Behandelter Abschnitt Mt 28,6-10
An einem leeren Grabe. Mt 28,6.
"Komm und sieh", so sagte Philippus zu Nathanael. Die Annahme dieser Einladung führte ihn zur größten Erkenntnis (Joh 1,46 ff.). "Kommet her und sehet", sagte der Engel zu den Frauen, die zur Gruft gekommen waren, um den Leib des Herrn zu salben. Was sahen sie? Nicht nur ein leeres Grab, sondern einen Engel, ja noch mehr, den Herrn selbst.
Die Frauen waren gekommen, um den gestorbenen Herrn zu ehren, und siehe, sie fanden einen Engel. Allem, dem wir hier am leeren Grabe begegnen, - dem Engel, dem Erdbeben und den erschrockenen Hütern, zeugt von der Größe der Auferstehung des Königs.
I. Wunderbares lehrt das leere Grab.
Es sei nur einiges aus diesem Kapitel hervorgehoben. Diese Stätte war:
1. Ein Ort der Liebe. "Sie kamen sehr frühe" (Vers 1).
2. Ein Ort des Lebens. "Er ist nicht hier (Vers 6).
3. Ein Ort der Hoffnung. "Er ist auferstanden" (Vers 6).
4. Ein Ort der Freude. "Sie gingen mit großer Freude" (Vers 8).
5. Ein Ort des Trostes. "Fürchtet euch nicht" (Vers 10).
6. Ein Ort der Anbetung. "Sie fielen nieder" (Vers 9)
7. Ein Ort des Dienstes. "Verkündiget meinen Brüdern" (Vers 11).
Das leere Grab des Herrn zeugt auch davon, was dereinst mit den
Gräbern unserer Lieben geschehen wird. In das Grab des Herrn drang die
Stimme des Vaters, der Ihn auferweckte und hoch erhob (Eph 1,20). In
unsere Gräber aber wird die Stimme des Sohnes Gottes dringen (
II. Wer ist dieser Auferstandene?
Wunderbares sagt die Schrift von Ihm. Der Engel redet von Ihm, als dem Herrn. Obwohl Er in Knechtsgestalt kam, niedriger denn die Engel war, und von den Menschen aufs Schimpflichste erniedrigt wurde, so ist und bleibt Er doch der Herr.
Auch Petrus nennt Ihn den Herrn (Apg 2,36; 10,36).
Paulus nennt Ihn den Herrn vom Himmel, den Herrn über alle Himmel erhoben (1Kor 2,8; 15,47; Röm 10,12).
Johannes preist Ihn als den Herrn der Herren (Off 17,14).
Proheten und Könige erblickten in Ihm den einzig Begehrenswerten (Lk 2,30; 10,24; Joh 8,56; Eph 3,5; Heb 11,13).
Der Vater ehrte Ihn im besonderen; Er erhob Ihn auf Seinen Thron zur Rechten der Majestät (Ps 110; Heb 1,8-12).
III. Was lehrt die Stätte, zu deren Besichtigung der Engel die Frauen einlud?
Schon rein äußerlich gesehen, mußte diese Stätte eine schöne sein; denn das Grab war neu, in einem Garten von Gärtners Meisterhand fein zugerichtet (Joh 20,15). Dazu war das Grab in einen Felsen gehauen, demnach zu schließen eine gepflegte Felsengruft. Der König sollte bei einem Reichen im Tode sein, so hatte die Schrift vorausgesagt. Hier war kein Modergeruch wie bei Lazarus (Joh 11,39).
Das Grab konnte für den Herrn keine Dauerstätte sein (Ps 16,10; Apg 2,27). Durch Christi Auferstehung wird auch unser Grab nur eine Durchgangsstätte sein (1Thes 4,16).
Das leere Grab des Herrn war fortan nicht mehr die Stätte des Todes und Schreckens, dessen Knechte die Menschen ihr ganzes Leben hindurch sind (Heb 2,14-15); denn der Engel sprach zu den Frauen: "Fürchtet euch nicht!"
Das leere Grab war die Stätte größter Ermunterung. Das beweisen die hoffnungslosen Emmausjünger, deren Herzen entbrannten, als sie den Auferstandenen sahen (Lk 24,32).
Das leere Grab war die Stätte der Erfüllung der Weissagung (
Das leere Grab machte aber auch die Widersacher gründlich zuschanden, und zwar nicht allein die Hüter, die wie tot am Boden lagen und nachher aus Furcht flohen, sondern auch alle diejenigen, die den König verworfen und ans Kreuz geschlagen hatten. Pilatus und die Obersten in Israel müssen doch mit den Hütern gebebt haben, als letztere die Auferstehung des Herrn ankündeten. Dennoch taten sie keine Buße, sondern die Lüge war ihr einziger Ausweg.
Das leere Grab war eine machtvolle Offenbarungsstätte der Herrlichkeit Gottes. Hier sehen wir nämlich Engel, himmlische Wesen angetan mit großer Kraft, und in Verbindung damit viele Auferstandene, die den Ihren in Jerusalem erschienen.
IV. Was ist das Ergebnis der Belehrung durch das leere Grab?
Es stellt uns vor vollendete Tatsachen.
1. Das Lösegeld, das der Herr für unsere Sünden brachte, war angenommen. Unser "besserer Bürge" hat volle Sühne geleistet (1Kor 6,20; Heb 7,22; 1Pet 1,18-21).
2. Unser Heil ist völlig sichergestellt (Röm 4,25).
3. Gott hat das Werk, das Christus für uns tat, anerkannt, und damit auch uns selbst (Eph 1,6 - 7,14).
4. Der Sünder darf allezeit mutig kommen und glauben, daß der Auferstandene mächtig ist, zu retten
(Heb 7,25).
5. Zweifler wie Thomas dürfen, bildlich gesprochen, ans Grab gehen und sich von der Wahrheit überzeugen
(Joh 20,28).
6. Gebundene dürfen kommen und sehen, daß hier alle Fesseln zerissen am Boden liegen (1Joh 3,8; Kol 1,
13). Laßt uns alle im Geiste hingehen und sehen, was für uns geschah.