Behandelter Abschnitt Mt 28,11-15
Wirkungen der Auferstehung Jesu.
Die ersten Verse dieses Kapitels zeigen die Wirkung der Auferstehung an den Freunden des Herrn. Diese Verse aber bringen einen Bericht über die Stellungnahme der Feinde. Der ganze traurige gegnerische Lügenbericht mußte indes nur dazu dienen, die Unfehlbarkeit der Auferstehung zu beweisen. Schon in Kap. 27, 62-67 sahen wir, wie Hohepriester und Pharisäer zu Pilatus gingen und um eine starke Wache baten, das Grab Jesu zu sichern. Jedoch alle getroffenen Vorsichtsmaßnahmen führten zu ihrer eigenen Beschämung.
I. Erschrockene Wachposten.
Die Wächter hatten ihre Wachtposten bezogen und lösten nach Vorschrift einander ab. Hier sollten sie bald nie Dagewesenes erleben.
1. Ihre schrecklichste Erfahrung. Als
Soldaten hatten sie gewiß schon manches erlebt, jedoch nie zuvor
erschraken sie dienstlich durch das Erscheinen eines Engels. Als Jesus
einst in Bethlehem von Maria geboren wurde, erschienen Engel.
Desgleichen erschien auch ein Engel, als der Sohn des Menschen aus dem
Schoße der Erde zurückkehrte als Erstgeborener aus den Toten (
2. Ihre Flucht. Obwohl sie als römische Soldaten wußten, daß Todesstrafe fliehende Wachtposten traf, so verließen sie dennoch in Eile das Grab und gingen zu den Hohenpriestern. Noch nie in ihrem Leben waren sie so bestürzt. Diese Wächter merkten ihre ganze Unzulänglichkeit, die Hüter übernatürlicher Mächte zu sein. Denken wir dabei daran, was für ein Schrecken über die Menschheit kommen wird, wenn bei der ersten Auferstehung plötzlich alle Gräber der Heiligen sich öffnen werden.
II. Ein erschütternder Bericht.
Verwirrung und Totenblässe lag auf dem Angesicht der Wächter. Das war alarmierend! Römische Soldaten, die nicht leicht erschraken und nichts von Engeln und Totenauferstehung wußten, gaben diesen überwältigenden niederschmetternden Bericht. Staunen, Angst und Niedergeschlagenheit erfaßte sicher auch ihre Zuhörer. Was sollten sie mit diesem unleugbaren Bericht anfangen? In ihrer größten Verlegenheit riefen sie ihre Kollegen zusammen.
III. Der hohe Rat.
Dieser wurde eiligst zusammengerufen, und wir begegnen ihm hier zum letzten Male im Evangelium. Die verblüfften Angesichter der Hohenpriester ließen das Schlimmste ahnen. Alle lauschten und wurden von derselben Verlegenheit erfaßt. Wird nicht dabei manches Gewissen laut geschrien haben? Was werden sie nun anfangen? Werden sie Buße tun, sich beugen, endlich ihre Schuld bekennen und den verworfenen Messias annehmen? Irgend ein Rat war hier willkommen. Die letzte Mahnung wurde verworfen und der Erbe des Weinbergs bewußt verleugnet. Die Bauleute verwarfen den Eckstein und vergaßen dabei, daß Er bald auf sie fallen und sie zermalmen werde.
IV. Der Beschluß des hohen Rates.
Dieser wäre dem vorhandenen Beweis gegenüber sehr einfach gewesen; denn alle wußten, daß Christus auferstanden war. Warum gingen sie nicht zum Grabe, um sich selbst zu überzeugen? Alle waren nur mit Gedanken erfüllt, die Auferstehung Christi zu leugnen. Auffallend ist, wie teuflisch gemein sie das anstellten.
1. Sie belogen sich selbst. Warum das? Weil sie sonst ihre Sünden hätten zugeben müssen und sich als Mörder des Sohnes Gottes erklären. Sie waren ganz in Satans Bann.
2. Sie verführten andere zur Lüge. Sie boten den Soldaten viel Geld an, wenn sie die Auferstehung verschweigen und sagen würden, daß sie geschlafen hätten und die Jünger währenddem gekommen seien und den Leichnam Christi gestohlen hätten. Was werden diese Heiden von diesen "Frommen" gedacht haben?
3. Lug, Betrug und Bestechung war der Juden einziger Ausweg. Wie töricht, andere glauben zu machen, die Jünger seien gekommen, um den Leichnam zu stehlen. Ist es glaubhaft, daß die Jünger, die geflohen und hinter verschlossenen Türen waren, solches tun konnten? Hätte eine solche Tat unbemerkt von der Wache geschehen können? Und warum hat man eine solch unzuverlässige Wache nicht nur nicht bestraft, sondern sogar noch gut bezahlt? Das alles zeigt nur, daß da nichts anderes war, als ein elendes Lügengewebe. Nebenbei sei erwähnt, daß hier viererlei genannt wird, das zu aller Zeit die Welt regierte: Das Geld, die Priester, die Lüge und der Militarismus.
Gleichzeitig ist der Text eine Ermunterung für Diener Gottes, die darin sehen können, wie tieferschüttert, bewegt und überführt der Mensch von der Wahrheit sein kann, ohne sich zu bekehren. Wir sind nicht verantwortlich, wenn sie sich nicht bekehren; unsere Pflicht ist, sie zu warnen.
V. Das Schlußergebnis.
Die vielen Lügen und Vorkehrungen mußten dazu dienen, daß Christus verherrlicht werde. Bis heute ruht der Feind nicht, die Auferstehung zu leugnen. Aber Jesus lebt, und mit Ihm auch wir. Bald werden wir, die wir an Ihn glauben, Teilhaber dieser Auferstehung sein. Bis dahin wollen wir die Schlußermahnung des großen Auferstehungskapitels 1Kor 15,58 befolgen und also den Auferstandenen ehren.