Behandelter Abschnitt Jak 2,20-21
Der Hinweis auf die Dämonen ist eine starke Illustration für den vorliegenden Punkt. Keiner glaubt entschiedener als sie; keiner sieht sein Verhängnis sicherer oder schärfer voraus. Aber ein solcher Glaube hat keine Verbindung mit einer neuen Natur aus Gott, noch führt er zu Werken, die Ihm gefallen. Die Dämonen sind dem bösen Willen ihres Oberhauptes, des Teufels, unterworfen. Der Mensch spielt seine Rolle leider in einer für Gott höchst beleidigenden Weise, indem er sich eines Glaubens rühmt, der noch weniger Gefühl hat als das der Dämonen, und ohne Werke, die ein von Ihm empfangenes Leben bezeugen. Es gibt nichts zu zeigen, wie es sein sollte und sein muss, wenn das Evangelium angenommen würde, wie es wirklich ist, nicht als Menschenwort, sondern als Gottes Wort, das auch in denen, die glauben, kräftig wirkt.
Willst du aber erkennen, o nichtiger Mensch, dass der Glaube ohne die Werke tot2 ist? Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar opferte? (2,20.21).
Dann werden wir mit einem Appell im Blick auf Abrahams Beispiel konfrontiert, der bei seinen Nachkommen immer das größte Gewicht hat, und im vorliegenden Fall eine überwältigende Widerlegung des Übels, das bekämpft wird: „Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar opferte?“ (V. 21).
Das Beispiel ist umso entscheidender, als das hier angeführte Werk Abrahams nichts mit den wohltätigen oder menschenfreundlichen Werken gemein hatte, die die Menschen als „gut“ bezeichnen und sich rühmen, damit bei Gott Anerkennung zu finden. Die Bereitschaft, seinen Sohn Isaak zu töten, würde diese Klasse von Menschen im Gegenteil als abscheulich an Abraham betrachten und nur eines Molochs würdig sein, wie sie lästernd hinzufügen. Sie glauben nicht, dass Gott Abraham jemals auf eine solche Probe gestellt hat, und werden immer dreister darin, es als die syrische Legende eines barbarischen Zeitalters und eines heidnischen Aberglaubens zu behandeln.
Unser Brief, und damit steht er nicht allein (denn der Hebräerbrief, der sich in seinem Charakter völlig unterscheidet, stimmt dem ausdrücklich zu), führt es als eine Tat von höchster moralischer Vortrefflichkeit an und beweist, dass Abraham durch Werke gerechtfertigt wurde. Es war bezeichnenderweise eine Tat, die jedem Empfinden eines Vaters zuwiderlief. Sie wurde durch die Tatsache verstärkt, dass Isaak sein einziger Sohn war, den er liebhatte, wie Gott sagte, als er Abraham auf diese extreme Probe stellte. In der Forderung lag die offensichtliche Vereitelung jener gesegneten Hoffnungen auf Segen, die Gott seit langem verheißen hatte: „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“ (1Mo 12,3), ganz zu schweigen davon, dass er aus ihm ein großes Volk machen und seinen Namen groß machen würde. Wie konnte das sein, wenn Isaak nun sterben musste, und das so unerklärlich durch die Hand seines Vaters, als ein Opfer für den Gott, der auf wunderbare Weise gewirkt hatte, indem Er ihn gab, und nun auf seltsame Weise seine Opferung verlangte? Zweifellos könnte Gott einen anderen Sohn geben, und zwar von Sarah, wenn es Ihm gefiele; aber das würde dem Fall nicht gerecht werden. Denn hatte Gott nicht gesagt, als er seine Frau nicht Sarai, sondern Sara nannte (1Mo 17), dass der Sohn von ihr, um sie zur Mutter von Nationen und Königen von Völkern zu machen, eben dieser Isaak sein würde, mit dem Er seinen Bund als einen ewigen Bund für seine Nachkommen nach ihm aufrichten würde? In der Tat war es so, dass Abrahams Glaube dort ruhte. Er lachte, so können wir sagen, über Unmöglichkeiten, im Gegensatz zu Saras zunächst ungläubigem Lachen. Die wirkliche Unmöglichkeit war, dass Gott lügen würde. Er war also sicher, dass, wenn Isaak nun sterben musste, Gott ihn von den Toten auferwecken würde, um die Verheißung zu erfüllen. Abrahams Glaube war nun nicht mehr wie zuvor, dass Gott ihm einen Sohn von Sara geben würde, sondern dass Er nicht versagen konnte, diesen Sohn von dem nun erforderlichen Tod aufzuerwecken, um alles zu erfüllen, was Er versprochen hatte. Niemals gab es eine solche Prüfung des Glaubens; niemals einen solchen Triumph durch die Gnade.
Lange vor diesem Ereignis, wenn auch spät in Abrahams fruchtbarem Lauf, steht geschrieben, dass er an den Herrn glaubte, und Er rechnete es ihm zur Gerechtigkeit (1Mo 15,6). Dies ist die ausdrücklichste Anerkennung seiner Rechtfertigung durch den Glauben. Und die Schrift verwendet das unbestritten auf diese Weise und zu diesem Zweck, wie in Römer 4. Aber in 1. Mose 22, von dem in unserem Brief die Rede ist, sehen wir den gläubigen Menschen seine Werke zeigen und wie er dadurch gerechtfertigt wird. Es kann auch nichts sicherer sein, als dass Abrahams Werk, seinen Sohn Isaak auf dem Altar zu opfern, seinen ganzen Wert aus seinem Glauben an den Auftrag Gottes bezog; so sehr, dass es ohne diesen abscheulich böse gewesen wäre.
2 Was den Unterschied in der Lesart in diesem Vers betrifft, so gibt die große Mehrheit der MSS „tot“ an; aber das Zeugnis für „müßig“ ist alt und ausgezeichnet. Die Schattierung ist nur geringfügig, der wesentliche Sinn bleibt wie zuvor. Nur bestand hier wie anderswo die Gefahr der Anpassung, denn das Kapitel endet mit der Schlussfolgerung, dass der Glaube ohne Werke „tot“ ist. Wäre „müßig“ der wahre Text in Vers 20, wäre die Sprache von Vers 26 keine Wiederholung, sondern ein markanter und effektiver Höhepunkt. Daher bevorzugen Alford, Lachmann, Tischendorf, Tregelles, mit Westcott und Hort, diesen Text.↩︎