Behandelter Abschnitt Phlm 1,8-9
Wie segensreich zeigt sich die praktische Frucht in unserem Herrn! Er führt Petrus von den jüdischen Gedanken ab und prägt ihn schon bald in Wort und Tat. Durch sein Bekenntnis „sind die Söhne“ des Königs „frei“; und Sohn war Er offenbar in seinem eigenen Recht, wie wir es durch Gnade durch seine Erlösung werden, die zu seinem Vater und unserem Vater, seinem Gott und unserem Gott gebracht ist. Das erhebt den Christen also über alle Gedanken, ob jüdisch oder heidnisch. „Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh an den See“ und so weiter. Und darauf folgt ein höchst passendes Wunder, das seine göttliche Macht bezeugt, wie seine Erwartung an Petrus sein göttliches Wissen. Ein Fisch gehorcht seinem Schöpfer und stellt in seinem Maul genau den Betrag bereit, der von denen unter dem Gesetz gefordert wurde, die Petrus für den Meister und für sich selbst bezahlen sollte! Es ist Gnade in jeder Hinsicht, die aus der unendlichen Herrlichkeit fließt, aber dies in der Erniedrigung und dem Gehorsam eines Menschen, der vorerst auf keines seiner Rechte pocht, sondern die Gläubigen in seine eigene Beziehung einbezieht, soweit dies möglich ist, ebenso wie in seine demütigen Wege hier unten.
In diesem Geist schrieb der Apostel:
Deshalb, obgleich ich große Freimütigkeit in Christus habe, dir das zu gebieten, was sich geziemt, so bitte ich doch vielmehr um der Liebe willen, da ich nun ein solcher bin wie Paulus, der Alte, jetzt aber auch ein Gefangener Christi Jesu (V. 8.9).
Zu befehlen, was recht ist, ist gewiss nicht falsch bei jemandem, der die entsprechende Autorität besitzt. Aber die Gnade respektiert zwar das Gesetz in seiner eigenen Umgebung, handelt aber unvergleichlich höher als das Gesetz in einer eigenen Umgebung, deren Mittelpunkt und Fülle Christus ist, der Gegenstand, das Muster und das Motiv. Der Apostel stellt also, ungeachtet der Rechte seiner Stellung und dies sogar „in Christus“, die Liebe in den Vordergrund und bittet damit nur einen, der wie er selbst seine unermessliche Schuld gegenüber der Liebe Gottes in Christus, unserem Herrn, erkannt hat. Und nicht nur das; Paulus bringt in Verbindung mit seinem Flehen seine eigenen bewegenden Umstände, eines alten Mannes und Knechtes oder Sklaven Christi Jesu. Er bittet für sein Kind, denn ein solches war der Entlaufene nicht weniger als Timotheus. Er fügt hinzu: „das ich gezeugt habe in den Fesseln“; und dies, was nicht einmal von Timotheus gesagt werden konnte, wurde nicht ohne Absicht für Philemons Herz geschrieben, der auch nicht so viel von sich selbst sagen konnte.