Behandelter Abschnitt Apg 15,13-21
Die Rede des Jakobus
Jakobus, der leibliche Bruder des Herrn, der auf dieser Konferenz zuletzt das Wort ergriff, konnte bezüglich des Dienstes unter den Nationen nicht aus eigener Erfahrung reden, wie z. B. Petrus, Paulus und Barnabas, weil er nur unter Israel gewirkt hatte. Dennoch hatte er einen gewaltigen Anteil am Erfolg der so wichtigen Angelegenheit. Jakobus erbrachte den Schriftbeweis bezüglich der großen Heilsgedanken Gottes über Israel, der Gemeinde, in welcher er selbst stand, und der Völkerwelt, indem er die Stelle aus Amos 9,11-12, zitierte.
Die Heimsuchung der Nationen. Jakobus nimmt zunächst
Bezug auf die Worte des Petrus und unterstreicht sie (Vers 14). Gott
sucht zuerst die Nationen heim und erwählt sich aus ihnen ein Volk für
Seinen Namen. Israel hat seinen Messias abgelehnt und deshalb ist Er
zurück in die Himmel gegangen. In der gegenwärtigen Zeit, bis der Herr
wiederum mit Israel anknüpfen wird, sammelt Er sich Seine Gemeinde. Das
ist das besondere, von den Juden damals nichtverstandene, große Werk
Gottes. Diese Sammlung aus den Nationen fing mit der Verwerfung Christi
durch Israel an und dauert bis zur Entrückung. Diese schöne Wahrheit,
dass Gott sich in der gegenwärtigen Zeit ein Volk aus allen Völkern
sammelt, wurde damals so wenig verstanden wie heute, sonst hätte man
nicht alle Welt christianisiert und Staatskirchen geschaffen. Die
Gemeinde Christi wird nur von den Menschen gebildet, die durch das
Evangelium herausgerufen worden sind und den Herrn als ihren
persönlichen Erretter aufgenommen haben. Mit diesem Herausrufen aus den
Nationen hat Petrus im Hause des Kornelius begonnen. Dieser Ruf wird
fortdauern bis zur Entrückung der Gemeinde. Jakobus dachte in seiner
Rede zunächst an jene Gläubigen aus dem Hause des Kornelius und an die,
welche durch die Verkündigung des Wortes derer, die zerstreut waren,
bekehrt wurden (Kap. 11, 20). Dann auch an die Vielen, die durch Paulus
und Barnabas das Heil in Christo gefunden hatten. Interessant ist, dass
Jakobus in keiner Weise die Entrückung erwähnt, die doch den Abschluss
der Glieder des Leibes Christi auf Erden bildet. Warum nicht? Dieses
Geheimnis, das ja im Alten Testament nicht gekannt war, aber dem Apostel
Paulus geoffenbart wurde, schien ihm noch verborgen zu sein (
Zuletzt redet Jakobus von den Übrigen der
Menschheit. Der Herr der Herrlichkeit, der dann erschienen sein wird,
wird Sein Reich aufrichten, das Königreich Jesu Christi, das sogenannte
Tausendjährige Reich. Sein Thron wird in Jerusalem stehen und die zwölf
Apostel des Lammes werden mit Ihm regieren auf zwölf Thronen. Israel ist
dann völlig wiederhergestellt und so herrlich gemacht, dass es die
Propheten das „Weib Jehovas“ nennen. Es wird dann seine Berufung als
Gottes Missionsvolk an alle Völker der Erde erkannt haben; keinen Götzen
mehr dienen und dem Geld nicht mehr nachjagen. Dann wird jene Verheißung
an Abraham restlos in Erfüllung gehen: „Durch dich und durch deinen
Samen sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.“ Dann wird die
Zeit der Völkerbekehrungen, des Friedens ohne Ende, einsetzen. Die Erde
wird voll der Erkenntnis Jehovas sein (
Wir stehen am Wendepunkt großer Ereignisse. Alles deutet darauf hin, dass die Heimsuchungen der in bitterster Not sich befindenden Nationen, nahe ist, deshalb dürfen wir mit Fug und Recht unsern Herrn bald erwarten.
Wir, Seine geliebten Kinder, wollen Ihn preisen für die herrliche,
lebendige Hoffnung und gemäß unserer himmlischen Berufung wandeln. Wir
wollen des Wortes des Apostels eingedenk sein: „Da ihr solches wisset“
welche solltet ihr dann sein in Heiligkeit und Gottseligkeit (2Pet 3,11). Da wir diese Hoffnung haben, so lasst uns uns selbst reinigen
von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit
vollenden als ein Volk fleißig in guten Werken (2Kor 7,1;