„Vor allem habt untereinander eine inbrünstige Liebe, denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden“ (1Pet 4,8).
Der Apostel wendet sich nun dem zu, was für uns, die wir drinnen sind, sehr nützlich ist. Gegenüber denen, die draußen sind, gilt es Nüchternheit und Wachsamkeit zu haben, gepaart mit Gebet zu Gott, aber unter uns selbst sollte eine inbrünstige Liebe zu finden sein, weil es das ist, woran Gott sich erfreut. „Liebe deckt alle Übertretungen zu“ (Spr 10,12). Dies ist der Grund, weshalb er betont, dass diese inbrünstige Liebe in ihnen wirken soll, denn dies erhält die Menschen nicht nur in guter Gemeinschaft mit Gott, sondern auch in Freude miteinander.
Es gibt kaum welche, die so viel Anlass hätten, sich aneinander zu ärgern als die, die die Absicht haben, in Glauben und Wahrheit den Weg außerhalb menschlicher Systeme zu gehen. Alle alten Grenzen sind niedergerissen, und sie sind einfach auf dem Grundsatz der Versammlung Gottes zusammengebracht. Wenn aber nicht die Gnade wirkt, dann gibt es keinen anderen Ort, an dem Menschen sich gegenseitig so sehr verletzen und betrüben können. Daher sagt Petrus, dass wir inbrünstige Liebe brauchen, jedoch nicht nur, damit wir weiterhin zusammen unseren Weg gehen können oder um das einzudämmen, was nicht lieblich ist, sondern auch, um dem Wirken der Liebe Gottes in dem Gläubigen Ausdruck zu geben. Dieses Wirken sollte sich gerade anlässlich der Boshaftigkeiten anderer zeigen!
Je schlimmer eine Sache in dem anderen ist, desto mehr haben wir die Möglichkeit, Liebe zu erweisen, indem wir die Sache zudecken. „Die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden.“ Nicht eine oder zwei, sondern eine Menge von kleinen Dingen, die der Satan einbringen möchte, um die Gläubigen zu erregen und dadurch eine tote Fliege in die Salbe zu bringen und einen stinkenden Geruch zu erzeugen.
„Worin besteht die Heilung?“, fragt Petrus. O, diese göttliche Liebe! Sie bedeckt die Übertretungen. Petrus sagt, dass Gott sein Auge auf uns richtet, und wenn wir die Sünde eines anderen aufrecht erhalten, halten wir sie vor Gott, sodass Er sie sieht – und dies kann Ihm nicht wohlgefällig sein.
Aber nehmen wir an, meine Boshaftigkeit wird mit dem Mantel der Liebe bedeckt, dann sieht Gott den Abdruck derselben Liebe und Gnade in uns, die in Christus gewesen ist. Petrus sagt, dass wir sanftmütig mit den Gläubigen umgehen sollen, egal was die Menschen auch tun mögen.