So sehr der Geist Gottes in diesem Brief die belebende Kraft Christi hervorhebt, so wenig verfolgt er die letzten oder höchsten Folgen des Werkes Christi. Lebendiggemacht oder auferweckt durch Ihn, oder vielmehr mit Ihm zusammen auferweckt, ist das Äußerste, was wir hier finden; damit endet der Apostel hier. In Kapitel 3 heißt es in diesem Sinn: „Sinnt auf das, was droben ist“ (V. 2). Er sagt nicht, dass wir dort sind, sondern, im Gegenteil, er sieht die Gläubigen auf der Erde, wie sie nach dem trachten, was droben ist. Daher geht dieser Brief nie so weit wie der Epheserbrief; er sagt nirgends, dass wir in den himmlischen Örtern sitzen. Wie wir deutlich gesehen haben, war der Strom der Mitteilungen der Gnade unterbrochen; es gab ein Hindernis für den Apostel. Wo der Heilige Geist den Gläubigen ihre eigenen Dinge zeigen muss, kann Er die Dinge Christi nicht frei zeigen. Er wendet sich ab, um sich mit der praktischen Seite der Wahrheit zu beschäftigen und sie auf sie anzuwenden, was niemals ein Zeichen dafür ist, dass die Gläubigen durch und durch erleuchtet sind; denn es sollte nichts vorhanden sein, was den Fluss der Gnade und der Wahrheit hemmt. Im Gegenteil, im Epheserbrief wird das Werk Christi in seiner ganzen Tragweite ausgeführt; dort tritt der gesunde Zustand eines Gläubigen zutage, und die Ermahnungen folgen entsprechend hoch.
Wir haben hier ein Beispiel für die Art und Weise, wie der Apostel, nachdem er ein allgemeines Prinzip eingeführt hat, sich an sie wendet und sagt:
Und euch, als ihr tot wart in den Vergehungen und der Vorhaut eures Fleisches, hat er mitlebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat (2,13).
Ab Vers 13 gibt sich der Apostel also große Mühe, den Gläubigen in Kolossä ihren Zustand ohne und mit Christus vor Augen zu führen:
Und euch, als ihr tot wart in den Vergehungen und der Vorhaut eures Fleisches, hat er mitlebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat (2,13).
Das Leben, das wir als Gläubige empfangen haben, ist das Zeichen dafür, dass unsere Übertretungen vergeben sind. Wenn Gott uns mit dem Leben Christi lebendiggemacht hat, hat Er uns alle Schuld vergeben. Es ist unmöglich, dass das Leben in dem gestorbenen und auferstandenen Christus irgendetwas gegen ihn haben könnte. Einst war alles gegen den Gläubigen; aber der Besitz des Lebens in einem auferstandenen Erlöser bezeugt notwendigerweise, dass dem, der glaubt, alles rechtmäßig vergeben ist. Das ist eine bemerkenswerte Art, die Sache darzulegen, ein genau paralleler Fall, den man kaum an einer anderen Stelle der Schrift finden kann.