Behandelter Abschnitt Mt 3,7-12
Fliehet den kommenden Zorn Gottes. Mt 3,7 ff.
Zwei Dinge verkündigte Johannes in bezug auf die Zukunft.
1. Das kommende Königreich für alle, die Buße taten,
2. den Zorn Gottes für alle, die sie ablehnten.
Vielerorts lehrt die Schrift den kommenden Zorn Gottes. Johannes, der Herr und die Apostel lehrten diese furchtbare Wahrheit und darum überredeten sie die Menschen Buße zu tun. Menschen auf die Folgen der Ablehnung des Evangeliums aufmerksam zu machen, ist die große Aufgabe der Gläubigen. Viele zeigen leider nur die Scheide des Schwertes des Geistes, ohne je die Schneide zu benützen. Die Art des Johannes war vielen unbequem, man denke an die Pharisäer und Herodes, aber sie war die rechte. Johannes durfte gerade an dem Standort seiner Predigt, dem früheren Sodom, den einstigen Zorn Gottes über jene Stätte zeigen und dabei wies er auf den kommenden Zorn hin. Wir müssen warnen (Hes 33,7) oder wir sind untreue Diener.
I. Es gibt einen kommenden Zorn.
Folgende Stellen sollen zeigen, daß der Herr und die Apostel ernstlich davon geredet haben (Mt 25,41; 2Thes 1,7-9; Judas 14-15; 2. Petrus 2,4-9; Off 20,11; 21,8). Der Herr sagt, wer nicht glaubt, auf dem bleibt der Zorn Gottes (Joh 3,36). Dieser Zorn Gottes ist sicher und nötig, wo blieben sonst Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit? Sein Schwert ist für alle gewetzt, die nicht Buße tun (Ps 7,13). Oft erweist sich schon der Menschen Zorn so schrecklich, daß wir ihre Nähe meiden, was aber erst wird der Zorn Gottes über die Verwerfer Seines Sohnes und dessen Opfer sein? Diesen Zorn zu mildern oder hinwegzudeuteln ist eine frivole Vergewaltigung der Schrift und eine große Sünde gegen die verlorene Mitwelt.
II. Wohin fliehen.
Wir wissen, daß nicht alle Zufluchtsorte sicher sind. Oft fliehen
Menschen aus einer Gefahr in eine noch größere. Die Pharisäer nahmen zu
jener faulen Stütze "wir haben Abraham zum Vater" Zuflucht. Sie vergaßen
aber ganz und gar, daß Abraham nur durch den Glauben in die Stellung von
Gerechten gekommen war (Röm 4,2 - 5,11). Weder religiöse Herkunft noch
gute Werke retten. Ein jeder wird für seine eigne Sünde sterben. Gottes
Zorn liegt auf allen, die durch Werke gerecht werden wollen. Israel
selbst hing am äußeren Schein, der Tempel genügte ihnen und dabei nahm
es nicht einmal wahr, daß die Wolkensäule darauf fehlte, das sagen will,
daß Gott nicht darin war. Was aber ist alles Brüsten, wenn Gottes
Gegenwart fehlt? Die Zufluchtsstädte geben uns ein gutes Bild des
Entfliehens. Hatte der Israelit einen Menschen aus Versehen getötet, so
hatte er das Gesetz gebrochen und mußte sterben (
III. Wovor fliehen?
Vor dem Zorn Gottes. Johannes brauchte verschiedene Bilder, die diesen Zorn darstellen sollen. So redet er von der Axt, die an des Baumes Wurzel gelegt ist. Ferner redet er von der Spreu, die der Herr mit unauslöschlichem Feuer verbrennen wird. Wiederum redet er vom Taufen mit Feuer, wobei wir nicht etwa an den Heiligen Geist denken dürfen, davon hat Johannes zuvor geredet. Die Feuertaufe deutet auf das kommende Gericht hin. Alle drei Bilder bestätigen ein und dieselbe Sache, den Zorn Gottes, dem man nur durch Flucht aus der Sünde entgehen kann. In Off 20,11 ff sehen wir, wie jedes Entfliehen vor dem Zorn zu spät ist. Wohl versuchen es die Menschen, aber sie finden keine Zufluchtsstädte mehr. Darum ist es höchste Zeit jetzt zu fliehen, weil bereits die Axt an der Wurzel liegt und die Wurfschaufel schon in Seiner Hand ist, um die Spreu zu verbrennen. Es ist so spät wie einst bei Lot, der eiligst aus Sodom fliehen mußte. Von dem Zorn Gottes rettet nichts als eiliges Fliehen in Jesu Retterarme. Matthäus, der Schreiber dieses Evangeliums, ist ein schönes Beispiel solchen Fliehens, denn er verließ sofort alles und folgte Jesu nach (Mt 9).
IV. Wann und wie entfliehen?
Es muß
a) sofort geschehen. Der Totschläger in Israel durfte nicht zögern, denn der Bluträcher folgte ihm auf der Spur. Die Arche mußte gleichen Tags bezogen werden, da Gott Befehl dazu gab, weil gleichen Tags die Flut kam.
b) Ernstlich. Vieles ist auf dem Wege was hindert, vor allem die leichtumstrickende Sünde, die träge macht (Heb 12,2).
c) Entschlossen. Wie Ruth müssen wir sagen: "Rede mir nicht darein." Hindernisse, wie Weib, Kinder, Vater, Mutter, Sohn, Tochter etc. müssen mit ganzem Ernst überwunden werden, sonst könnten wir umkommen, wie Lots Weib. Dabei muß der Entfliehende den kürzesten Weg nehmen und wie Levi alles stehen und Beruf und Gewinn fahren lassen, um nicht neu umstrickt zu werden.
d) Mit Gebet, wie der Schächer am Kreuz. "Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst" (Lk 23).
e) Im Glauben. Wer zu mir kommt, den werde
ich nicht hinausstoßen. Wer zu Ihm kommen will, muß glauben (
In Heb 2,3 lesen wir die Frage: "Wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Seligkeit vernachlässigen"? Entweder muß der Sünder dieses Heil ergreifen (Heb 6,18; Röm 5,9), indem er in Jesu Retterarme flieht, oder er vernachlässigt es, und bleibt unter dem Zorne Gottes (Joh 3,36).