Hos 4,4: Doch niemand rechte und niemand tadle! Ist doch dein Volk wie die, die mit dem Priester rechten.
Sie waren so sehr gefallen und verdorben, dass keiner in der Lage war, einen anderen zurechtzuweisen. Alle hatten Anteil an der gemeinsamen Schuld. Obwohl der in der Wüste offenbar gewordene Sauerteig des Götzendienstes insgeheim von Ägypten und sogar von jenseits des Euphrats mitgebracht worden war (Jos 24,2), konnte er ungestraft gären, bis sie völlig pervertiert waren. So wahr ist es doch: „Böser Verkehr verdirbt gute Sitten“ (1Kor 15,33). Sie waren wie solche geworden, „die mit dem Priester rechten“; das heißt, sie hatten sich ständig geweigert, sich dem Willen Gottes unterzuordnen.
Die Lektion daraus ist für uns sehr ernst. Jemand sagte einmal, dass das Böse niemals aufgrund seines hohen Alters stirbt. Sünde, die unter dem Volk Gottes nicht gerichtet wird, ist wie um sich fressende Lepra oder ein Krebsgeschwür, das immer weiterarbeitet und wächst, bis als Folge die ganz Masse unbrauchbar wird.