Behandelter Abschnitt 1Pet 2,21-23
Der Apostel vertieft sein Argument noch in Vers 20: „Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr ausharrt, indem ihr sündigt und geschlagen werdet? Aber wenn ihr ausharrt, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist wohlgefällig bei Gott.“ Das kann kein Mensch mit Fug und Recht behaupten. Man trägt die Last der zugegebenen Schuld. Das ist unter solchen Umständen nur natürlich. „Wenn ihr aber, wenn ihr Gutes tut und leidet, es ertragt [oder erduldet], so ist das Gnade bei Gott.“ Ist das nicht übernatürlich? Doch es ist das, was der Herr erwartet, nicht nur bei den reifen und besser unterwiesenen Gläubigen, sondern auch bei den niedergeschlagensten Knechten, die seinen Namen anrufen. Denn Gott verachtet niemanden. Es ist seine Gnade: „das Törichte der Welt hat Gott auserwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und das Schwache der Welt hat Gott auserwählt, damit er das Starke zuschanden mache; und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott auserwählt und das, was nicht ist, damit er das, was ist, zunichtemache, damit sich vor Gott kein Fleisch rühme“ (1Kor 1,27-29). Ein Hausknecht, wenn er Christ ist, wurde ermahnt, statt sich über Ungerechtigkeit zu ärgern, Christus auf seinem Weg der leidenden Liebe zu folgen. Es ist unmöglich, dies zu tun, wenn man nicht in Ihm bleibt. „Wer wer sagt, dass er in Ihm bleibe, ist schuldig, selbst so zu wandeln, wie Er gewandelt ist“ (1Joh 2,6).
Der Platz des Leidens wird für den Christen, zum besonderen Trost der christlichen Diener, durch den von Christus selbst verstärkt, wie wir weiter hören:
Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt; der keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden, der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet (2,21–23).
Die Beziehung der Welt zu den Gläubigen, ob Diener oder nicht, wird unmissverständlich klargestellt. So war es auch für die Apostel. „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin“ (Joh 17,14) und: „Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieb haben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum hasst euch die Welt. Erinnert euch an das Wort, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten“ (Joh 15,19.20). Wenn es auch anstrengend ist, wie es sicherlich der Fall ist, wie groß ist die moralische Ehre einer solchen Beziehung mit Christus! „Denn hierzu seid ihr berufen worden“. Gott hat es zugelassen, sich darüber hinweggesetzt und es zum Wohl seiner Kinder hier auf der Erde eingesetzt.
Noch früher und umfassender hatte der Herr seinen Willen bekanntgemacht, den Willen Gottes: „Aber euch sage ich, die ihr hört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet die, die euch fluchen; betet für die, die euch beleidigen. Dem, der dich auf die Wange schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir das Oberkleid nimmt, wehre auch das Untergewand nicht. Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück. Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun, so tut [auch ihr] ihnen ebenso. Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, was für Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben solche, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für Dank habt ihr? Denn auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr zurückzuempfangen hofft, was für Dank habt ihr? Auch Sünder leihen Sündern, um das Gleiche zurückzuempfangen. Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas zurückzuerhoffen, und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. – Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lk 6,27‒36).
Das ist praktisch Christus und die Offenbarung des Charakters des Vaters, der sich in seinen Kindern widerspiegelt. Es gibt nichts Offensichtlicheres und Absurderes, als einen solchen Charakter vom gefallenen Menschen als solchem, das heißt von der Welt, zu erwarten; nichts Geringeres erwartet der Herr von denen, die Ihm angehören. Wer genügt für diese Dinge? Unsere Genügsamkeit kommt von Gott. Zweifelt nicht an Ihm, noch erlaubt dem Unglauben, dass dies vergangene Dinge sind. Sie werden und binden den Christen zu allen Zeiten. Und so lesen wir hier, „denn auch Christus hat für euch gelitten“. War das, um uns das Leiden zu ersparen? Im Gegenteil, Er „hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassend, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt“ (V. 21).
Der Gläubige braucht ein Vorbild von Gott, damit er geformt und seine Wege gestaltet werden. Und Petrus stellt uns Christus vor Augen. Was oder wer kann sich mit Ihm vergleichen? Auch die besten Gläubigen machten zu ihren besten Zeiten Fehler, denken wir an Petrus, Paulus und Johannes. Christus tat keine Sünde, „noch wurde Trug in seinem Mund gefunden“. Christus, „der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet“ (V. 23). Wer von seinen erbittertsten Feinden, die jede Gelegenheit suchten, hat Ihn jemals der Sünde überführt? Er tat immer, was seinem Vater wohlgefiel, und tat nie einen anderen Willen als den seinen, den niedrigsten der Menschen und doch über den höchsten. Denn nichts ist so bescheiden wie Gehorsam, und nichts ist so rein und moralisch erhaben, als Gott zu gehorchen. Er und nur Er war „sein gerechter Knecht“, Er absolut und vollkommen.