Behandelter Abschnitt Kol 4,7-9
Die Kombination aus göttlicher Liebe inmitten einer bösen Welt und kompromisslosem Festhalten an dem, was Gottes heiligem und gerechtem Willen entspricht, lehrt den Christen nicht nur, was er jedem Einzelnen antworten soll, wie es sich gebührt, sondern auch, auf welche Weise.
Dann folgenden in den Versen 7–18 persönliche Mitteilungen. Beachte, mit welch bemerkenswerter Sorgfalt der Apostel die treuen Arbeiter stützt und lobt, wobei er sich wohl bewusst ist, in welch einem herablassenden Ton wir Menschen reden können, wenn wir Fehler bei denen sehen, hinter deren Dienst wir selbst weit zurückstehen.
Alles, was mich angeht, wird euch Tychikus kundtun, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn, den ich ebendeshalb zu euch gesandt habe, damit er eure Umstände erfahre und eure Herzen tröste, mit Onesimus, dem treuen und geliebten Bruder, der von euch ist; sie werden euch alles kundtun, was hier geschieht (V 7–9).
Dieser Überschwang des liebevollen Lobes ist sehr zu bedenken. Mangel an Lob trägt dazu bei, die Bande der Nächstenliebe unter den Gläubigen zu lockern und zu zerreißen. Die Liebe rechnet damit, dass die anderen an unseren Angelegenheiten ebenso interessiert sind, wie wir selbst ein echtes Interesse daran haben, die Anliegen der anderen mitzutragen. Unter den Menschen ist ein solches Mitempfinden entweder unbekannt, und da, wo es vorhanden ist, ist es nur Schein; es ist keine Liebe, keine göttliche Liebe, darin. Und die Liebe muss vorhanden und bekannt sein, um ihr Wirken und ihre Wirkung zu verstehen. Sie wird in diesem Brief tatsächlich das Band der Vollkommenheit genannt.