„So demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit“ (1Pet 5,6).
Wie viel glückseliger ist es doch, wenn wir uns unter seine mächtige Hand demütigen und Er uns erhöht, als wenn wir uns selbst erhöhen und Er uns erniedrigen muss! „Jeder der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden“ (Lk 14,11 a). Das ist der erste Mensch. „Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Lk 14,11 b). Das ist der zweite Mensch. Der erste Mensch versuchte, sich selbst zu Gott zu machen und fiel in Gemeinschaft mit Satan. Der zweite Mensch, der Gott war, machte sich selbst zu nichts und Gott erhöhte Ihn zur allerhöchsten Herrlichkeit.
Gott demütigt uns auf zweierlei Weise. Durch die Erkenntnis, was in unserem Herzen ist und durch die Erkenntnis dessen, was in seinem Herzen ist. Und nichts demütigt uns so sehr, als zu erkennen, was in seinem Herzen ist. Aber ich kann mich noch so sehr demütigen – ich glaube nicht, dass ich jemals auf meine mir eigentlich gebührende Stufe erniedrigt sein werde – die Stufe, auf der Gott mich sieht. Es sollte ein fortlaufender Vorgang sein. Es gibt einen Unterschied zwischen demütig sein und gedemütigt werden. Ich bin demütig, wenn ich in Gottes Gegenwart und mit dem, was Er ist, beschäftigt bin. Ich werde gedemütigt, wenn ich gezwungen bin, mich selbst zu betrachten, denn mein eigenes Ich ist stets ein betrüblicher, demütigender Betrachtungsgegenstand.