Behandelter Abschnitt Ps 81,1-16
Eine Aufforderung zum Lobgesang Psalm 81
Der Neumond, der in Vers 3 genannt wird, wurde beachtet wie der Sabbat. Der siebte Neumond endete im Laubhüttenfest, welches das fröhlichste von allen war. Es war ein Vorschatten des tausendjährigen Reiches und währte 7 Tage. Es ist das ersehnte Zeitalter Israels.
Den ältesten Lobpreis der Schrift finden wir in Hiob 38,7. Er erscholl bei der Grundlegung der ersten Erde, die in I. Mose 1, 1 genannt wird, also nicht die gegenwärtige, von der Vers 3 redet. Die Urschöpfung muss derart herrlich gewesen sein, dass die Engelfürsten über ihre Schönheit jauchzten (Hiob 38,7). Wer mögen sie gewesen sein? Gewiss die höchsten Würdenträger, die Gott wie eine heilige Leibgarde umgeben, Cherubim, Seraphim, der Erzengel Michael und Gabriel. Es ist unmöglich, uns eine Vorstellung davon zu machen. Wie erst werden die Lobgesänge das ganze Weltall erfüllen und wir mit Johannes sagen: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“, dann werden die Halleluja kein Ende finden.
Ein wichtiger Befehl. „Jubelt Gott, unserer Stärke, jauchzet dem Gott Jakobs! Erhebet Gesang!“ Tamburin, Harfe und Pauke werden genannt. Das alles ertönte in bezaubernder Harmonie, das Lied muss alle mitgerissen haben. Die englische Bibel sagt: „Make a joyful noice“ d. h. machet einen freudevollen Lärm. Lasset eure Freude nicht nur in der Umgebung hören, sondern auch die Engel im Himmel sollen sich mitfreuen.
Wann erscholl der Jubelgesang? Am siebten Neumond, an den sich das Laubhüttenfest anschloss. Es schattet das Tausendjährige Reich vor. Jenes große Fest, das der Herr in Matthäus 11 streift da die Erzväter Abraham, Isaak, Jakob und gewiss andere wie Joseph, Josua, David und die Propheten zusammen mit dem König und den 12 Aposteln im Reiche der Himmel sitzen und das Lied des Lammes singen werden. Wer kann die Freude ermessen, die Israel nach den qualvollen Leiden unter dem Antichrist erfahren und dieses Fest ewig feiern wird?
Wir erwähnten den ersten Lobgesang in Hiob 38,7. Die Schrift nennt noch viele, zwei, die besonders Israel betreffen, wollen wir erwähnen. Ägypten, das Land fremder Sprache, wird in Vers 6 genannt, es war in jeder We se für Israel nicht nur fremd, sondern jener geweissagte brennende Ofen von 1. Mose 15,12-18. Dort hat es nicht gesungen, sondern geweint wie später in Babylon (2. Mose 3,7). In Vers 6 wird der Auszug aus Ägypten genannt. Dort erscholl der erste Lobgesang, den das Volk und besonders die Frauen mit ihren Instrumenten sangen (2. Mose 15). Singen können nur erlöste Menschen. Der letzte große Lobgesang in Verbindung mit Israel finden wir in jenen drei Halleluja in Offenbarung 19,3.4. 6.
Der Herr hat das Tier besiegt und das Reich eingenommen. Er ist der Alleinherrscher. Hier beginnt das große Laubhüttenfest, das wir bereits genannt haben, wenn Israel mit seinem König, den Erzvätern und Propheten in ewiger Sicherheit loben wird und die Lobgesänge kein Ende haben werden.
Eine empfehlenswerte Nachahmung. In Vers 4 heißt es: «Stoßet in die Posaune» und Vers 5: „Solches ist eine Verordnung in Israel.“ Das soll nicht nur in Israel gelten, sondern uns allen! (1Thes 1,8.) Das ist nachahmenswert, nicht nur im Gesang, sondern im Besuch des Gottesdienstes überhaupt. Man denke an den Herrn, der nach Seiner Gewohnheit am Sabbath in die Synagoge ging (Lk 4).
Was war der Grund des Lobgesanges? Siebenerlei wird genannt:
1. Ich habe ihnen die Rückenlast abgenommen. Hier ist Bezug genommen auf die Lastarbeiten unter den Fronvögten (2. Mose 3. 7. 8.) Ehe uns die schwere Last der Sünde abgenommen wurde, musste der Herr Seinen Rücken darbieten (1Pet 2,24). An ihren Festen sollen sie daran denken, was der Herr getan hat, um sie von ihrer Last zu befreien. Das tun wir besonders beim Mahl des Herrn.
2. Er befreite ihre Hände von den Tragkörben, in denen sie den Lehm und die Ziegelsteine trugen. Einst waren ihre Hände gebunden, nun aber frei wie die von Bezaleel und Oholiab, deren Hände auch gebunden waren, nun aber brauchten sie diese, um die Stiftshütte zu bauen (2. Mose 25). Die Hände sind frei gemacht zur Arbeit, um den Dürftigen geben zu können (Eph 4,28).
3. Ich befreite dich, als du in der Bedrängnis schriest (2. Mose 14,10).
4. Ich antwortete dir in der Donnerwolke. Vielleicht ist hier an die Gesetzgebung am Berg Sinai (2. Mose 19 oder an 1Sam 7,10; 12,17.18; 2Sam 22,14) gedacht.
5. Ich habe dich geprüft. Wann? Nach reichen Erlebnissen. Gott prüfte den Abraham zweimal 1. Mose 15,4-6 und Abraham glaubte Gott und murrte nicht wie Israel, sondern gehorchte 1. Mose 22,9.10. Abraham bestand sein Examen mit Auszeichnung (1. Mose 22,11). Israel sagte zu Mose: „Alles, was der Herr befohlen hat, wollen wir tun.“ Kaum hatte Er dem Volk Israel das Gesetz gegeben, übertraten sie gleich das erste Gebot (2. Mose 20,4); sie beteten das goldene Kalb an.
6. Ich habe dich ermahnt, aber du hörtest nicht (Vers 9). Der Herr musste Israel oft durch Seine Propheten zurechtweisen. Nehmen wir die Ermahnungen des Wortes ernst? Uns sagt der Vater im Himmel: „Ihn sollt ihr hören“ (Mt 17,5).
7. Ich habe dich aus Ägypten geführt (Vers 10). Denket daran: Vergesset nicht, wie eure Väter hart seufzten. Lasst euch nun euren Mund füllen zum Lobgesang wie jene. Lies dazu 2. Mose 15. Vergiss nicht, was Er dir Gutes getan hat.