Und von welchem Charakter ist dieses Leben? Nicht derselbe wie der von Adam. Das würde nicht ausreichen, denn Adam fiel, nachdem er das Leben hatte. Aber Christus hat sein Leben hingegeben, um es in der Auferstehung wiederzunehmen; und deshalb verlieren wir niemals das Leben, das Er uns gegeben hat – ein Leben, das von seinem Sieg über das Grab geprägt ist: In der Tat ist unser Leben der von den Toten auferstandene Christus. Kein Wunder also, dass es ewig ist und dass wir niemals zugrundegehen können. Es ist das Leben eines Auferstandenen, über den der Tod keine Herrschaft mehr hat. Und das ist folglich auch die Stellung des Gläubigen. Natürlich mag es den physischen Akt des Durchgangs durch den Tod geben; aber wir sprechen über das Leben vor Gott, das ein Mensch empfängt; und dieses Leben ist das ewige Leben Christi, nachdem Er unsere Sünden am Kreuz weggenommen hat.
Dementsprechend schließt der Apostel die ganze Angelegenheit mit:
Denn wir erwarten durch den Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit (5,5).
Es ist nicht so, dass wir durch den Geist darauf warten, gerechtfertigt zu werden, sondern wir erwarten durch den Geist die Hoffnung der Gerechtigkeit aus Glauben. Und was ist diese Hoffnung? Es ist die Herrlichkeit Christi. Wir haben die Gerechtigkeit, aber noch nicht ihre Hoffnung. Wir haben Christus selbst, aber die Hoffnung der Gerechtigkeit ist die Hoffnung, zu der ich durch die Gerechtigkeit in Christus berechtigt bin. In Christus sind wir Gottes Gerechtigkeit geworden (2Kor 5,21). Aber was ist die Hoffnung der Gerechtigkeit? Es ist die Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes, wie es in Römer 5,1.2 heißt: „Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir mittels des Glaubens auch den Zugang haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.“ Im ersten Vers steht die Gerechtigkeit, am Ende des zweiten Verses die Hoffnung – „die Hoffnung der Gerechtigkeit.“ Und was ist das? Dass ich mit Christus in der gleichen Herrlichkeit sein werde, die Er hat. Darauf wartet der Gläubige. Und währenddessen hat er den Geist Gottes, nicht nur, um in ihm zu wirken, sondern dass wir durch Ihn auf die Hoffnung der Gerechtigkeit warten sollen. Wir haben diese Hoffnung noch nicht gesehen und besessen; und darum ist es ganz eine Frage des Glaubens. Aber der Geist Gottes, der in uns wohnt, gibt uns zu wissen, dass wir, da wir die Gerechtigkeit besitzen und bereits gerechtfertigt sind, eine Hoffnung haben, die dieser Gerechtigkeit entspricht. Wie wir die Gerechtigkeit Gottes haben, so werden wir die Herrlichkeit Gottes haben. Nichts kann also seliger sein als die Stellung, in die der Gläubige hier vom Apostel gestellt wird. Die Galater hofften, gerechtfertigt zu werden; er aber sagt: Ihr seid schon gerechtfertigt; und wenn ihr meint, die Sache durch die Beschneidung sicherer zu machen, so verliert ihr alles und werdet schuldig, das zu tun, was nur einen Fluch nach sich zieht; wir aber, durch den Geist, warten auf die Hoffnung der Gerechtigkeit durch den Glauben. Wir warten auf die Herrlichkeit – auf die Hoffnung der Gerechtigkeit.