieben.
Jetzt kommt die praktische Wendung, auf die der Apostel dies anwendet.
So richte euch nun niemand wegen Speise oder wegen Trank oder hinsichtlich eines Festes oder Neumondes oder von Sabbaten, die ein Schatten der zukünftigen Dinge sind, der Körper aber ist des Christus (2,16.17).
Ein Christ, der den Sieg Christi für uns kennt, sollte sicher nicht auf die Idee kommen, zu diesen elementaren Formen der guten Werke zurückzukehren. Halten wir unseren eigentlichen Platz in Christus fest, handeln wir konsequent danach. Was das Essen und Trinken oder die Verordnungen in Bezug auf das Jahr, den Monat und die Woche betrifft (und der Apostel achtet besonders darauf, nicht nur von Festtagen oder Neumond, sondern von Sabbaten zu sprechen), so bedenke, dass diese Dinge nur ein Abbild des Körpers oder des substantiellen Gutes sind, das wirklich und allein in Christus zu finden ist. In der Tat weisen diese Zeiten und Jahreszeiten vor allem auf das hin, was Gott seinem Volk einmal geben wird. Der Neumond war ein bemerkenswertes Vorbild dafür, dass Israel erneuert würde, nachdem es verblasst war, so wie der Sabbat das Vorbild für die Ruhe Gottes ist, die es noch genießen und teilen wird. Aber ob es nun Friedens- oder Trankopfer oder die Feste im Allgemeinen sind, sie sind verbunden als der Schatten der Dinge, die kommen werden; aber der Körper ist Christus. Ihn besitzen wir. Der Jude hatte den Schatten, und er wird die Dinge haben, die durch die Gnade Gottes unter dem neuen Bund nach und nach kommen werden. Uns wird jetzt die Substanz Christi gegeben. Es geht hier um die jüdischen Tage. Der Tag des Herrn hat nichts mit dem Judentum zu tun; er ist nicht nur getrennt vom jüdischen System, sondern im Gegensatz dazu.
Der Tag des Herrn ist so eindeutig eine christliche Einrichtung wie das Abendmahl, der Jude hat mit beiden nichts zu tun. Es ist sehr wichtig zu sehen, dass Gott den Tag der Auferstehung und der Gnade in Ehren gehalten hat. Wenn Menschen extrem locker sind oder beginnen, sich vom Herrn zu entfernen, ist die Nachlässigkeit gegenüber diesem Tag ein frühes Zeichen. Unser Gewissen sollte empfindsam sein – nicht nur in Bezug auf uns selbst, sondern auch in Bezug auf die Diener innerhalb und andere außerhalb unserer Häuser. Es ist von sehr großer Bedeutung, dass das Verständnis von Freiheit und Gnade nicht einmal den Anschein von Lauheit oder Selbstsucht haben darf.